Warum es so schnell keine Retina/High-Res-Displays für den PC-Markt geben wird - PCGH-Interview mit Dell
Während es inzwischen sogar die ersten Smartphones mit einer Full-HD-Auflösung auf einer Fläche von nur 5 Zoll gibt, müssen sich PC-Anwender mit Full-HD-Auflösung auf einer Größe von 24 Zoll zufrieden geben. Doch warum ist es so schwierig hochauflösende PC-Monitore für den Massenmarkt herzustellen?
Quelle: Dell
27-Zoll-Monitore mit 2.560 x 1.440 Bildpunkten bieten im PC-Bereich aktuell mit 109 ppi die höchste Pixeldichte.
Tablets und Smartphones werben mit einer immer höheren Pixeldichte und bieten dadurch eine Bildqualität, die mit einem gedruckten Papier vergleichbar ist. Das aktuelle iPad nutzt auf seinem 9,7-Zoll-Bildschirm beispielsweise eine Auflösung von 2.048 x 1.536 Pixel, was einer Pixeldichte von 264 ppi entspricht - bei einigen Smartphones liegt die Pixeldichte teilweise sogar bei über 400 ppi. Je höher die Pixeldichte ist, desto kleiner ist die Pixelgröße. Im Internet gibt es eine Seite, mit deren Hilfe sich die Pixeldichte ganz einfach berechnen lässt. Bei klassischen PC-Monitoren wird dagegen nur eine Pixeldichte von maximal 109 ppi erreicht. Besonders beliebt ist dabei laut Preisvergleich der Dell UltraSharp U2713HM mit seiner für den PC-Bereich recht hohen Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel auf einer Diagonalen von 27 Zoll. Wer nun gehofft hat, dass auf der CES in Las Vegas 4K-PC-Monitore angekündigt werden, wurde dieses Jahr enttäuscht. Doch warum gibt es keine "Retina"-Monitore für Desktop-PCs? Wir haben beim Senior Marketing Manager Markus Schütz von Dell nachgefragt und ein sehr ausführliches Statement erhalten:
Quelle: Markus Schütz
Markus Schütz - Senior Marketing Manager bei Dell
"...man sieht wirklich immer höhere Auflösungen bei mobilen Geräten wie Telefonen oder Tablets. Tendenziell gibt es diesen Trend auch bei Consumer-Notebooks, jedoch nicht so stark. Wir bieten aktuell bereits viele Notebooks mit höher auflösenden Displays im Vergleich zum Standard mit 1366x768 (<17") oder 1600x900 (17") an. Bei Monitoren und All-in-One-Geräten gehen wir teilweise auch über Full HD hinaus.
Ich denke es gibt verschiedene Faktoren die diesen Trend bei Desktops, Notebooks und Monitoren langsamer voranschreiten lassen:
• Nachfrage
Wir sehen derzeit noch eine verhaltene Nachfrage nach Auflösungen jenseits des Standards bei Notebooks. Wenn Kunden Richtung High End gehen, sei es im Bereich Gaming, Medien oder professionellen Anwendungen, geht die Tendenz stärker in Richtung hoher Auflösung. Bei den klassischen Volumenmodellen ist der komplette Markt fast ausschließlich bei 1366 x 768 Pixel. Diese Kunden erkennen auch keinen Vorteil in der höheren Auflösung und schätzen den höheren Komfort beim Surfen und klassischen Basis-Anwendungen. Diese Situation wird zusätzlich durch die folgenden beiden Punkte beeinflusst:
• Kosten
Bei einem kleinen Display mit 4-10 Zoll fallen die Mehrkosten für hohe Auflösungen nicht sonderlich ins Gewicht. Bei 15 und mehr Zoll spielen Kosten eine größere Rolle. Bei günstigen Notebooks im Preisbereich unter 600 Euro haben die Displaykosten einen großen Anteil an den Gesamtkosten. Der Kunde ist in diesem Preisbereich üblicherweise nicht willens, 80 Euro oder mehr für eine höhere Auflösung auszugeben.
• OS Support
Der meiner Meinung nach wichtigste Punkt. Betriebssysteme für mobile Geräte skalieren fast beliebig mit der Auflösung. Der Bildinhalt verändert sich mit einer höheren Auflösung nicht, nur der Bildeindruck wird besser (schärfer) durch die hohe Auflösung. Bei Windows ist dies leider völlig anders. Bei höherer Auflösung wird der Bildinhalt linear kleiner und damit unter Umständen unkomfortabel. Aus der Erfahrung wissen wir auch, dass nicht wenige Kunden mit hochauflösenden Displays diese manuell auf Standard-Auflösungen reduzieren, um eine angenehmere Darstellung zu erreichen.
• Verfügbarkeit
Displayhersteller müssen ihre Fabriken aufwendig für höhere Auflösungen umbauen. Man kann nicht heute HD- und morgen Full-HD-Auflösungen auf der gleichen "Anlage" herstellen. Generell ist deshalb die Verfügbarkeit von hohen Auflösungen noch vergleichsweise gering. Speziell Auflösungen oberhalb von Full HD sind nur in geringen Stückzahlen verfügbar."
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