Gigabyte auf der Cebit: X99-UD4P, -SOC Champion und Statement zu USB 3.1
Wir haben ein Treffen auf der Cebit genutzt, um einen Blick auf Gigabytes neue X99-Mainboards zu werfen und in Erfahrung gebracht, warum Gigabyte als einziger Hersteller sein Portfolio nicht mit USB-3.1-Ausführungen runderneuert.
Quelle: PC Games Hardware
GA-X99-SOC Champion: Der OC-Sockel bietet zusätzliche Pins für erweiterte OC-Möglichkeiten.
Das Gigabyte GA-X99-SOC Champion wurde bereits im Januar angekündigt, öffentlich zu sehen war das neue OC-Flaggschiff bislang aber kaum. Markenzeichen des stark auf hohe CPU- und RAM-Taktraten optimierten Designs sind der OC-Sockel mit 2.084 Pins und das vereinfachte Layout des Speicherinterfaces. Ersterer wird bereits seit letztem Jahr von Asus verbaut und nutzt zusätzliche Kontaktflächen der Sockel 2011-v3-CPUs, die extremen Übertaktern eine erweiterte Spannungsregelung erlaubt. Insbesondere der Uncore-Takt kann so leichter angehoben werden. Ebenfalls an Rekord-Übertakter gerichtet ist das Speicherinterface des SOC Champion. Für jeden Kanal des Quad-Channel-Controllers ist nur ein DIMM-Sockel verbaut, was man bislang nur von den günstigsten Boards der Plattform kannte. Beim teuren OC-Modell geht es aber nicht um Kosteneinsparungen, sondern um Signalqualität. Mit nur einem Endpunkt treten weniger Störsignale auf, sodass das SOC-Champion als einziges Gigabyte-Board für DDR4-3200 freigegeben ist. Den frei werdenden Platz nutzt Gigabyte für zusätzliche Kühlkörper, die über Heatpipes die Abwärme der weiterhin zentral über dem CPU-Sockel konzentrierten Spannungswandler abführen.
Ebenfalls auf der Cebit zu sehen war das erst vergangene Woche vorgestellte X99-UD4P. Im Gegensatz zur SOC-Reihe richtet sich die der Classic-Baureihe zugeordnete Platine an preisbewusste Käufer. Design und Layout lehnen sich stark an das bekannte X99-UD4 an, das mit 220 Euro eines der günstigeren Sockel-2011-v3-Boards ist. Das -UD4P nutzt gegenüber diesem eine etwas breitere Platine, deren zusätzlicher Platz für eine überarbeitete RAM-Spannungsversorgung genutzt wurde. Gigabyte spezifiziert nun DDR4-2800 statt DDR4-2133 als maximalen Speichertakt, allerdings konnten bisher im OC-Betrieb auch bislang auch schon DDR4-2666 angewählt werden, ohne den BCLK anheben zu müssen.
Quelle: PC Games Hardware
GA-X99-UD4P: Im Vergleich zum UD4 ist die Platine ein Bisschen breiter, was der RAM-Spannungsversorgung zugute kommt.
Abseits der überarbeiteten "P"-Platinen und dem SOC Champion gab es von Gigabyte keine neuen Mainboards zu sehen und dies könnte auch noch eine Weile so bleiben. Während Asus, Asrock und MSI derzeit große Teile ihres Portfolios mit USB-3.1-Controllern modifizieren oder zumindest im Bundle mit einer USB-3.1-Karte erneut in den Handel bringen wollen, wartet Gigabyte auf einen offiziellen Abschluss der USB-3.1-Spezifikationen durch das entsprechende Konsortium. Offensichtlich hat man Bedenken, dass in letzter Minute noch Änderungen einfließen und dass heutige AS-Media-Chips, die auf weit fortgeschrittenen Entwürfen der Spezifikationen beruhen, sich als nicht 100%-USB-3.1-kompatibel erweisen.