PCGH-Test: BIOS-Update bringt höheres Overclocking-Potenzial bei Gigabytes P45-Boards
Im Test erzielten die erste P45-Platinen von Gigabyte gute Ergebnisse, das OC-Potenzial enttäuschte jedoch. So lief das Top-Modell EP45-Extreme lediglich mit 450 MHz FSB stabil. Das ändert sich nun mit der neuen BIOS-Generation, wie unser Praxistest mit dem EP45-Extreme und dem EP45-DS3 zeigt.
Gigabyte EP45-Extreme: Bessere OC-Ergebnisse dank BIOS F6k. (Bild: PCGH)
In der aktuellen PCGH-Print-Ausgabe 10/2008 haben wir das EP45-Extreme getestet. Egal ob mit dem Beta-BIOS F6a oder der Version F5 - mehr als 450 MHz FSB waren nicht möglich. Andere P45-Platinen liefen im Test hingegen problemlos mit 490 MHz oder mehr. Diese Woche hat Gigabyte neue BIOS-Versionen für praktisch alle P45-Platinen veröffentlicht. Offiziell sollen diese DDR2-1333 ermöglichen. In der Praxis machen aber selbst die hervorragenden D9GMH-Chips von Micron nicht so einen hohen Takt mit. Viel wichtiger ist jedoch das gesteigerte FSB-Übertaktungspotenzial.
Gigabyte EP45-Extreme: Bessere OC-Ergebnisse dank BIOS F6k. (Bild: PCGH)
So lief das EP45-Extreme bereits bei "Auto"-Spannungen auf Anhieb mit 535 MHz FSB stabil. Wir mussten lediglich die CPU-Spannung unseres Core 2 Duo E8500 auf 1,3625 Volt und die RAM-Spannung von MSCs CS2110650-Modulen (D9GMH) auf 2,3 Volt anheben. Als wir die Spannungen manuell anpassten (siehe Bild), waren sogar 545 MHz FSB möglich. Die eingestellte 1,3 Volt Northbridge-Spannung entspricht dabei einer noch unbedenklichen Steigerung von 18 Prozent. Zudem haben wir die Input-/Output-Spannung der Southbridge ("ICH I/O") sowie die Southbridge-Chip-Spannung ("ICH Core") jeweils um 0,1 Volt angehoben - auch diese Werte sind unbedenklich und alltagstauglich. So erreichten wir ein 95 MHz höheres FSB-Ergebnis als mit den alten BIOS-Versionen F6a oder F5.
Gigabyte EP45-Extreme: Mit diesen BIOS-Einstellungen waren 545 MHz FSB möglich. (Bild: PCGH)
Gigabyte EP45-Extreme: Mit diesen BIOS-Einstellungen waren 545 MHz FSB möglich. (Bild: PCGH)
Gigabyte EP45-Extreme: Prime 95 lief mit 545 MHz FSB fehlerfrei. (Bild: PCGH)
Gigabyte EP45-DS3: Die 100-Euro-Platine erreicht ein gutes OC-Ergebnis. (Bild: PCGH)
Zum Vergleich haben wir das kürzlich eingetroffene EP45-DS3 getestet - einer günstigen P45-Variante für lediglich rund 95 Euro. Auch hier veröffentlichte Gigabyte diese Woche in BIOS-Update auf die Version F8. Damit waren mit unserem E8500 495 MHz FSB möglich - also ebenfalls ein deutlich höheres Ergebnis als beim EP45-Extreme mit der alten BIOS-Version F6a. Hierfür mussten wir lediglich die Northbridge-Spannung von 1,1 auf 1,2 Volt anheben. 500 MHz FSB waren aber selbst dann nicht stabil, als wir die gleichen Spannungen einstellten, die beim EP45-Extreme 545 MHz ermöglichten (1,3 Volt Northbridge-, 1,6 Volt/1,2 Volt Southbridge-Spannung). Damit erzielt das EP45-DS3 ein ähnliches Ergebnis wie die ebenso teuren P45-Platinen P5Q Pro von Asus sowie MSIs P45 Neo3.
Gigabyte EP45-DS3: 495 MHz waren stabil. Ab 500 MHz zeigte Prime 95 Fehler an. (Bild: PCGH)
Fazit: Overclocking Gigabyte P45
Wer bereits eine P45-Platine von Gigabyte besitzt, sollte unbedingt das aktuelle BIOS installieren. Für bisher unentschlossene Aufrüster, die eine Core-2-Board mit gutem OC-Potenzial suchen, ist die EP45-Serie von Gigabyte damit wieder interessant geworden.
