LG-Studie zu 480-Hz-OLED: 38 Prozent höhere Trefferquote gegenüber 60 Hz
LG Display nennt neue Messwerte zu Gaming-OLEDs: In einem FPS-Test stieg die Trefferquote bei 480 Hz deutlich gegenüber 60 Hz. Für E-Sportler ist das spannend - für alle anderen lohnt der Blick auf die Details.
LG Display hat neue Ergebnisse einer experimentellen Studie zu Gaming-OLEDs veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht eine Frage, die viele PC-Spieler beim Monitorkauf beschäftigt: Bringen sehr hohe Bildwiederholraten wie 480 Hz im Spiel tatsächlich messbare Vorteile oder vor allem gute Marketingzahlen? Laut LG Display wurden 31 erwachsene männliche "General Gamer" in einem FPS-Szenario getestet. Die Teilnehmer spielten mit 60, 240, 360 und 480 Hz in zufälliger Reihenfolge. Bewertet wurden unter anderem Trefferzahl, Zeit vom Erscheinen bis zum Ausschalten eines Ziels sowie subjektive Eindrücke wie Bildflüssigkeit, Tracking und Präferenz.
Das auffälligste Ergebnis: Bei 480 Hz soll die Trefferquote gegenüber 60 Hz um 38 Prozent gestiegen sein, allerdings ohne dass von LG alle Details zur Basislinie und Übertragbarkeit hervorgehen. Selbst nach dem Sprung auf 240 Hz habe es laut LG Display bei 480 Hz noch einmal ein Plus von 10 Prozent gegeben. Zusätzlich nennt der Hersteller eine Reduzierung des Input Lags um mehr als 10 Millisekunden bei 480 Hz im Vergleich zu 60 Hz. LG führt die Vorteile auf die Kombination aus hoher Bildwiederholrate, OLED-typisch schneller Pixelreaktion und weniger Bewegungsunschärfe zurück.
480 Hz sind vor allem für schnelle FPS relevant
Einordnen muss man dabei, dass LG Display als Panelhersteller ein offensichtliches Interesse daran hat, die Vorteile schneller OLED-Displays herauszustellen. Der Test zielte zudem auf schnelle Shooter ab, also genau auf Szenarien, in denen Zielerfassung, Bewegungsverfolgung und niedrige Latenz zählen. Wer hauptsächlich Singleplayer-Rollenspiele, Strategie oder grafiklastige AAA-Titel spielt, bekommt durch 480 Hz nicht automatisch denselben Mehrwert. Entscheidend ist außerdem, ob die eigene Hardware die nötigen Bildraten liefern kann. Ein 480-Hz-Panel entfaltet seinen Vorteil erst dann sinnvoll, wenn CPU, GPU und Spielsettings konstant sehr hohe Fps ermöglichen.
Die Studie passt zu LG Displays aktueller OLED-Offensive: Der Hersteller verweist in der Meldung auch auf sein 27-Zoll-OLED-Panel mit 540/720 Hz per DFR, das im Mai von der Society for Information Display als "Display of the Year" ausgezeichnet worden sei. CTO Choi Young-seok kündigt an, LG Display werde auf Basis solcher Produkte die eigene Wettbewerbsfähigkeit im Gaming-Display-Markt weiter stärken.
Herstellerstudie mit klaren Grenzen
Die Ergebnisse sind interessant, weil sie einer technischen Spezifikation einen praktikablen Mehrwert zuordnen, sollten aber nicht als allgemeingültiger Beweis für jeden Spieler gelesen werden. Die Stichprobe ist mit 31 Personen klein, zudem nennt LG ausschließlich männliche Teilnehmer und ein Szenario mit kompetitiven Shootern. Für einen wissenschaftlicheren Ansatz wären unabhängige Tests mit verschiedenen Spielen, Skill-Leveln, Panels und Eingabegeräten deshalb wichtig.
Auch frühere Forschung kommt nicht immer zu identischen Ergebnissen: Eine 2024 veröffentlichte Studie zu Shootern fand signifikante Leistungsunterschiede vor allem bei 30 Hz, nicht durchgehend zwischen höheren Stufen. Ein weiteres Papier aus dem Jahr 2025 kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass der Zusatznutzen mit steigender Bildwiederholrate kleiner wird, betont aber zugleich, dass individuelle Fähigkeiten und Trainingseffekte die Messergebnisse stark beeinflussen können.
Für Kaufinteressenten lautet die praktische Empfehlung: 480 Hz und mehr lohnen sich vorwiegend für kompetitive Shooter-Spieler, die bereits eine sehr hohe Framerate erreichen und möglichst geringe Latenzen priorisieren. Wer gezielt auf 480 Hz oder mehr geht, priorisiert in der Regel maximale Bewegungsschärfe und minimale Latenz vor klassischem Allround-Komfort. Je nach Modell bedeutet das nicht zwingend weniger Auflösung, wohl aber höhere Kosten, stärkere Anforderungen an CPU und GPU sowie typische OLED-Abwägungen bei Textdarstellung, Helligkeitsverhalten und Burn-in-Schutz. In manchen Szenarien ist es dann sogar sinnvoller, zum klassischen LCD-Panel zu greifen - etwa, wenn der Monitor tagsüber als Home-Office-Gerät in einem hellen Raum genutzt werden soll. Grundlegend gilt dabei immer: Der PC muss die Bildraten auch im gewünschten Titel möglichst nativ liefern können.
[PLUS] Tandem-OLED im Test mit Deep Dive: Was leistet der Asus ROG Swift PG27AQWP-W?
PCGH Plus: Asus ROG Swift PG27AQWP-W ist einer der ersten Monitore mit der neuen RGB-Tandem-OLED-Technik. Der 27-Zoll-WQHD-Monitor bietet obendrein bis zu 1.500 cd/m² Leuchtkraft sowie 540/720 Hertz im Dual Mode. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 02/2026.
mehr ...
Mitmachen und kommentieren
Was sagen Sie zur Studie? Die PCGH-Redaktion freut sich über Ihre fundierte Meinung in den Kommentaren zu dieser Meldung. Sollten Sie noch keinen Extreme-Account haben, laden wir Sie zu einer Registrierung im Forum ein. Beachten Sie beim Kommentieren aber bitte die gültigen Forenregeln. Folgen Sie gerne PCGH bei 🔈 Youtube oder 💬 Whatsapp und erhalten Sie Neuigkeiten zu Grafikkarten, CPUs und Gaming direkt in Ihrem Feed.



Verstellt dann die Bildwiederholfrequenz eures Monitors von 60 - bis Max. und wiederholt den Test.
Danach könnt ihr euch selber beantworten ob die höhere Bildwiederholfrequenz des Monitors auch eure Reaktonszeit um bis zu 38% verbessert hat.
Glaube ist alles.
Habe gerade ein bisschen damit gespielt und bei mir läuft es eher auf die Beobachtung von [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] hinaus: Bei 60Hz ist meine Reaktion etwas langsamer (ca 180ms) als bei 360Hz (ca 160ms). Aber bei 120Hz ist der Effekt eigentlich auch schon da, darüber hinaus wurde ich nicht wirklich schneller.
Ist ja auch sehr plausibel, bei 60Hz kommt das Bild ja (je nach weiteren Verzögerungseffekten) etwas weniger als 16.66ms später an. Bei 120Hz ist die Verzögerung nur noch 8.33ms, d.h. der zeitliche Gewinn ist minimal und schwindet immer mehr bei hohen Framerates
Verstellt dann die Bildwiederholfrequenz eures Monitors von 60 - bis Max. und wiederholt den Test.
Danach könnt ihr euch selber beantworten ob die höhere Bildwiederholfrequenz des Monitors auch eure Reaktonszeit um bis zu 38% verbessert hat.
Glaube ist alles.
Verstellt dann die Bildwiederholfrequenz eures Monitors von 60 - bis Max. und wiederholt den Test.
Danach könnt ihr euch selber beantworten ob die höhere Bildwiederholfrequenz des Monitors auch eure Reaktonszeit um bis zu 38% verbessert hat.
Glaube ist alles.
Du könntest mal bisschen vom hohen Ross runterkommen.
Und dass das Auge das nicht verarbeiten könne, ist so nicht korrekt.