Mass Effect 3 im Hands-on-Test: Nach wie vor ein Rollenspiel, trotz mehr Action

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Test Roland Austinat (US-Korrespondent) Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Der dritte und letzte Teil der Mass-Effect-Serie soll das beste Spiel der Serie werden - doch ist Mass Effect 3 überhaupt noch ein Rollenspiel oder eher ein geradliniger Action-Titel mit Rollenspiel-Elementen?

Die E3 ist der denkbar schlechteste Ort, um ein Rollenspiel vorzuführen: Die Aufmerksamkeitsspanne der Zuschauer ist gering, denn überall um sie herum toben krachende Explosionen, heulende Motoren und wummernde Bässe. Wer will da schon einen Inventar- oder Menübildschirm sehen? Und wie soll man Nicht-Serien-Fans den Einstieg in den dritten und letzten Teil einer Serie schmackhaft machen? Executive Producer Casey Hudson und Combat Designer Corey Gasper von Bioware traten die Flucht nach vorn an und verkauften das Science-Fiction-Rollenspiel mehr oder weniger als Action-Titel mit Gesprächseinlagen - hätten wir es nicht besser gewusst, das Spiel hätte in manchen Szenen auch Gears of Mass Effect heißen können.

Die erste Sequenz, die uns Hudson und Gasper vorspielen, erinnert gar an Halo: Commander Shepard will eine Reaper-Basis zerstören, öffnet dazu einen Hangar und gibt die Koordinaten an die Normandy durch, die daraufhin eine Lenkrakete abfeuert. Die Explosion richtet jedoch nicht mehr als kosmetischen Schaden an und alarmiert stattdessen einen Reaper, der nun haushoch auf Shepard zuhält, der sich mit einem Geschützgleiter wild feuernd zurückzieht und einen Orbitalangriff ordert. Kurz darauf verschwindet der Reaper in einer Explosions- und Rauchwolke, um nach einigen Schrecksekunden wieder aufzustehen.

Szenenwechsel: Während die Vorbereitungen für eine Friedenskonferenz zwischen zwei miteinander im Krieg stehenden Fraktionen laufen, muss Shepard mit seiner Crew humanoide Angreifer abwehren, die das Zustandekommen der Konferenz verhindern wollen. "Ihr entscheidet, ob ihr das eher aus der Deckung heraus macht oder den Angreifern ungeschützt entgegen stürmt", erklärt Casey Hudson. Corey Gasper entscheidet sich für letzteres, pausiert das Spiel und gibt seinen Kameraden per ein paar Befehle. Diese locken einen Gegner mit einem schweren Schutzschild auf sich zu, während wir ihn flankieren und dann von zwei Seiten unter Beschuss nehmen. Im Nahkampf kommt eine neue Waffe zum Einsatz, eine Art holografische Klinge, die wie durch Butter durch die Panzerung der Aggressoren hindurchgeht. Shepard wechselt bei all dem von einer Deckung zur nächsten und rollt sogar auf seine Feinde zu, dass es eine wahre Freude ist - ein Zirkusakrobat ist nichts dagegen. Erst ein Gegner in einem mächtigen Cerberus-Atlas-Mech stoppt unseren Fortschritt: "Den könnt ihr im Spiel sogar selbst bekommen und steuern", freut sich Casey Hudson.

Und dann passiert es: Wir bekommen tatsächlich ein Menü zu sehen - das der Waffenkonfiguration. "Ihr könnt eure Waffen an eure Spielweise anpassen", sagt Casey Hudson. "Dazu gehören Eigenschaften wie Feuerrate, Schaden, Genauigkeit und Magazingröße." Damit nicht genug: Wir wechseln zum Charakterbildschirm, während Hudson kommentiert: "Im Laufe des Spiels lernt ihr außerdem neue Fertigkeiten und könnt neue Rüstungstypen tragen. Ein Beispiel für die feinere Charakterentwicklung wäre eine passive Fertigkeit wie Combat Mastery. In Mass Effect 3 könnt ihr jetzt wählen, ob sie den von euch verursachten Schaden oder eure Überzeugungskraft vergrößert." Mit einem Wechsel zur Sternkarte versichern uns Hudson und Gasper, dass die Erforschung neuer Welten, die Finden wertvoller Gegenstände, die Rettung von NPCs und die Befreiung besetzter Anlagen nach wie vor einen großen Teil des Spiels ausmachen. Dazu kommt ein verbessertes Dialog-System, das sich in der Version für Microsofts Xbox 360 sogar per Sprache steuern lässt: So können die Antworten per Vorlesen gewählt und in Kampfsequenzen den Mitstreitern Befehle wie "Vorrücken!" gegeben werden. Ob es diese beiden Features auch in die PC-Fassung schaffen, ist noch unklar.

Mit einer dritten Spielsequenz, die wir nach Casey Hudsons Worten "bis zum finalen Spiel nicht mehr zu sehen bekommen", endet die Vorführung. Darin werden wir Zeuge, wie die Reaper in einer Großstadt auf der Erde Chaos und Verderben anrichten. Wer den Krieg der Welten kennt, weiß, was auf ihn zukommt: Riesige Einheiten, die alles zermalmen, worauf sie treten - hier lohnt die Investition in einen Subwoofer, der winzig kleine Vorführungsraum erzittert unter den Fußtritten der Riesen. Während Shepard und Captain Anderson darauf warten, von der Normandy abgeholt zu werden, entdeckt Shepard einen kleinen Jungen und versucht, ihn zum Mitkommen zu bewegen. Doch keine Chance, er hat zuviel Angst vor den verstörenden Invasoren. Immerhin sieht Shepard, nach ein paar Schusswechseln mit humanoiden Gegnern und zu einem im Hintergrund laufenden Emo-Soundtrack, wie der kleine Junge doch noch einen Rettungsgleiter besteigt - nur, um Zeuge zu werden, wie der Gleiter Sekunden später von einem Reaper abgeschossen wird. Warum der Reaper das Feuer nicht auf die Normandy ausdehnt, bleibt das Geheimnis der Entwickler.

Mass Effect 3: E3-Fazit
Unsere anfänglichen Sorgen hat diese Vorführung erfolgreich zerstreut: Mass Effect 3 ist nach wie vor ein Rollenspiel, bei dem man selbst in hektischen Kämpfen seine Aktionen ganz in Ruhe im pausierten Spiel planen kann - auch, wenn Bioware für alle Neueinsteiger den Action-Faktor noch einmal angehoben hat. Dabei merkt man, dass die Kanadier eigentlich keine Ballermänner sind: Manche Nahkampf-Explosionen im Nahkampf wirken noch wie eingeklebt. Serienveteranen freuen sich, dass ihre Spielstände aus den ersten beiden Spielen sich einmal mehr auf den Ablauf der Geschichte auswirken. Und wir bleiben gespannt, ob sich Bioware nicht vielleicht eine Hintertür für einen vierten Teil der Reihe offen lässt - beklagen würden wir uns darüber ganz sicher nicht.

Weitere Informationen zu Mass Effect 3 finden Sie auf unserer PCGH-Themenseite.

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    • Kommentare (9)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rizzard Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von KaitoKid
        Den 3. werd ich mir auf jeden Fall holen, obwohl ich Nummer 2 ausgelassen hab.
        Es gibt zwar viele denen der zweite Teil nicht ganz so gefallen hat wie der erste, aber nichts desto trotz war er relativ gut (in meinen Augen sogar sehr gut was die Story angeht). Ich würde ihn dir auf jeden Fall empfehlen wenn es um die komplette Story geht.
      • Von Rizzard Trockeneisprofi (m/w)
        Zitat von KaitoKid
        Den 3. werd ich mir auf jeden Fall holen, obwohl ich Nummer 2 ausgelassen hab.
        Es gibt zwar viele denen der zweite Teil nicht ganz so gefallen hat wie der erste, aber nichts desto trotz war er relativ gut (in meinen Augen sogar sehr gut was die Story angeht). Ich würde ihn dir auf jeden Fall empfehlen wenn es um die komplette Story geht.
      • Von tt7crocodiles Software-Overclocker(in)
        Ja, Shadow Broker ist das beste DLC für ME2. Der rest war eher "ist OK" bis "na ja". Obwohl The Arrival einen netten Nebeneffekt hat - das Gruppenmitglied, mit welchem man Verhältnis hatte, kommt in die Shepards Kabine. Ich konnte endlich auf dem Schoß von meinem Liebsten Garrus sitzen

        Zum Thema: ich wünschte mir zwar mehr Rollenspiel als Action, aber ich werde es auch so kaufen. Der Trailer sind ziemlich gut aus, und außerdem ist ME3 für mich sowieso Pflicht. *sabbernder süchtling*
      • Von FreaksLikeMe BIOS-Overclocker(in)
        Das macht keinen Sinn sich den 3ten zu holen ohne den 2ten gespielt zu haben.

        Man kann doch die Speicherstände importieren... und in ME3 soll ja alles auswirkungen haben etc...
        Mass Effect 2 ist aufjeden Fall seinen kauf wert, so viel dürfte es ja nicht mehr kosten.
        Dann noch den Shadow Broker DLC, damit man Liara weiter hat und jut ist
      • Von kaisper Software-Overclocker(in)
        Zitat von KaitoKid
        Den 3. werd ich mir auf jeden Fall holen, obwohl ich Nummer 2 ausgelassen hab.
        und ich würde dir dringenst raten den 2. dir noch mal zuzulegen denn ich fand den um längen besser als den 1. alleine schon von der handlung und wie sich dein entscheidungen auswirken!
      • Von ChaoZ Software-Overclocker(in)
        Von mir aus könnten alle Kampfszenen gescriptet sein und man kann nur die Dialoge und die Spielfiguren außerhalb des Kampfes steuern. Das Kämpfen interessiert mich am wenigsten an ME, ich finde die Story einfach nur geil.
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