[PLUS] CRT vs. LCD: Sind Röhrenmonitore noch zeitgemäß?
PCGH Plus: Lohnt es sich im Zeitalter von Hochfrequenz-LCDs noch immer, in die Röhre zu gucken? Wir machen den Praxistest mit einem antiken Relikt. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 12/2019.
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Die Röhre reanimiert
Bestnoten für den Iiyama Vision Master Pro 454 in Ausgabe 02/2002. Vor 17 Jahren war der letzte Röhrenmonitor in der Redaktion ein Top-Modell.
Früher war bekanntlich alles besser: High-End-Grafikkarten waren noch bezahlbar, wenn auch nicht mehr aus Holz, aber kosteten nicht unbedingt eine Niere. Spiele gab es noch zu einem einmaligen Festpreis, ohne Folgekosten für Abo-Modell, Extra-Skins oder Lootboxen, und Monitore waren noch schlierenfrei, wenn auch gut und gerne 20 Kilo schwer. Ganz genau, ich spiele auf die Zeit der Röhrenmonitore an, die erst vor circa zehn Jahren so richtig endete. Mittlerweile sollte auch die letzte Braunsche Röhre aus jedem Wohnzimmer und jedem Büro verbannt sein. Nun haben wir scheinbar die Zeit der klobigen Bildschirmkolosse überwunden, da singen die Kollegen von Digital Foundry plötzlich ein Loblied auf eine alte High-End-Röhre von Sony. Wie toll doch alles auf der Flimmerkiste aussehe mit "Control" samt aktueller Raytracing-Grafik - mehr noch: Daran soll kein moderner 144-Hz-Monitor rankommen - mit seinen lahmen Flüssigkristallen. Klingt schlüssig, denn Bewegungsunschärfe und Schlieren sind nach wie vor Feinde eines jeden Gamers. Klar sind LCD-Panels mit den Jahren hier immer besser geworden, die Bewegtbildschärfe eines CRT-Monitors haben sie aber noch nicht ganz erreicht.
Circa 2010 wurde der Röhrenmonitor für Gamer dann doch so langsam überflüssig, als die LCD-Monitore mit 120 Hz allmählich erschwinglich wurden und in der horizontalen Bildfrequenz den Röhrenbildschirmen ebenbürtig wurden. Trotz hoher Bildaktualisierungsrate, die heutzutage im Mainstream auch nicht viel höher ist, hatten sie noch mit mehreren LCD-Kinderkrankheiten zu kämpfen: Die Reaktionszeiten waren durchgehend zweistellig, sie schlierten also noch richtig dicke, die Blickwinkelstabilität war noch richtig schlecht und manche Modelle wiesen einen zusätzlichen Input Lag auf. Die Kathodenstrahlröhre hat all diese Nachteile nicht, die gerade für E-Sport-Profis gravierend sind, weswegen Letztere noch lange mit der Röhre zockten - verständlicherweise. Ganz verschwunden sind die Nachteile bei aktuellen LCDs auch jetzt noch nicht, jedoch stets deutlich geringer. Mittlerweile gibt es blickwinkelstarke TN- und schnelle IPS-Panels.
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Folgende Themen finden Sie im Test:
- Iiyama Vision Master Pro 454 (HM903DT)
- Die Röhre reanimiert: Unsere High-End-Röhre
- Wahrheit oder nicht: "Ein CRT hat keine Reaktionszeit und keinen Input Lag"
- Bildvergleich: Nur in Bewegung gestochen scharf
- Testtabelle: CRT vs. LCD
- Das meinen 4 PCGH-Redakteure
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