Die Redaktions-Kolumne KW21: Segen oder Fluch - der Preisverfall von Computerspielen
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben: In der KW21 berichtet Pit Trautner über den Verfall der Spielepreise sowie Sonderangebote von Steam, Amazon und Co.
In der KW21 berichtet Pit Trautner über den Verfall der Spielepreise sowie Sonderangebote von Steam, Amazon und Co.:
"Für PC-Spieler scheinen goldene Zeiten anzubrechen: Egal ob Amazon, Media Markt oder Steam, überall wird der Kunde mit Angeboten überhäuft. Der Preiskampf an der Computerspiele-Front ist im vollen Gange und die großen Händler versuchen sich mit Sonderangeboten und Rabatten zu unterbieten. Das beste Beispiel lieferte die 49-Euro-Aktion von Media Markt und Amazon. Beide Elektronik-Händler boten drei Spiele für einen Gesamtpreis von 50 Euro an. Viele Top-Titel wurden für umgerechnet 16,50 Euro verschleudert.
Wirklich berühmt für seine Special-Deals ist allerdings Steam: PC-Spieler finden sich kaum noch zu recht in den ganzen Weekend-, Weihnachts-, Ostern-, oder Special-Deals. Inzwischen ist gefühlt fast jedes Spiel schon einmal günstiger angeboten worden. Der Preisverfall von Spielen ist in den letzten Monaten immer schneller geworden. Die Games werden für einen Preis von 50 Euro veröffentlicht und nach einem Monat findet man die gleichen Spiele in irgendeinem Deal für 30 Euro. Der Shooter Brink wurde beispielsweise am 13. Mai 2011 veröffentlicht und ist heute (Stand 27. Mai) schon für 34 Euro erhältlich. Die Liste ließe sich beliebig weiterführen: Shogun 2, Crysis 2, Dead Space 2,usw. Verstehen Sie mich nicht falsch. Natürlich freue ich mich über günstigere Spiele und hab auch schon bei unzähligen Rabatt-Aktionen zugeschlagen. Der Geldbeutel ist nun einmal nicht prall genug, um sich drei Vollpreis-Titel pro Monat zu gönnen. Außerdem kann man durch diese Angebote ältere Spiele, die einem damals entgangen sind, für wenig Geld nochmal erleben. Ich habe mich sehr gefreut im Steam-Deal Mass Effect und Mass Effect 2 für 13 Euro kaufen zu können, dennoch ist dieser Trend mit Vorsicht zu beobachten.
Welcher Entwickler oder Publisher investiert noch wirklich viel Zeit in ein aufwändiges und umfangreiches Spiel, wenn es so schnell an Wert verliert? Die andere Taktik ist bereits zu beobachten: Ein unfertiges Spiel wird auf den Markt geworfen und dann mit Patches oder DLCs erweitert. Ich will DLCs prinzipiell nicht verdammen, nur das Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen. Ich habe das Gefühl, dass für viele Entwickler die Quantität im Vordergrund steht und die Qualität darunter leiden muss. Persönlich könnte ich aber auch mit weit weniger Spielen auskommen, wenn diese ausgereift, Spaß bringend und innovativ sind - was natürlich nicht heißen soll, dass ich die oben genannten Spiele schlecht finde oder ich keinen Spaß mit ihnen hatte.
Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Sache klar: Verkauft sich ein Spiel gut, muss man nicht mit dem Preis runter gehen. Erst wenn die Verkäufe zurückgehen, muss der Titel billiger angeboten werden. Beispiel gefällig? Starcraft 2 Wings of Liberty wurde am 27. Juli 2010 veröffentlicht und kostet heute (Stand 27. Mai) immer noch 43 Euro. Call of Duty Black Ops ist genau so teuer wie Brink. Der Preisverfall von Computer-Spielen ist wie ich finde ein wirtschaftliches Phänomen: Für PC-Spieler bringt er eine große Auswahl an günstigen Spielen, für die Händler zusätzliche Verkäufe bei niedrigeren Einnahmen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie die Entwickler reagieren. Setzt man auf mehrere Spiele pro Jahr oder konzentriert man sich auf wenige Top-Titel, die sich lange gut verkaufen?"
Redaktions-Kolumne
In der allwöchentlichen Redaktions-Kolumne textet ein PCGH-Redakteur über Hardware- oder Software-Themen, die ihn in der vergangenen Woche bewegt haben und zwar jeden Sonntag um 13:15 Uhr.

Jetzt sind ja Casual- und Social-(Online)-Games angeblich total IN, und auf diesen Zug werde ich 100% nie aufspringen.
Zum Preisverfall bin ich geteilter Meinung:
Positiv - Als gering Verdiener der für sein eigenen Lebensunterhalt aufkommen muss ist der Preisverfall natürlich spitze (Ja das werden hier nun manche "von Beruf Kind" nicht verstehen). Keine Frage, ich zocke gerne in der Freizeit am PC und ich muss zugeben dass mich das lange warten auf ein Preisverfall doch etwas zermürbt. Aber zum wohle des Geldbeutels ganz klar positiv. Mich kotzt es auch richtig an das ich die Aktion bei Amazon und Media Markt total verpennt habe und für diesen Monat für fast gleiches Geld nur 1 Spiel kaufen konnte.
Negativ - Als ich CoD BO ein paar Tage nach Release gekauft habe musste ich ca. 50€ hin legen weil ich es einfach JETZT haben wollte. Eine Woche drauf kaufte es ein LAN Kumpel für über 10€ weniger. Für ihn habe ich mich gefreut aber dennoch hat mich das doch irgendwo aufgeregt
Fazit:
Mir ist mittlerweile egal wie geil ich auf ein neues Spiel bin. Zum wohle meines hart verdienten Geldes warte ich nun auch Monate ab bis der Preis eines Spiels auf das Niveau fällt wo ich es als Kaufenswert erachte. In dem Moment können auch schon mal ein paar Bugs gepatcht werden. Profitiere also noch mal von der Wartezeit.
Da würde man sich vielleicht auch mal mehr Titel kaufen, als auf den , oder den Titel zu sparen.
Bei Preisen um die 50€ kaufe ich nur selten ein Spiel. Und das muß dann auch für ne Weile unterhalten und nicht nach ein paar Tagen durch sein.
Andererseits hab ich bei Preissenkungen auch schonmal ein Spiel gekauft, was ich für 50€vielleicht nicht gekauft hätte.
Siehe The Witcher , was ich zur Zeit durchzocke und im Laden Nebenan 16€ gekostet hat in der Enhanced Platinum Edition. Das nenn ich ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis.
So zock´ ich erstmal in Ruhe The Witcher durch , bevor ich mir später mit meinem nächsten PC dann Witcher 2 vornehme.
Ich denke so um die 15 € ist ein Preis ... da schaut man dann nicht mehr so genau hin und greift auch mal eher zu , was sich natürlich in höheren Verkaufszahlen ausdrückt. Gerade bei so Kunstwerken wie The Witcher, die auch noch mit Anleitungsbuch, Lösungsbuch , zusätzliche Abenteuer inGame , no Disk Funktion , letztes Update , zusätzliche Community Inhalte , Soundtrack usw. verkauft werden. Wenn man da nicht zugreift, vor allem falls man Witcher mag , dann ist man selbst schuld. Hätte ich natürlich vorher gewußt, wie gut Witcher 1 schon ist, hätt ich natürlich auch 50€ für dieses Paket bezahlt. Naja ... dafür hab ich mir Witcher 2 schonmal auf Vorrat hier hingelegt
Kurz gesagt :
Spiele zu Niedrigpreisen können sich schon lohnen , da man dadurch evtl. auch die Nachfolger, dann zum Vollpreis , kauft. Jedenfalls bei so Hammerspielen wie Witcher.
Aber hast schon recht. Hat mich dennoch gewundert.