PCGH-Plus Label [PLUS-Topseller] Mainboards für Ryzen 9800X3D & Co.: Viermal X870 gegen zweimal B650E

PCGH Plus: B650E-Platinen waren äußerst beliebt in der ersten AM5-Generation, jetzt übernimmt der X870 die Rolle des "Zweitbesten" - und geht harte Kompromisse ein. Können die neuen Boards das alte Niveau überbieten? PCGH macht den Vergleichstest. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 03/2025.

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 Mainboards für Ryzen 9800X3D & Co.: Viermal X870 gegen zweimal B650E
Quelle: PCGH

Oberklasse-Rückschritt?

Die von uns in der letzten Ausgabe getesteten X870E-Mainboards zeigten zwei Probleme: Sie sind teuer und gegenüber ihren X670E-Vorgängern tauschen sie eine wertvolle gegen eine selten gefragte Anschlussmöglichkeit. Letzteres gilt für X870-Platinen (ohne "E") noch stärker, ersteres soll der zweitbeste I/O-Hub für Ryzen 9000 laut AMD aber anders machen. Wir versammeln vier neue Testkandidaten für 270 bis 380 Euro - preislich klar Ober- und nicht Budget-Klasse, aber eine Stufe günstiger als das X870E-Testfeld (350 bis 510 Euro). Auch die neuen müssen sich gegen ihre Vorgänger beweisen, also den zweitbesten I/O-Hub aus der Ryzen-7000-Ära in Form des luxuriösen Gigabyte B650E Master und des ehemals Oberklasse-, dank sinkender Preise mittlerweile auch Preis-Leistungs-Tipp Asus Strix B650E-F. Die Gigabyte-Platine führt dabei, unfreiwillig, den Hauptnachteil von 600er-Mainboards vor Augen: Während der Arbeit an diesem Artikel ging sie EOL. Wir drucken die Messergebnisse für Vergleiche mit dem bis 2024 genutzten Testsystem dennoch ab; bei Erscheinen dieses Artikels könnten die hohen Preise der letzten Restbestände aber einer Nichtverfügbarkeit gewichen sein.

USB(-4)-Ausstattung

Eigentlich soll aber nicht Angebotsverknappung, sondern das veraltete Feature-Set die 600er-Platinen unattraktiv machen: X870-Mainboards basieren zwar auf dem gleichen I/O-Hub-Silizium in genau der gleichen Konfiguration, verfügen aber über einen zusätzlichen USB4-Controllerchip. Dementsprechend punkten alle neuen Teilnehmer in diesem Testfeld nicht nur mit nativem USB 3.2 für Front-Anschlüsse, sondern auch mit zwei 40-GBit/s-USB-Ports an der Rückseite (diesmal wird die versprochene Geschwindigkeit überall erreicht), welche beiden B650E-Vertretern fehlen. Am I/O-Panel des B650E Master gibt es nicht einmal USB 3.2, da die entsprechenden Ressourcen ebenfalls zum Typ-C-Header routet werden; beim Strix B650E-F ist es genau andersherum: USB 3.2 hinten, maximal 3.1 vorn. Mit je 4 USB-2.0- und 3 bis 4 -3.0-Ports bieten aber alle Boards 11 bis 13 rückseitige Anschlüsse insgesamt. Langsame Peripherie blockiert also nicht die mindestens vier Ports mit 10 GBit/s oder mehr (Strix B650E-F: 1× 3.2 und 3× 3.1; X870 Steel Legend: 2× 4 und 2× 3.1)

Onboard-Sound

Knapp sind dagegen Audio-Anschlüsse. Wie ihre X870E-Brüder wurden alle getesteten X870-Modelle auf zwei Klinkenbuchsen beschränkt, beim B650E Master wütete der Rotstift sogar schon 2022. Dennoch ist Gigabyte Einäugiger unter weitestgehend Blinden, denn sowohl die B650E-Platine als auch das X870 Elite können wenigstens 4.0-Sound rückseitig ausgeben und so zwei Stereo-Geräte bedienen. X870 Steel Legend, Strix X870-A und X870 Tomahawk routen dagegen den zweiten Ausgang des Audio-Codecs zum Front-Panel. Die zusätzliche Buchse hinten dient zunächst nur als Eingang. Erst wenn man den 5.1-Modus aktiviert, gibt sie Center- und Subwoofer-Signale aus, während Rear-Stereo zum Front-Panel. Analog-Onboard-Intensiv-Nutzer sollten besser zum Strix B650E-F greifen. Dem fehlt zwar der Digitalausgang der Konkurrenz, dafür gibt es 5× 3,5 mm.

Auch bei der Qualität punktet Asus: Sowohl Strix B650E-F als auch Strix X870-A verfügen über einen Realtek ALC4080 sowie einen Verstärker für die Front-/Headset-Anschlüsse. Asrock kontert mit einem ALC4082 in Minimalausbau und das B650E Master setzt umgekehrt einen drauf: Sein ACL1220 ist zwar älter, ein ESS9118EQ sorgt aber für überlegene Qualität am primären Stereo-Ausgang und 5.1 ist ja ohnehin keine Option. Obwohl das X870 Tomahawk ebenfalls einen ALC4080 in Reinform trägt, bleibt MSI somit nur der vorletzte Platz in diesem qualitativ sehr guten Testfeld. Den letzten übernimmt erneut Gigabyte, denn auch das X870 Elite setzt auf einen ACL1220, also den Oberklasse-Standard 2017 bis 2020, nur ohne weitere Extras.

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