Intel H310: Aus Gründen der Marge auf Eis gelegt?
Intel soll den H310 eingestellt haben, das berichtet die Gerüchteküche Südostasiens. Hintergrund seien knappe Produktionskapazitäten, weshalb man den PCH strich, der die geringste Marge abwirft.
Direkt aus der Gerüchteküche Südostasiens kommt heute die Meldung, Intel habe den H310 eingestellt. Das Ende des Low-End-Plattform-Controller-Hub wäre wohl noch keine große Aufregung, wenn da nicht der Grund wäre, den der Branchendienst Digitimes für das Aus nennt. Und da wird es dann recht interessant, denn Grundlage der Entscheidung seien mangelnde Kapazitäten zur Produktion der PCH-Chips in 14 nm.
Reichen die Kapazitäten nicht, muss sich entscheiden, diese zu erhöhen oder eben, wie einer PCH-Reihe, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren. Und die sind bei Intel, so wird es jedenfalls dargestellt, die Marge. Dass es den H310 erwischt hat, sei alleine dem Umstand geschuldet, dass Intel an diesem PCH nicht so viel verdient wie an einem Z370 und den Fokus deshalb auf diesen legt.
Die Mainboard-Hersteller sind laut Digitimes nun dazu gezwungen, statt des H310 den B360 zu verwenden, von dem es ausreichend Stückzahlen auf dem Markt gibt. Damit erhöhen sich die Kosten und die sind im Low-End-Segment meist scharf kalkuliert. Bei den Preisen, die der Endkunde bereit ist zu zahlen, zählt hier im Einkauf jeder Euro, denn die Rechner sind häufig in Büros im Einsatz oder in wirklich engen Budgets von Privatpersonen.
Das Aus des H310 sorgte jedenfalls für viel Spekulation, auch im Hinblick auf die knappen Produktionskapazitäten bei 14 nm. Das führt so weit, dass sogar in Feld geführt wird, Intel könnte unter Umständen auch wieder in 22 nm fertigen. Ebenfalls Spekulation ist, dass die knappen Kapazitäten von den Verzögerungen bei der Einführung des 10-nm-Prozesses kommen. Intel selbst aber sagt, dass man im Fahrplan liegt - nun gut, was soll man auch sonst sagen.
Grundsätzlich ist klar, dass Intel es zunehmend schwer hat, neue Prozesse zur Marktreife zu führen und sich dies schon beim Wechsel zu 14 nm als Geduldsprobe erwies. Ökonomisch kann man es Intel auch kaum vorwerfen auf Produkte zu setzen, die die bessere Marge bringen. Ethisch mag man wohl aber diskutieren, ob die Entscheidung gut ist.
Meinetwegen können die den H310 komplett einstampfen, die Unterschiede zwischen H310 und B360 sind im Vergleich zu dem damaligen H110 vs B1/250 einfach zu groß.
Insbesondere natives USB 3.1 (10GBit) ist ein riesen Pluspunkt. Dazu die meist besser bestückten Boards die trotzdem meist nur sehr wenige € mehr kosten im Vergleich zu dem H310 Pendant.
Zudem kann der H310 nur 4x SATA (reicht für die meisten aber)und nur 2 RAM Slots (wird für die meisten aber auch reichen)
Vom Prinzip her könnte Intel dann auch einfach den alten H110 verwenden und auf ein 1151-v2 Mainboard hauen, so wie es ja beim Z370 auch der Fall war.
Die H110 Plattform muss man sich dann aber schon verdammt schönsaufen (gegenüber der H310 Plattform).
LGA1151 "V2":
i3-8100 (Basis 4 x 3.60GHz) = ~99 €
LGA1151:
i5-7400 (Basis 4 x 3.00GHz • Turbo 3.50GHz) = ~153 € (langsamer als i3-8100)
i5-7500 (Basis 4 x 3.40GHz • Turbo 3.80GHz) = ~168 € (grob i3-8100 LeistungsnIveau)
Da zahlt man gerne 10 Euro mehr für ein H310 Board anstatt zum alten H110 zu greifen, um dann horrende (Prä-Ryzen-Ära)CPU-Preise zu schlucken.
- Unterstützung für Intels neue teilintegrierte WLAN-Lösungen. Die dürften in besonders günstigen Systemen aber nicht zum Einsatz kommen.
- Unterstützung für Coffee Lake und somit Sechskernprozessoren. Die dürften in besonders günstigen Systemen aber nicht zum Einsatz kommen.
- 0,5 bis 1 W niedrigerer Energieverbrauch. Der dürfte in einem kompletten Desktopsystem nicht auffallen.
Das ist rein ein Ding der Gewinnmaximierung - blöd natürlich für die OEMs und diejenigen, die generell so billig wie möglich bauen wollen, aber ich behaupte mal, dass in der Selbstbauerszene der H310-PCH eh einen extrem geringen Marktanteil gehabt haben dürfte.