[PLUS] Mainboards für Ryzen 9000: Viermal X870E gegen zweimal X670E
PCGH Plus: Die neue X870E-Mainboard-Generation macht wenig neu und einiges gar schlechter als die X670E-Vorgänger. Resultiert in der Summe dennoch ein Vorteil oder sollte man lieber zu bewährten AM5-Platinen greifen? Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 02/2025.
AMD (alt) vs. AMD (neu)
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Zen 5 und der Sockel AM5 sind in aller Munde respektive auf allen (noch unerfüllten) Wunschlisten - dem 9800X3D und Intel sei Dank. Ersterer hebt, nach dem eher enttäuschenden Start der normalen Ryzen 9000, die Messlatte für Gaming-CPUs in neue Höhen. Letztere bieten, statt konkurrenzfähiger Alternativen, nur Arrow Lake an. Wer sich einen Spiele-PC oberhalb der Mittelklasse zusammenstellen möchte, hat also keine Wahl beim Sockel - sehr wohl aber darunter: X870E-, X870, X670E-, X670-, B650E-, B650- und A620-Platinen buhlen um AM5-Käufer; B850 und B840 stehen in den Startlöchern.
Alter Wein, neue Schläuche
Wie in der PCGH 11/2024 dargestellt, steckt hinter AMDs Namensvielfalt allerdings immer das gleiche, bei ASMedia eingekaufte, Promontory-21-Silizium. In der Holzklasse A620 und B840 werden einige Funktionen deaktiviert (möglicherweise auch beim B850 - AMD klärte die Widersprüche bis Redaktionsschluss weiterhin nicht auf); B650, B650E sowie X870 nutzen den Vollausbau und bei X670, X670E sowie X870E werden zwei dieser I/O-Hubs zu einem Chipsatz kombiniert. Letztere Spitzenliga wollen wir als erstes testen, wobei der X670 durch Abwesenheit glänzt. Nominell soll er die quantitative Ausstattung von X670E-Mainboards auf Platinen bringen, deren Qualität nicht für die PCI-E-5.0-Features von AM5-CPUs ausreichen. Praktisch spart in dieser Klasse aber niemand am PCB-Material, sodass Geschwindigkeitsbeschränkungen überflüssig sind.
Recap: PCI-E versus USB4
Der Nachfolger X870E kommt passenderweise ohne PCI-E-4.0-only-Sidekick daher (der "X870" ist Nachfolger des B650E), bleibt aber seinerseits hinter den PCI-E-5.0-Fähigkeiten der X670E-Topmodelle zurück: AM5-CPUs (nicht aber APUs!) stellen 24 der flotten Datenleitungen zur Verfügung, genug für einen ×16-Link zur Grafikkarte und zwei ×4-Links. Viele High-End-Platinen nutzten letztere für zwei PCI-E-5.0-SSDs, aber auf allen bislang vorgestellten X870E-Mainboards wird am zweiten ×4-Link ein Onboard-USB4-Controller angebunden. Dieser ebenfalls von ASMedia stammende Chip stellt die einzige Neuerung der "X870E" getauften Silizium-Sammlung gegenüber dem X670E dar und beherrscht gar kein PCI-Express 5.0, aber er benötigt PCI-E-Lanes beim I/O-Panel - da ist die CPU eine wortwörtlich naheliegende Quelle. Im Tausch für einen 128-GBit/s-M.2-Steckplatz erhalten X870E-Käufer somit zwei 40-GBit/s-Typ-C-Ports.
USB4- & andere Probleme
Oder besser gesagt: Sollten sie erhalten. Bei Asus Strix X870E-E gelang es uns aber zu keinem Zeitpunkt, Daten mit mehr als 2,0 GB/s zu senden respektive mit mehr als 1,9 GB/s zu empfangen. Zum Vergleich: Bei MSIs X870E Carbon messen wir bis zu 3,1 GB/s lesend und 3,3 GB/s schreibend (siehe PCGH 01/2025). Asrock und Gigabyte erreichen vergleichbare Geschwindigkeiten, zumindest mit den beiden besseren der für den Test verfügbaren drei "40 GBit/s"-Kabel. Ebenso übrigens Asus' eigenes X870E Hero (nicht im Test). Nur das Strix X870E-E bleibt auf 20-GBit/s-Niveau hängen, obwohl alle X870E-Platinen den gleichen ASM4242-Controller nutzen.
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