[PLUS] Gaming-Monitor optimal einstellen und kalibrieren
PCGH Plus: Eine Monitorkalibrierung ist eigentlich nur für Grafiker relevant. Aber auch Spieler können an einigen Stellschrauben drehen, um das bestmögliche Bild angezeigt zu bekommen. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 02/2022.
Auf dieser Seite
- 1 Justieren statt kalibrieren
- 2 Monitor richtig aufstellen
- 3 Helligkeit und Kontrast einstellen
- 4 Farbstich ausgleichen
- 5 Nachgemessen: Farbtreue eines Gaming-Monitors
- 6 Grafiktreiber-Regler
- 7 Overdrive: Schlierenfrei spielen
- 8 Overdrive: Kristallbeschleuniger
- 9 Kein On-Screen-Display beim Notebook
- 10 Der "sRGB-Modus"
- 11 Qualitätsprüfung mit Testbildern
- 12 Ingame-Justierung
Den Monitor auspegeln
Damit ein Foto auf dem Monitor nahezu genauso aussieht wie auf dem Ausdruck, ist ein hochwertiges Modell erforderlich, das oftmals schon ab Werk kalibriert) und justiert) ist und einen vierstelligen Preis kostet. Die hohe Bildqualität hat ihren Preis: Das Display ist meist nicht sehr reaktionsschnell, was aber einem Photoshopper auch herzlich egal sein kann. Die Prioritäten eines Gamers sind genau andersherum: Eine schnelle Reaktionszeit ist weitaus wichtiger als eine hohe Farbtreue. Beides steht aber heutzutage nicht mehr unbedingt im Widerspruch. Denn die Zeiten sind vorbei, wo man sich entweder für ein reaktionsschnelles, aber farbschwaches TN-Panel oder eben für ein eher langsames, aber farbstarkes IPS-Panel entscheiden muss. Mittlerweile haben beide Panel-Techniken an ihren jeweiligen Schwächen gefeilt, IPS etwas mehr, weswegen IPS mittlerweile TN komplett abgelöst hat. Außerdem bietet die werksseitige Standardeinstellung eines Monitors fast immer die beste Farbqualität, sodass man hier eigentlich nicht mehr nachjustieren muss.
Denn eine Kalibrierung des Monitors, erst recht eine mit einem Farbmessgerät, einem sogenannten Kolorimeter, ist für Gamer oder Privatanwender nicht notwendig. Danke, dass Sie bis hierher gelesen haben. Spaß beiseite: Auch wer nicht unbedingt auf dem Monitor exakt dieselben Farben sehen muss, die hinterher ein Drucker auf dem Papier ausgibt, sollte sich zumindest in die Untiefen der Monitor-Einstellungen begeben, um das Beste mit überschaubarem Aufwand aus dem Gerät herauszuholen. Während professionelle Grafiker ihren Bildschirm regelmäßig mit dem Farbkalibrierer auspegeln sollten, reicht es für den Otto Normal-Gamer absolut aus, nach dem Aufstellen an einigen wenigen Stellschrauben zu drehen. Einige Tools und Testbilder helfen dabei und die stellen wir hier allesamt vor. Haben Sie Ihren brandneuen Monitor direkt nach dem Auspacken angeschmissen und sind prompt vom Bild enttäuscht? Geben Sie ihm etwas Zeit: Nach einer halben Stunde spätestens ist das Panel aufgewärmt. Die Pixel-Reaktionszeiten verändern sich nämlich etwas mit der Temperatur und können gerade nach einer winterlichen Lieferung etwas träge sein, was sich in stärkeren Bewegungsschlieren zeigt.
Mit der Windows-Bildschirmkalibrierung lässt sich der Monitor auf ein Niveau einstellen, das für Privatanwender absolut ausreichend ist. Einfach Windowstaste drücken und „dccw“ eingeben.
Justieren statt kalibrieren
Ein kurzer Absatz zu den Begrifflichkeiten, weil die Kalibrierung fast immer falsch verwendet wird: Ist von einer Kalibrierung eines Monitors die Rede, wird eigentlich fast immer das Justieren gemeint. In der Wortbedeutung gibt es hier einen wesentlichen Unterschied: Im technischen Sinnen bedeutet das Kalibrieren das Messen einer Abweichung vom Bezugswert und die Dokumentation davon (im Kalibrierungsbericht). Also wie weit die tatsächlich angezeigte Farbe weg vom Soll liegt. Das eigentliche Austarieren der Abweichung mittels Stellschrauben im Monitor-OSD oder Profilierung per ICC-Datei wird in der Technologie Justieren genannt. Also: Nur ein Kolorimeter kann kalibrieren. Wenn Sie selbst an den Monitor-Reglern herumschrauben, dann "justieren" Sie und "kalibrieren" nicht. Jedem Ingenieur rollen sich die Fußnägel auf, wenn in so manchem Internet-Tutorial etwas von "Helligkeit kalibrieren" oder "Kontrast kalibrieren" zu lesen ist. Denn fast immer ist dort das Einstellen (= die Justierung) und nicht die Prüfung (=Kalibrierung) gemeint.
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Folgende Themen finden Sie im Artikel:
- Justieren statt kalibrieren
- Monitor richtig aufstellen
- Helligkeit und Kontrast einstellen
- Farbstich ausgleichen
- Nachgemessen: Farbtreue eines Gaming-Monitors
- Grafiktreiber-Regler
- Overdrive: Schlierenfrei spielen
- Overdrive: Kristallbeschleuniger
- Kein On-Screen-Display beim Notebook
- Der "sRGB-Modus"
- Qualitätsprüfung mit Testbildern
- Ingame-Justierung
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