Samsung QD-OLED: Bericht über sehr niedrige Ausbeute in der Panel-Produktion
Aktuell macht ein Bericht die Runde, dass Samsung bei QD-OLED, die Serienfertigung startete im November, größere Probleme bei der Ausbeute hat.
Eine der wirklichen Überraschungen auf der CES 2022 war, dass Samsung keine QD-OLED-Fernseher vorgestellt hat und stattdessen Sony der bisher einzige bekannte Kunde ist, der die Panels von Samsung Display in Modellen für das Jahr 2022 verbaut. Bereits im letzten Jahr pfiffen die Spatzen von den Dächern, dass trotz aller internen Widerstände im südkoranischen Konzern die OLED-Technik auch via Samsung-Geräte auf den Markt kommen soll. Nun liefert ein Bericht von The Elec einen möglichen Grund dafür, warum man als Kunde bislang nur Sony vorweisen kann.
Demnach hat Samsung massive Probleme bei der Ausbeute der QD-OLED-Panels und ein schnelles Ende soll auch nicht in Sicht sein. Die Ausbeute soll letztlich bei gerade einmal 30 Prozent im sogenannten front-end liegen, so der Bericht, in dem es heißt, dass man unter anderem Probleme beim Auftragen des organischen Materials hat.
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Mehr als 2/3 der Panels Schrott?
Rechnet man das sogenannte back-end ein, also die Weiterverarbeitung der beschichteten Panels, soll die Ausbeute sogar unter 30 Prozent fallen. In Summe bedeutet das laut Bericht eine Kapazität von rund 30.000 Muttergläsern pro Monat auf der 8.5G-Line, welche 2,2 x 2,5 Meter große Panels liefert, die dann in die entsprechenden Formate für die Produktion der Geräte zugeschnitten werden. Anhand dieser Zahl von Panels ließe sich erklären, warum gerade Sony als heute eher Kleinserienhersteller für Premium-Geräte mit QD-OLED startet.
Die Kapazitäten von Samsung Display sollen wohl bei rund einer Million Panels jährlich liegen, wenn Samsung es schafft, die Ausbeute auf ein halbwegs kompetitives Niveau anzuheben - 70 Prozent. Zum Vergleich wird LG angeführt, wo man die OLED-Technik über lange Zeit sowohl technisch aus auch im Prozess verbessert hat - da sind es jährlich 10 Millionen Panels. Pro Monat könnte LG 170.000 Muttergläser in den Werken in China und Südkorea in 8.5G und 10G produzieren, das zehnfache der Samsung-Kapazität.
Noch Ende November hatte Samsung zu Protokoll gegeben, dass sich die Ausbeute wesentlich verbessert habe. Offenbar fehlt es neben möglichen konstruktiven Besonderheiten auch an Prozesserfahrung, da man großformatige OLED-Panels einst nicht weiter verfolgte, während der südkoranische Mitbewerber LG am Ball blieb und sich durch die schwierigen Jahre kämpfte. Auf Erfahrungswerte bei der Produktion der kleinformatigen Super-AMOLED-Panels kann man wohl nicht zur Gänze setzen, da sich die Techniken unterscheiden. Samsungs großformatige OLED-Panels setzten auf drei blaue Pixel, die ihr Licht selbst emittieren. Das RGB-Spektrum wird über Farbfilter realisiert, die vom Marketing Quantum-Dot-Schicht getauft wurde. LG setzt derweil auf WRGB, also drei Pixel in den Grundfarben und ein weißes Pixel, um zulasten der Farbtreue die Helligkeit zu erhöhen.
Samsung versprach für seinen Ansatz mehr Farbtreue und bis zu 1.000 Candela pro Quadratmeter Spitzenhelligkeit. Und das war wohl schon den Managern zu wenig, denn die bislang bevorzugte LCD-Technik liefert bis zu 3.000 Candela pro Quadratmeter zu bezahlbaren Preisen. So soll sich Samsung Electronics lange gewehrt haben, die bei Samsung Display angebotenen Panels zu verwenden. Doch der wirtschaftliche Druck bei LCD-Technik von günstigen Panels aus China geht auch an Samsung nicht vorbei, wo man bereits erste Fertigungsstraßen auf Super-AMOLED umrüstet und LCD-Panels von chinesischen Zulieferern bezieht. Zur großen Überraschung der Tester war zum Beispiel beim Q85A ein IPS- statt des erwarteten VA-Panels verbaut, was zulasten des Kontrastes ging.
Rückschlag für PC-Nutzer
Insbesondere für Spieler sind die Nachrichten nicht so gut, denn da gab es Hoffnung, dass Samsung mit dem 34 Zoll großen Panel OLED im Monitor-Bereich salonfähiger macht. LG hatte sich da bisher vornehm zurückgehalten; das kleinste Gerät ist der 42er OLED-TV. Ein angebotener Monitor setzt, wie die meisten anderen Geräte in diesem Bereich, Technik von JOLED ein, die zwar hochwertig ist und deswegen unter anderem in der Medizin eingesetzt wird, aber auch teuer. Für Notebooks gibt es von Samsung auch OLED-Panels, die zählen aber noch um kleinformatigen Super-AMOLED, wie es bei Smartphones und Tablets verwendet wird.
Dass Samsung nicht aus dem Stand die Welt erobert, war wohl absehbar. LG benötigte auch seine Zeit, um Technik und Fertigung in den Griff zu bekommen. Umso spannender ist nun, wie es um die Geduld der südkoranischen Manager bestellt ist. Versucht man, die Prozessprobleme zu lösen, oder lässt man das Unterfangen doch wieder fallen? Es wäre dann das zweite Mal, dass großformatiges OLED bei Samsung nicht zum Zuge kommt.
Quelle: The Elec
Ich bin gespannt auf die ersten Tests.
Vllt würde ich, bei guten Ergebnissen, beim Nachfolgemodell nächstes Jahr dann zuschlagen.
Sofern die Preise nicht exorbitant zu hoch sind im Vergleich zu anderen OLED-Geräten.
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