Iiyama GB3271QSU im Test: Preis-Leistungs-IPS in 32 Zoll
Ein neuer Monitor mit WQHD-Auflösung, 165 Hz auf 32 Zoll klingt nun nicht gerade innovativ, denn solche Panels gibt es schon seit vielen Jahren. Nicht ganz! Denn es sind einige besondere Details, die den neuen Iiyama so interessant machen: Der GB3271QSU hat ein IPS-Panel. PCGH macht den Test.
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Der neue Iiyama-Gaming-Monitor mit dem handlichen Namen "GB3271QSU" ist insofern was Besonderes, weil er als 32er mit diesen Panel-Eigenschaften relativ günstig ist. Wer nicht das gekrümmte VA-Panel verwenden wollte, durfte bislang ziemlich gut Kohle hinblättern. Der Iiyama ist aber der erste Monitor, der hier unter 500 Euro kostet und damit ziemlich interessant. Ob bei dem anscheinend guten Angebot irgendein Haken dabei ist, das werden wir uns genauer ansehen.
Iiyama GB3271QSU: Ausstattung
Nun handelt es sich hier um ein Gaming-Modell, aber äußerlich wirkt der 32-Zöller wie ein schnöder Büromonitor. Andere Gaming-Marken sind da deutlich exzentrischer - nicht so der Monitor von Iiyama. Bis auf einige Aufkleber sind Gehäuse und Standfuß komplett in Schwarz gehalten.
Am Fuß warnt einer der Aufkleber davor, dass der Monitor angeblich keine Pivot-Funktion habe. Man solle es gefälligst unterlassen, zu versuchen, das Panel um den Fuß zu drehen. Umso mehr waren wir irritiert, dass sich der Bildschirm sehr wohl hochkant drehen und betreiben lässt.
Damit hat der Monitor auch alle üblichen Ergonomie-Funktionen, ist also höhenverstellbar um insgesamt zwölf Zentimeter und lässt sich sowohl neigen als auch um den Standfuß etwas drehen.
Quelle: Iiyama
Iiyama G-Master GB3271QSU Red Eagle
An Anschlüssen hat Iiyama auch nicht gespart: Zweimal Displayport und zweimal HDMI 2.0 sowie ein Hub mit vier USB-Anschlüssen sind eine recht üppige Ausstattung.
Iiyama GB3271QSU: Bildqualität
Kommen wir zu den inneren Werten, der Bildqualität. Die WQHD-Auflösung mit einer Bilddiagonale von 31,5 Zoll ergibt eine Pixeldichte von circa 93 Pixel pro Zoll. Das ist in etwa so fein wie Full HD auf 24 Zoll, was manch einem gehobeneren Anspruch schon zu grobkörnig erscheinen mag. Das wird aber auch dadurch relativiert, wenn man bedenkt, dass man vor einem größeren Bildschirm auch etwas weiter weg sitzt.
Aber lassen wir mal das Kolorimeter einen Blick aufs Panel werfen: Die Helligkeit von fast 400 cd/m² können wir bestätigen und ist schon fast zu viel des Guten. Heller ist nicht unbedingt besser, im Gegenteil, es strengt die Augen auch mehr an und in der Regel braucht man selbst in hellen Räumen kaum mehr als 250 cd/m². Es ist aber schon mal gut, hier Luft nach oben zu haben. Außerdem lässt sich der Monitor auf circa 40 cd/m² herunter dimmen, was schön niedrig für Keller- oder Abendstunden ist.
Positiv überrascht sind wir dann doch vom Kontrastverhältnis: Das Datenblatt nennt Iiyama schon 1.200:1, was untypisch hoch für ein IPS-Panel ist. Fast immer liest man hier 1.000:1, was in der Praxis dann mal gerne leicht unterboten wird. Nicht so hier: der Schwarzwert ist mit circa 0,3 cd/m² angenehm niedrig und wir kommen auf ein Verhältnis von über 1.300:1. Damit schlägt er nicht nur die direkte Konkurrenz, sondern fast alle anderen IPS-Panels - richtig gut!
Was die Farbtreue angeht, so fällt uns direkt nach dem Reset im OSD ein leichter Farbstich auf. Stellen wir aber die Farbtemperatur auf "normal", sagt uns auch das Kolorimeter, dass sie mit einem niedrigen Delta-E von 1,8 recht gut ist - erst recht für so ein günstiges Modell.
Das Panel bietet eine Farbtiefe von nativen 8 Bit, was vollkommen ausreicht, da sich fast alles ohnehin im sRGB-Farbraum abspielt. An HDR oder ähnliche Scherze ist in dieser Preisklasse ohnehin noch nicht zu denken. Daher freut es uns, dass sRGB vollständig abgedeckt ist und der größere AdobeRGB-Farbraum immerhin zu circa drei Vierteln.
Iiyama GB3271QSU: Bewegtbildqualität
Die Standbildqualität ist also leicht über den Durchschnitt, selbst für ein IPS-Panel, das ohnehin als farbstark gilt. Aber wie sieht es jetzt mit der Bewegtbild-Qualität aus? Gerade die Konkurrenz mit VA-Panels schlieren gerne mal deutlich in Bewegungen und nicht unbedingt jedes IPS-Panels ist mittlerweile so schnell wie ein TN-Panel.
Wir machen zunächst die Sichtprüfung mit der Website testufo.com und suchen den Schlierenschweif des vorbeifliegenden UFOs. Der Monitor bietet insgesamt fünf Overdrive-Stufen und bei nativer Frequenz von 165 Hz ist die dritte von fünf die beste, indem sie die ohnehin recht geringen Schlieren reduziert.
Weil sich das Bewegtbild im Video schwer darstellen lässt, schießen wir bei jedem Test Fotos in der Bewegung, was ziemlich gut zeigt, wie stark die Schlieren ausgeprägt sind. Hier ein Bildvergleich zwischen im schnellen IPS von Iiyama und einem 32er VA-Panel. Dort sehen wir deutlich, dass auf dunklem Hintergrund der schwarze Schweif stärker ausgeprägt ist.
Letztlich bleibt es ein individueller Kompromiss, ob man sich bei einem VA-Panel den guten Kontrast mit dem Nachteil der Schlieren erkauft oder ob einem mehr das IPS-Panel liegt, welche weder größere Vor- noch Nachteile aufweisen.
Unsere Messung der Reaktionszeiten bestätigen das relativ schlierenfrei Bild. Alle Werte sind schön niedrig einstellig und hier gibt es keine zweistelligen Ausreißer wie bei VA-Panels.
Was die dynamische Bildwiederholrate angeht, können wir es kurz machen: Mit aktivem V-Sync, was man zusammen mit Free-/G-Sync ohnehin immer anmachen sollte, funktioniert sie auf der vollen Frequenzspanne tadellos.
Iiyama GB3271QSU: Input Lag
Quelle: PC Games Hardware
Iiyama G-Master GB3271QSU Red Eagle (6)
Fehlt noch der Input Lag, eine der wichtigsten Eigenschaften eines Gaming-Monitors. Wir messen hier stets zweierlei. Zunächst mit einer einfachen und dann mit einer praxisnäheren Methode, um beide Werte gegenseitig zu überprüfen. Ein kleiner roter Kasten sendet ein Bild und misst gleichzeitig die Signaldauer direkt am Bildschirm. An der oberen Kante. Wir messen an der oberen Kante 20 Millisekunden, was ein relativ hoher Wert ist, verglichen mit anderen Monitoren, aber noch immer weit weg von einer spürbaren oder störenden Verzögerung. Andere Gaming-Modelle haben hier niedrige einstellige Millisekunden, was aber bestenfalls für den Profi-Esportler relevant ist und weniger für den ambitionierten Online-Shooter-Spieler.
Die praxisnähere Methode misst die Verzögerung zwischen Mausklick und Bildreaktion. Hier können wir direkt im Spiel messen, dafür aber auch nur den gesamten Rattenschwanz des Signals, also inklusive der Verzögerung des Systems. Die gemessenen 33 Millisekunden im Schnitt von 100 Schüssen in Overwatch bestätigen den leicht erhöhten aber noch nicht zu hohen Wert: Schnelle Monitore gehen hier bis auf circa. 20 Millisekunden runter.
Fazit: Gelungene IPS-Alternative mit 32 Zoll
Als günstigster Monitor mit einer 32-Zoll-Diagonale mit WQHD-Auflösung und 165 Hz Bildwiederholrate schlägt sich der Iiyama ziemlich gut. Die Farbqualität ist nicht nur ebenbürtig, sondern in manchen Punkten wie etwa der Kontrast sogar leicht besser als teurere, vergleichbare IPS-Modelle. VA-Panels in 32 Zoll gibt es zwar schon seit Jahren, aber für so manchen Gamer waren die Schlieren einfach ein No-Go. Daher wird sich so mancher freuen, dass es nun eine IPS-Alternative zu einem fairen Preis
In der Messung der Reaktionszeiten stellt das Panel zwar keine Rekorde auf, aber was zählt ist, was man sieht, nicht, was man misst. Und der Ufo-Vergleich zeigt, die Schlieren sind angenehm niedrig und werden mit einem Overdrive gut kompensiert.
Ja, den leicht erhöhten Input Lag könnte man kritisieren. Selbst viele günstigere Monitore schneiden hier gerne mal besser ab. Aber ehrlich, der ist noch immer niedrig genug, dass niemand hier den Lag spüren würde, daher wollten wir das dem Monitor auch nicht unbedingt als Manko ankreiden.
WQHD und 165 Hz - ist das denn noch zukunftssicher? Diese Kombi erklären wir schon seit Jahren als Sweet Spot. 4K/UHD ist noch nicht so recht im Kommen. Gaming-Modelle sind noch deutlich teurer und selten. Außerdem kostet eine höhere Auflösung auch umso mehr Rechenleistung und die aktuelle Grafikkarten-Krise bremst auch hier etwas die Entwicklung. Daher ist der Iiyama-Monitor noch immer und erst recht für diesen Preis ein gutes Gerät.

Suche für mein Dreigestirn (derzeit 3x iiyama ProLite XB3270QS) einen sehr ähnlichen (Abmessungen) Mittelbildschirm mit besseren Gaming-Eigenschaften. Fürs Homeoffice sind die drei genannten ja super geeignet, aber bei Spielen geht meinen bisherigen Monitoren doch recht schnell die Luft aus (Tearing!!! ...nur 60 FPS... kein Freesync oder Gsync).
DEN GETESTETEN HIER werd ich mir wohl mal näher ansehen. (Aktuell~) 350 € bei diesen Eigenschaften hört sich doch ganz nett an...
UPDATE: Aktuell für (inkl. Gutscheincode) 327 € bei ebay vom Verkäufer Alternate mit Gutscheincode "LAMETTA" (10%). DAS ist doch mal ein Preis...
Wegen was ich benutze: Einen Samsung XL2370 (24" mit 60 Hz)
Was die dynamische Bildwiederholrate angeht, können wir es kurz machen: Mit aktivem V-Sync, was man zusammen mit Free-/G-Sync ohnehin immer anmachen sollte, funktioniert sie auf der vollen Frequenzspanne tadellos.[/quote}
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Edit: ein paar kleienre Textergänzungen eingefügt