Minecraft auf einer LED-Lampe: Hacker zeigt, was wirklich möglich ist
Ein Bastler zeigt, was möglich ist: Eine günstige Smart-Home-LED-Lampe von Aliexpress wurde zum Mini-Minecraft-Server umfunktioniert - dank RISC-V-Chip und schlanker Open-Source-Software.
Ein ungewöhnliches Bastelprojekt macht derzeit in der Tech-Community die Runde: Der Hardware-Hacker "Vimpo" hat einen Minecraft-Server auf einer günstigen Smart-Home-LED-Glühbirne von Aliexpress zum Laufen gebracht. Herzstück der Lampe ist ein BL602-Mikrocontroller mit einem einzelnen RISC-V-Kern, der mit bis zu 192 MHz taktet und 276 KiB RAM sowie 128 KiB ROM bietet - also weit entfernt von typischer Server-Hardware. Logischerweise besitzt die Lampe auch ein WLAN-Modul, das von Bouffalo Lab stammt.
Im Video zeigt Vimpo, wie er die Lampe öffnet, den Controller freilegt, ihn mit Drähten versieht und per USB-zu-Seriell-Adapter an einen PC anbindet. Anschließend wird eine angepasste Firmware geflasht und der kompakte Minecraft-Server installiert. Die Glühbirne fungiert danach gleichzeitig als Leuchtmittel und als Minecraft-Server, mit dem sich Clients im lokalen Netzwerk verbinden können.
Ucraft: Mini-Server im Kilobyte-Bereich
Basis des Projekts ist das Open-Source-Projekt "Ucraft", eine extrem schlanke Minecraft-Server-Implementierung, deren Binärdatei in der Standardkonfiguration nur wenige Dutzend Kilobyte umfasst und Welten im Bereich von rund 90 KB verwaltet. Trotz der winzigen Ressourcen sollen in theoretischen Worst-Case-Szenarien bis zu etwa zehn Spieler möglich sein, allerdings mit deutlich reduzierter Funktionalität im Vergleich zu einem normalen Minecraft-Server. Es geht hier am Ende aber auch mehr um die Machbarkeit des Projekts als um das Endergebnis als permanenter Server.
Ucraft ist auf Github dokumentiert, inklusive Anleitung zum Bauen der Server-Software unter Linux. Im Video fällt nebenbei noch der obligatorische "i use arch btw"-Kommentar - ein Augenzwinkern in Richtung Linux-Meme-Kultur.
Kreative Hardware-Hacks als Inspiration
Das Projekt zeigt, wie weit sich günstige IoT-Hardware zweckentfremden lässt, wenn genügend Know-how und Neugier im Spiel sind. Für Bastler dürfte die LED-Lampe-Server-Idee eine Inspiration sein, selbst mit billigen Smart-Home-Komponenten zu experimentieren - auch wenn Sie Ihren nächsten "richtigen" Minecraft-Server vermutlich weiterhin lieber auf klassischer PC-Hardware betreiben werden.
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Unglaublich wie viel Rechenpower/Kapazitäten heutige Alltagsgegenstände schon haben... und es zeigt auch, wie klein man den Code doch machen kann. Denke da zB auch an die ganzen Sachen aus der Demo-Scene. 4k-Demos (also Kbyte, nicht die Auflösung) mit teils prächtiger 3D-Grafikloops und brauchbarer Musik dazu, und scrollende, fliegende Texte mit allen möglichen Farben. Fand das schon immer faszinierend, was man so alles aus Technik rausholen kann, wenn man es klug anstellt.
Meinen höchsten Respekt an diese Modder und Coder und Bastler!
Immer wieder erstaunlich was einige auf die Beine gestellt bekommen!