Nvidia G-Sync angetestet: Der versklavte Monitor im Praxiseinsatz - die LCD-Revolution? [Test der Woche]

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G-Sync im ersten Test: G-Sync, Nvidias Technik, um das Spielerlebnis flüssiger zu gestalten, ist von einer Ankündigung und Techdemo zur begutachtbaren Hardware gereift. Ein modifizierter Asus-Monitor des Typs VG248QE ist im PCGH-Testlabor eingetroffen, anhand dessen wir nun echte Praxiserfahrungen zu G-Sync sammeln können.

Anmerkung: Dieser Artikel hatte die meisten Seitenaufrufe diese Woche. Aus diesem Grund veröffentlichen wir ihn heute erneut. G-Sync: Die Lösung aller Synchro-Probleme? Quelle: PC Games Hardware G-Sync: Die Lösung aller Synchro-Probleme? G-Sync soll, geht es nach Nvidia, die Bildqualität für Spieler verbessern. Allerdings nicht wie bereits bekannte Techniken, indem die Kanten stärker geglättet oder die Shader realistischer berechnet werden; G-Sync setzt an der Bildausgabe, genauer, bei der Synchronisation zwischen Grafikkarte und Monitor an. Hierzu kommt eine spezielle Monitorelektronik zum Einsatz, die in Verbindung mit einer Kepler-basierten Geforce-Grafikkarte einen variablen Monitorrefresh erlaubt. Das kann die Bildqualität und die wahrgenommene Geschmeidigkeit des Bildeindruckes dann verbessern, wenn die Hardware nicht in der Lage ist, Fps konstant oberhalb der V-Sync-Schwelle zu liefern - und das ist sie bis auf absolute High-End-Hardware meistens eher Ausnahme als Regel.

Erste Display-Modelle von Nvidias Partnern in dieser Sache, Asus, Benq, Viewsonic und Philips, werden nach wie vor für Anfang 2014 erwartet. Doch Nvidia versorgte uns mit einem Vorab-Modell, welches ein Asus VG248QE zur Basis hat, allerdings hart "gemoddet" wurde. Die Monitor-Elektronik wurde entfernt und gegen Nvidias G-Sync-Board ausgetauscht. So kommt es, dass der Monitor nur noch über einen Display-Port-Anschluss verfügt und zudem von einem externen Netzteil gespeist wird. Über die Serienmodelle sagt dieser Prototyp dahingehend natürlich noch nichts aus. Prinzipiell funktioniert G-Sync auch über DVI oder HDMI, mit dem Display-Port ist man jedoch auch für 4k-Displays bei 60 Hz gerüstet. Da die benötigten Grafikkarten sowieso über Display-Port-Ausgang verfügen und der Monitor sowieso neu angeschafft werden muss, spricht realistischerweise auch nichts gegen DP.

Das umgebaute Asus VG248QE - ein schöner Rücken... Quelle: PC Games Hardware Das umgebaute Asus VG248QE - ein schöner Rücken... Ein Upgrade-Kit für bestehende Monitore, wie im Vorfeld kolportiert, wird es laut jüngst wiederholten Aussagen Nvidias gegenüber PC Games Hardware nicht geben. Die anfangs für Empörung sorgenden 100 US-Dollar Aufpreis, welche auf ein angekündigtes Display zu zahlen sein sollten, begründete Nvidia damit, dass es sich dabei um umgebaute Monitore handele, bei denen die Elektronik, wie bei unserem Prototypen, ausgetauscht werden musste. Die Serienmodelle, welche es dann in den Handel schaffen, sollen gegenüber ihren nicht G-Sync-fähigen Pendants nicht so hochpreisig ausfallen, doch Nvidia betont, dass hier die Displayhersteller das Sagen haben. Gleichzeitig macht der Grafikspezialist allerdings keine Angaben, was die G-Sync-Elektronik gegenüber herkömmlich bestückten Monitoren kosten soll.

Wie funktioniert G-Sync?

Die Langfassung haben wir bereits zur Ankündigung der Nvidia-Technik im Artikel "Nvidia G-Sync - Potenzial, die Spieleindustrie zu verändern?" erklärt, daher geben wir hier nur einen kurzen Abriss. Als Spieler haben Sie die Wahl, die vertikale Synchronisation an- oder abzuschalten. Beides ist mit spezifischen Vor- wie Nachteilen verbunden.

V-Sync …

Mit V-Sync stellt der Monitor nur komplett fertige Bilder dar. Ist zum festgelegten Intervall - bei 60-Hz-Displays alle 16 Millisekunden, bei 120-Hz-LCDs alle 8 Millisekunden - eines da, wird dieses genommen. Ist keine neues fertig, da der PC zu langsam ist, wird das vorige Bild erneut angezeigt - im Extremfall kann das sogar mehrere Frames dauern. Ein Fortschritt in der Bewegung oder eine Reaktion auf die Spielereingabe findet nicht statt. Lag und Stuttering sind die Folge.

Battlefield 3: Ein übertriebener Fall von Tearing Quelle: Nvidia Battlefield 3: Ein übertriebener Fall von Tearing

No-Sync …

Ohne vertikale Synchronisation wird jedes fertige Bild zum Monitor geschossen, dessen Speicher dann beim Display-Refresh aus Bestandteilen mehrerer Einzelbilder mit gegeneinander verschobenem Inhalt bestehen kann. Bildrisse, sogenanntes Tearing, sind die Folge.

G-Sync ...

Ist G-Sync aktiv, kontrolliert die Grafikkarte den Monitor-Refreshzyklus. Das bedeutet, jedesmal wenn ein Bild fertig berechnet ist, sendet es die Grafikkarte zusammen mit einem Refresh-Kommando an ein entsprechend ausgerüstetes Display. Tearing wird durch die Synchronisation vermieden und es vergeht keine weitere Zeit zwischen fertigem Bild und dem nächsten Bildrefresh, was ansonsten theoretisch ebenfalls bis zu 15 ms dauern kann.

Praxistest im Video
Im Video versuchen wir, die Auswirkungen von G-Sync zu verdeutlichen - allerdings ist das ein schwieriges Unterfangen und selbst Nvidia hat bis heute kein Video veröffentlicht, das auch annähernd den Vorteil der Technologie zeigt. Wir haben trotzdem keine Zeit und keine Mühe gescheut, Unterschiede aufzuzeigen. Dazu haben wir unter anderem mit einer Go-Pro-Hero-3-Kamera gearbeitet, die 120 Fps aufzeichnet - so können wir die Ausgabe verlangsamen bei ca. 30 Fps.

G-Sync: Ein erstes Fazit
An dieser Stelle können und wollen wir nur ein erstes Fazit zur Technologie geben, nachdem wir G-Sync bereits Ende Oktober in Form einer Livedemo sehen konnten. G-Sync ist auf jeden Fall eine interessante Technologie und das Spielen an einem solchen LCD fühlt sich insgesamt noch etwas "runder" an als beispielsweise auf einem 120- oder 144-Hz-Display. Prinzipbedingt vermindert ein 120- oder 144-Hz-Display die sichtbaren Auswirkungen von G-Sync aber, allein, weil die Refreshzyklen mit 8 bzw. 7 ms deutlich dichter zusammen liegen als bei einem 60-Hz-Monitor (16 ms). Wer also bereits ein schnell schaltendes LCD besitzt, für den fällt der Unterschied nicht mehr so groß aus wie bei dem Besitzer eines herkömmlichen 60-Hz-LCDs.

Am deutlichsten ist der Unterschied und damit der Nutzen von G-Sync bei einem forcierten 60-Hz-Refresh und Bildraten zwischen 35 und 55 Fps zu sehen. Hier kann die Nvidia-Technik ihre Vorteile voll ausspielen, auch im Vergleich zu schnell schaltenden LCDs. Nichts ausrichten kann G-Sync bei Nachlade-Rucklern oder Ähnlichem - es wirkt ausschließlich gegen synchronisationsbedingte Artefakte und Verzögerungen. Die beste Überzeugungsarbeit leistet allerdings die eigene Erfahrung - LAN-Partys, Messen und Co. böten sich an, um zu prüfen, ob sich eine solche Investition für Sie persönlich lohnt.

Ein ausführlichen Test von G-Sync finden Sie übrigens in der kommenden PCGH 02/2014, die ab dem 2.1. im Handel ausliegt.

Bildergalerie

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    • Kommentare (48)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ralle_h
        Zitat von majinvegeta20
        Ich finde man sieht ganz deutlich einen Unterschied.
        Das liegt aber wohl immer im Auge des Betrachters.

        Manche sind eben weniger für so etwas empfindlich als andere.

        Lustigerweise nur auf meinem Desktop PC mit 120 Hz Monitor... auf meinem Ultrabook mit 60 Hz IPS Panel sieht es auch so aus, als würde G-SYNC und V-SYNC ruckeln (so wie ~AnthraX~ das meinte).

        Wirkt aber auf der YT Version glaube ich auch besser, der eingebundene Player hat bei mir gelaggt/gebuffert weil der Server wohl zu lahm ist

        Zitat von PCGH_Marc
        Das bitte mit 4K und 120 Hz als IPS

        +1 - auf 4K könnte ich (noch) verzichten, da gehen eh noch 1-2 GPU Generationen ins Land, bis das bei 120 fps spielbar wird

        Die spannenden Frage ist aber ja, ob man mit G-SYNC noch einen so merklichen Unterschied zwischen 60/120 Hz bzw. 72/144 Hz merkt, oder nicht.
      • Von ralle_h
        Zitat von majinvegeta20
        Ich finde man sieht ganz deutlich einen Unterschied.
        Das liegt aber wohl immer im Auge des Betrachters.

        Manche sind eben weniger für so etwas empfindlich als andere.

        Lustigerweise nur auf meinem Desktop PC mit 120 Hz Monitor... auf meinem Ultrabook mit 60 Hz IPS Panel sieht es auch so aus, als würde G-SYNC und V-SYNC ruckeln (so wie ~AnthraX~ das meinte).

        Wirkt aber auf der YT Version glaube ich auch besser, der eingebundene Player hat bei mir gelaggt/gebuffert weil der Server wohl zu lahm ist

        Zitat von PCGH_Marc
        Das bitte mit 4K und 120 Hz als IPS

        +1 - auf 4K könnte ich (noch) verzichten, da gehen eh noch 1-2 GPU Generationen ins Land, bis das bei 120 fps spielbar wird

        Die spannenden Frage ist aber ja, ob man mit G-SYNC noch einen so merklichen Unterschied zwischen 60/120 Hz bzw. 72/144 Hz merkt, oder nicht.
      • Von ThomasGoe69
        Naja....sollen NV und AMD halt Mantle und G-Sync jeweils an den anderen Konkurenten verteilen...das wäre es doch.
        Wünsche mir gerade eine Glaskugel...mit der Möglichkeit 2-3 Jahre in die Zukunft zu blicken.

        2017 hier im Forum gefragt. Kennen sie "noch" Mantle ??
        bzw.. Kennen sie noch G-Sync..?

        Oder wird sich eines erhalten ? Oder sogar beides...?
        Spannende Frage.
        ich fand das Video mit dem Pendel schon sichtbar, aber eher nicht spektakulär. Das kann aber auch dem Weihnachtsmarkt-Glühwein geschuldet sein....
      • Von unre4l Software-Overclocker(in)
        Hier war Müll ^^
      • Von FreiherrSeymore Software-Overclocker(in)
        Endlich kann man Downsampling + Flüssig bei neuen Spielen mit gängiger Hardware bekommen. So sind wir nicht mehr zwingend an die 60/120FPS gebunden.

        Ich werds mir auf jeden Fall zum Zocken besorgen und mein IPS hochkant zum Arbeiten als Zweitdisplay abbesstellen.
      • Von X-CosmicBlue BIOS-Overclocker(in)
        Verdammt, ich bin positiv überrascht. Warum nur NVidia-only?
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