LCD-Monitore: Das TN-Patent wird 50 Jahre alt - ein Überblick
Am 4. Dezember 1970 wurde das Patent für die TN-Zelle erteilt, das die Grundlage für moderne Flüssigkristallanzeigen (LCDs) darstellt. Von der ersten Entwicklung bis zur Marktführerschaft war es ein langer Weg.
Wenn man bedenkt, wie lange sich Röhrenmonitore noch halten konnten, mag man es kaum glauben: Gestern vor 50 Jahren, am 4. Dezember 1970, wurde die TN-Zelle patentiert. Damals meldeten Martin Schadt und Wolfgang Helfrich über das Schweizer Pharmaunternehmen Roche die "nematische Drehzelle" als Patent an, die auch heute noch die Grundlage für viele aktuelle Bildschirme darstellt.
Der lange Weg zum LCD
Die grundlegende Technik der Flüssigkristallanzeigen wurde sogar noch früher entdeckt: 1936 ließen sich die Briten Barnett und Nyman Levin die Verwendung von Flüssigkristallen als eine Art Lichtventil patentieren, und schon 1888 experimentierte der Botaniker Friedrich Reinitzer mit dem Flüssigkristall Cholesterylbenzoat. Dabei stellte er Farbspiele beim Schmelzen und Erstarren des Materials fest.
Quelle: Miro
Vor den LC-Displays waren Röhrenmonitore der Stand der Technik. Aufgrund ihrer Bauweise mussten diese aber ein sehr tiefes Gehäuse haben, außerdem gab es weitere Probleme wie einen hohen Stromverbrauch oder das altbekannte "Flimmern".
Auch das erste LCD-Display kam schon vor dem Patent von Schadt und Helfrich: Die Radio Corporation of America brachte bereits 1968 die erste Flüssigkristallanzeige auf den Markt, die aber auf einer anderen Technik basierte. Sie setzte zur Ansteuerung auf den Dynamic Scattering Mode, der sich im Gegensatz zu den TN-Zellen aber nicht durchsetzen konnte.
Doch auch mit der Erfindung der TN-Zelle waren noch nicht alle Probleme behoben: Mangels Hintergrundbeleuchtung waren die Displays zu kontrastarm und zudem aufgrund der damaligen Ansteuerungstechnik von Darstellungsfehlern geplagt. Bis TN-Displays wirklich marktreif wurden, und auch nicht mehr mit defekten (Sub-)Pixeln zu kämpfen hatten, vergingen Jahrzehnte. Der Siegeszug der LC-Displays verzögerte sich somit deutlich: Erst 2003 wurden in Deutschland mehr LCDs als Röhrenbildschirme verkauft.
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Auch heute setzen viele Bildschirme noch auf Flüssigkristallanzeigen. Neben den TN-Zellen gibt es inzwischen aber auch zahlreiche Monitore, die auf die konkurrierenden Techniken VA oder IPS setzen. Mit neuen Ansätzen wie OLED oder Mikro-LED sind zudem potentielle Nachfolger der Technik in Arbeit, die noch weitere Möglichkeiten bieten sollen. Zumindest in den nächsten Jahren dürften Flüssigkristallanzeigen ihre Stellung aber noch verteidigen können.
Quelle: Heise, Wikipedia (Schadt-Helfrich-Zelle), Wikipedia (Flüssigkristall)

den Preis
OT: Was ich aber noch immer nich versteh is warum es 2 Verfahren geben muss.
den Preis
Ich schrieb ja auch voll spieletauglich und nicht gleichwertig/besser als Röhrenmonitore.
Mit 120Hz+ kann man schon verdammt gut zocken.