[26/11/2021] ChatGPT … wirft mehr Fragen auf, als es beantwortet. Was eigentlich ein Todesstoß für ein Fragen-beantworten-Tool sein sollte, aber leider nicht so wahrgenommen wird – und damit ein Paradebeispiel für die wahre, schleichende Gefahr von KIs ist: Nein, die werden nicht plötzlich die Weltherrschaft übernehmen. (Hoffe ich!) Aber egal ob ChatGPT, Precops oder FSD, sie alle suggerieren erfolgreich, man könne sich auf sie verlassen, obwohl sie regelmäßig Fehler (re-)produzieren. Verkehrsschilderkennungen wurden schon mit kleinflächigen, abstrakten, für Menschen sofort als irrelevant erkennbaren Mustern dazu gebracht, Tempo 100 statt Tempo 30 anzunehmen. Wann und wo andere KIs ein teilweise oder vollkommen falsches Ergebnis liefern, kann niemand vorhersagen, denn die antrainierten Muster sind eine undurchschaubare Black Box. Eigentlich müsste man also jedes KI-Ergebnis manuell überprüfen – aber dann würde die KI einem ja keine Arbeit mehr „abnehmen“. Viel bequemer ist es, einfach blind zu glauben, die Arbeit wäre sauber erledigt worden. Mal stimmt das und alles ist gut, mal nicht. Als „Informations“-Tools missbrauchte Chatbots sehe ich hier als besonders problematisch an, denn innerhalb einer Bubble sind falsche Angaben kaum erkennbar. Während ein Fehler im FSD spätestens dann auffällt, wenn der Tesla im Straßengraben parkt, werden Fehlinformationen von ChatGPT dauerhaft weiter verbreitet werden – und was Fake News anrichten können, wurde bereits zu oft bewiesen. Sie künftig auch von künstlicher Intelligenz statt natürlicher Dummheit zu beziehen, ändert nichts am Schadenspotenzial. Willkommen autonom-postfaktischen Zeitalter. (Torsten Vogel)