[PLUS] Scharfes Flimmern: 4 Monitore mit Low Motion Blur im Test
PCGH Plus: LCD-Monitore zeigen bei schnellen Bewegungen technisch bedingt ein verwaschenes Bild mit Schlieren. Sie werden mit einem flimmernden Hintergrundlicht ausgeblendet. Was taugt die Technik? PCGH testet vier Monitore mit Low Motion Blur. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 02/2018.
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Es gibt leider keine einheitliche Bezeichnung für die sogenannte Unschärfereduzierung von Monitoren - jeder Hersteller verwendet seinen eigenen Marketingbegriff dafür. Alle G-Sync-Monitore verfügen etwa über Ultra Low Motion Blur (ULMB), Benq spricht von Dynamic Accuracy (DyAc), bei Samsung heißt sie "advanced motion blur reduction". Prinzipiell handelt es sich aber immer um dieselbe Technik, die wir "Low Motion Blur" (LMB) nennen: Die Hintergrundbeleuchtung des Monitors flimmert synchron mit der Bildwiederholrate - sie wird also ganz schnell an- und ausgeschaltet. Der Moment, in dem ein Pixel die Farbe ändert und bei konstanter Beleuchtung daher für Schlieren im Bild sorgen würde, wird dadurch ausgeblendet. Unser träges Auge nimmt das Flimmern nicht als solches wahr, sondern sieht einen gleichmäßigen Farbton. An sich wird damit das Flimmern eines Röhrenbildschirms nachempfunden. Mit dem flimmernden Hintergrundlicht hätten wir eigentlich auch schlierenfreie LCDs.
In der Praxis gibt es aber einige Nachteile. So ist die Technik nicht kompatibel mit einer dynamischen Bildwiederholrate - sprich Free- oder G-Sync. Oft funktioniert sie auch nur mit einer niedrigeren Bildfrequenz, bei vielen 144-Hz-Monitoren etwa nur bei 120 Hz. Zudem wird das Bewegtbild auch mit LMB nicht immer vollständig schlierenfrei. Außerdem haben die Monitorhersteller erst das Flimmern zur Helligkeitsregulierung abgeschafft, da ein flimmerfreies Bild die Augen weniger anstrengen soll und empfindliche Gemüter weniger zu Kopfweh neigen. Mit LMB wird aber wieder geflimmert.
Die Amplitudenlänge entscheidet über die Qualität des LMB. Ist die die angeschaltete Phase etwa zu lange, verfehlt das Flimmern seinen Zweck, indem Bewegungen noch immer sichtbar schlieren. Ist die dunkle Phase zu lange, leidet die Bildschirmhelligkeit darunter. Sind beide jeweils gleich lang, ist die Hintergrundbeleuchtung nur halb so hell. Ältere Modelle regulieren somit, also mit der sogenannten Pulsweitenmodulation (PWM), auch die Bildschirmhelligkeit, doch darum geht es hier nicht. Hier soll die PWM Schlieren quasi ausblenden. Bei manchen Modellen kann die PWM im Monitor-Menü etwas reguliert werden.
Präzise Messung mit dem Oszilloskop
Zum Test nutzen wir ein USB-Oszilloskop: Das Voltcraft DSO-1052 hat eine Auflösung von 8 Bit und 50 MHz Bandbreite.
Beim USB-Oszilloskop handelt es sich um ein Voltcraft DSO-1052 mit einer Auflösung von 8 Bit und 50 MHz Bandbreite. Der Messkopf ist eine Individuallösung von Dr. Michael Becker von der Firma Display Messtechnik GmbH, die er uns dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat. Es handelt sich um eine Fotodiode mit Verstärkerschaltung und wurde zur Reaktionszeitmessung entwickelt.
Wir prüfen die Amplitudenlänge der LMB-Technik mit dem Oszilloskop, das wir auch für die Messungen der Reaktionszeiten verwenden. Wie gut das Ergebnis schließlich ist, beurteilen wir Anhand von Fotos. Dazu starten wir den Ghosting-Test, der unter testufo.com/ghosting zu finden ist. Das vorbeifliegende Ufo wird mit der Bewegung fotografiert, sodass die Schlieren von der Kamera erfasst werden. Der Test ist ausführlich bei den Kollegen von blurbusters.com beschrieben.
Asus PG27VQ: ULMB hier eigentlich überflüssig
ASUS PG27VQ
Der PG27VQ ist der beste Beweis dafür, dass es qualitativ gute TN-Panels gibt. Mit seinen echten 8 Bit (statt 6 Bit mit FRC) an Farbtiefe und einer ziemlich guten Blickwinkelstabilität ist er selbst für das geübte Redakteursauge auf den ersten Blick nicht von IPS-Panels zu unterscheiden. Die Farbraumabdeckung mag zwar nicht so hoch sein wie bei IPS, sie ist jedoch für Privatanwender und erst recht Gamer irrelevant, denn subjektiv ist die Bildqualität sehr gut - auch in Bewegungen. Denn wir messen im Schnitt 2,3 ms, damit gehört er zu den schnellsten Monitoren auf dem Markt mit nahezu keinen Schlieren.
Dementsprechend ist hier die ULMB-Funktion, über die jeder G-Sync-Monitor verfügt, eigentlich auch überflüssig. Mit dem Testufo sind zwar Unterschiede ersichtlich, in der Praxis, sprich: in Spielen, sind sie kaum wahrnehmbar. Es lohnt sich in diesem Fall also nicht, von 144 Hz auf 120 Hz herunterzuschrauben oder gar G-Sync dafür zu deaktivieren. Im Monitor-Menü kann die Pulsbreite, also die Schwarzbildphase, justiert werden. Dadurch wird das Bild aber nicht schärfer, sondern wegen längerer Schwarzphase nur dunkler. Die Pulsbreite lässt man daher besser auf 100 Prozent.
Bildvergleich ASUS PG27VQ: Der Unterschied ist nur im direkten Bildervergleich so deutlich. Die Reaktionszeiten sind auch ohne ULMB hervorragend, sodass der PG27VQ es nicht benötigt.
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Im Folgenden finden Sie Tests von 4 Monitoren:
- Asus PG27VQ
- Benq Zowie XL2536
- LG 27GK750F
- Samsung C49HG90
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