Streit um Lizenzrechte: Intel kauft Nvidia
Der Lizenz- und Patentstreit zwischen Intel und Nvidia ist außergerichtlich geklärt. Intel übernimmt Mehrheitsanteile von Nvidia und gewährt dem Grafikkartenspezialisten umfangreichen Zugriff auf Patente und Lizenzen. Im Gegenzug geschieht dies für Intel.
Quelle: PC Games Hardware
Stein des Anstoßes war Intels Nehalem (Handelsname Core i7), für den Nvidia Chipsätze fertigen wollte.
Der Streit um die Lizenzrechte zwischen Intel und Nvidia hat ein Ende. Die beiden Unternehmen einigten sich außergerichtlich: Intel übernimmt Mehrheitsanteile bei Nvidia. Der Grafikkartenspezialist wird in das Halbleiter-Unternehmen eingegliedert, bleibt aber als eigenständige Marke erhalten.
Synergien sollen zukünftig optimal genutzt werden. Intels Chipsätze sollen den Mainstream-Markt bedienen, während Nvidia Chipsätze für den High-End-Bereich inklusive SLI-Zertifizierung liefert. Nvidias Ion soll fortan als Basis für die Atom-Technologie dienen, da der Grafikkern deutlich leistungsfähiger als Intels Pendant ist. IGP-Chipsätze sollen nun auch von Nvidia kommen. Parallel zu den Raster-Grafikkarten hält Intel aber am Larrabee-Konzept fest.
Die Physikabteilungen sollen zusammengelegt werden. PhysX als Grafikkarten-beschleunigte Option und Havok als Prozessor-beschleunigte Alternative sollen aus einem Container kommen.
Die Vorteile liegen für beide Unternehmen auf der Hand. Während Intel umfangreichen Zugang zu Grafikkarten-Technologie bekommt kann Nvidia nun umfangreichen Nutzen aus Intels Pool ziehen - darunter auch die angestrebte x86-Lizenz. Auch bei der Produktion von GPUs kann Nvidia nun aus Intels Erfahrung schöpfen und Verkleinerungsprozesse des Dies beschleunigen. Diese weden künftig in Intels Anlagen produziert, um die Auslastung zu verbessern und die Kosten zu senken.
Vorausgegangen war ein Streit zwischen Intel und Nvidia, da es Unklarheiten zwischen dem Lizenzabkommen gab. Zunächst klagte Intel gegen Nvidia, kurze Zeit später klagte Nvidia zurück. Die Frage, ob Nvidia Chipsätze für Nehalem-Prozessoren anfertigen darf, ist nun geklärt. Damit sind die beiden großen Grafikkartenentwickler Ati und Nvidia in den beiden großen CPU-Herstellern aufgegangen.
Heile Welt? Vielleicht für die Unternehmen, aber der Kunde blickt auf einen Markt, der immer weniger Anbieter aufweist, was den Preisen kaum zugute kommen dürfte. Die Gefahr, dass nach der Wirtschaftskrise nur noch ein Unternehmen übrigt bleibt, ist gegeben.
Zwar muss die US-Kartellbehörde den Deal noch abnicken, doch Experten gehen davon aus, dass dies reine Formsache ist. Eine offizielle Stellungnahme wird für den Nachmittag erwartet.

Mir ist schon so n bisschen das Herz stehen geblieben
