Geforce GTX 480 kalt gestellt: Drei Fermi-Kühler plus Thermalright VRM-G2 im Test

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Nvidias Geforce GTX 480 auf Basis des GF100 gilt zu Recht als Hitzkopf. PC Games Hardware testet drei VGA-Kühler für den Fermi-Chip, inklusive Thermalrights exklusivem VRM-G2, welcher einzig und alleine die empfindlichen Spannungswandler der Geforce GTX 480 auf Temperatur hält und dem ebenfalls exklusivem Arctic Cooling Accelero Xtreme Plus.

Nvidias Geforce GTX 480 ist mit Luftkühlung bisher nicht zu bändigen gewesen: Entweder passt der Kühler nicht oder er ist zu schwach - vor allem die Spannungswandler sind ein schwieriges Thema. Zalmans VF3000F samt Kühlplatte ist bisher exklusiv auf Zotacs AMP!-Editions verbaut, die Retail-Version erscheint erst im Oktober. PC Games Hardware aber hat nun exklusiv den Thermalright VRM-G2 sowie Arctic Coolings Accelero Xtreme Plus im Test, abgerundet mit den Thermalrights HR-03GT und Spitfire sowie dem nach wie vor exzellenten Prolimatech MK-13. Vorhang auf für die "Mission Impossible" oder "Fermi cool".

Arctic Cooling Accelero Xtreme Plus Quelle: PC Games Hardware Arctic Cooling Accelero Xtreme Plus Thermalright VRM-G2 Quelle: PC Games Hardware Thermalright VRM-G2 Thermalright VRM-G2 Quelle: PC Games Hardware Thermalright VRM-G2 Prolimatech MK-13 mit GTX480-Grundplatte Quelle: PC Games Hardware Prolimatech MK-13 mit GTX480-Grundplatte Arctic Cooling Accelero Xtreme Plus
Vor rund einem Monat ist der "Plus" bei PCGH eingetroffen, nun folgt der lange erwartete Test. Der Arctic Cooling Accelero Xtreme Plus basiert auf den bekannten Extreme-Modellen mit fünf kupfernen 6-mm-Heapipes, zwei wuchtigen Aluminium-Blöcken und einer Copper-Coldplate - auf letzterer findet sich wie Arctic Coolings neue MX4-Wärmeleitpaste. Drei 92-mm-Lüfter mit je 0,15 Ampere belüften die Konstruktion, sie werden ans PCB angeschlossen und lassen sich beispielsweise per Afterburner regeln. Neu beim Plus ist das Montagesystem: Eine austauschbare Platte erlaubt eine große Kompatibilität - bisherige Xtremes passten meistens nur eine einzige Karte. Jedoch benötigen Sie für jede der Karten ein bestimmtes VRM-Set, welches die passende Platte sowie Kühler für Speicher, Wandler und Co. enthält. Unser Sample enthält die VRM-Kits für die Geforce GTX 480, diese werden per Wärmeleitkleber befestigt und halten wirklich bombenfest. Aber keine Angst: Mit einem Fön und sanfter Gewalt sowie einem Plastikschaber und Reinigungsmittel lassen sich die Kühler wieder entfernen - dennoch erachten wir eine solche Lösung als unpraktisch bis gefährlich, je nach Anwender kann die Grafikkarte beim Demontieren zu schaden kommen.

Thermalright VRM-G2
Seit geraumer Zeit macht sich Thermalright mit speziellen Spannungswandler-Kühlern einen Namen. Nach zwei VRM-Kühlern für die Radeon HD 4870/4890 folgten drei Modelle für die Radeon HD 5850/5870, auch Nvidias Geforces GTX 285 wurde - wenn auch spät - bedacht. Das aktuelle Derivat nennt sich VRM-G2 und ist einzig zur Geforce GTX 480 kompatibel: Zwei 6-mm-Heatpipes enden in einem dem HR-05 ähnelndem Alu-Korpus, vier Halterungen fixieren den VRM-G2 an der Platine. Die Montage ist selbsterklärend und geht flott von der Hand, der Platzbedarf ist jedoch recht hoch - die meisten Tower-Kühler aber kollidieren aufgrund der Länge der Geforce GTX 480 nicht mit dem VRM-G2. Optional lässt sich zur Verbesserung der Kühlung ein 80-mm-Lüfter montieren.

Fermi-Kühler für die Geforce GTX 480: Testmethodik
Um die Geforce GTX 480 auf Touren zu bringen, lassen wir den integrierten Ice-Benchmark von Crysis 20 Mal im Loop laufen. Die Settings belaufen sich auf 1.680 x 1.050 Pixel samt 4x MSAA/16:1 AF und "Very High"-Details im DX10-Modus. Den Ozone3D Furmark nutzen wir im "Stability Mode" 500 Sekunden samt "Xtreme Burning" in 1.280 x 1.024 ohne AA als Worst Case. GPU-Z merkt sich alle Temperaturen und gibt am Ende die Peaks aus, welche wir zu Bewertung heranziehen. Die Temperatur der Spannungswandler messen wir per Aquaero-Sensor auf der Platinen-Rückseite. Die absoluten Werte der Wandler liegen ergo noch höher. Alle Kandidaten treten mit Artic Silver 5 Paste an, ein Be Quiet Silent Wings PWM 120 mm mit vollen 1.500 U/min belüftet alle Kühler (bis auf den AC Xtreme).

Fermi-Kühler für die Geforce GTX 480: Testresultate
Der Prolimatech MK-13 (PCGH-Test) ist ein alter Bekannter, galt er doch bis zum Erscheinen des monströsen Thermalright Spitfire (PCGH-Test) als der beste VGA-Kühler am Markt. Der Spitfire wie auch der ältere HR-03GT können mit dem GF100 Thru-Bold-Kit auf eine Geforce GTX 480 montiert werden, der MK-13 passt sogar samt Grundplatte auf die Geforce. Für den Accelero Xtreme Plus nutzen wir die GF100-Platte.

Die Leistung des VRM-G2 ist enorm: In Kombination mit einem Thermalright HR-03GT samt Silent Wings PWM (120 mm @ 1.500 U/min) senkt der Spannungswandler-Kühler die Temperatur der VRMs gegenüber kleinen aufgeklebten Wandler-Kühlern um stolze 9 bis 17 Grad Celsius, auch die GPU profitiert leicht. Dies resultiert in niedrigeren Werten als mit Nvidias Referenzkühler, welcher zudem mit vier- bis neunfacher (!) Lautstärke (im Vergleich zum Silent Wings PWM) vor sich hin brüllt. Allerdings braucht er ein wenig Frischluft, im Falle unseres Testsystem liegt der Korpus im Ansaugbereich des Tower-Kühlers.

Für den Spitfire plus Thermalright VRM-G2 mussten wir auf den Top-Down-Kühler Noctua NH-C12P zurückgreifen, daher schneidet diese Kombi bei den VRM-Werten schlechter ab als der Thermalright HR-03GT plus VRM-G2 - hier fehlt es dem Wandler-Kühler an zusätzlicher Frischluft. Dennoch schlägt sich der Spitfire samt dem VMR-G2 hervorragend, einzig der Xtreme Plus von Arctic Cooling kommt ihm gefährlich nahe. Mit einem 80-mm-Lüfter (Silent Wings PMW @ 1.500 U/min) zeigt der VMR-G2 sein Potenzial und liegt zusammen mit dem Spitfire klar in Front. Der Xtreme Plus lief in unserem Fall durchgehend mit der idle-Drehzahl einer Geforce GTX 480, also 44 Prozent (dies entspricht rund 1.100 U/min.). Mit 60 Prozent kommt er auf 1,3 statt 0,6 Sone - 100 Prozent (rund 2.050 U/min.) erzeugen 2,4 Sone. Nötig ist dies aber nicht, die Kühlleistung steigt kaum. Der Prolimatech MK-13 schlägt sich in Crysis ziemlich gut, im Furmark aber übersteigt die Hitzentwicklung die Leistung des Kühlers. Die Geforce GTX 480 respektive der GF100 erreicht 100 Grad Celsius, die Karte taktet zum Schutz runter.

Vorsicht: Mit Übertaktung oder gar einer Spannungserhöhung steigt die TDP der Geforce GTX 480, der Prolimatech MK-13 lässt eventuell auch in Spielen die Geforce GTX 480 überhitzen! In unserem Fall war dies bei 800/1.600/ 2.000 MHz und 1,08 Volt der "Sweep Spot", je nach Karte und GPU kann dieser Punkt auch deutlich früher erreicht werden: Eine unserer Geforce GTX 470 mit 1,00 Volt und 750/1.500/1.800 MHz ließ den MK-13 bereits kapitulieren.

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GF 100

Fermi-Kühler für die Geforce GTX 480: Fazit
Thermalrights altbewährter HR-03GT kann sich gegen Prolimatechs MK-13 knapp behaupten. Dies gilt besonders im Furmark, wo der MK-13 an der TDP der Geforce GTX 480 scheitert und die Karte zu throtteln beginnt. Der Thermalright Spitfire erweist sich erneut als mit der beste VGA-Kühler am Markt, jedoch auf Kosten eines kompatiblen CPU-Kühlers und dadurch mit höheren VRM-Temperaturen. Der Thermalright VRM-G2 ist wie all seine Vorgänger das perfekte Produkt um die empfindlichen Spannungswandler kalt zu stellen. Arctic Coolings Accelero Xtreme Plus kühlt bei niedriger Lautheit kaum schlechter als der Spitfire samt dem VRM-G2 und kann bei den Wandlern mehr als mithalten. Wir raten daher zu einem Arctic Coolings Accelero Xtreme Plus, falls Sie eine Geforce GTX 480 kalt stellen möchten. Noch ist der "Plus" nicht erhältlich, wir erwarten eine Verfügbarkeit in Bälde. Fairerweise sei jedoch hinzugefügt, dass die Kombination aus Spitfre und VRM-G2 in einem Gehäuse mit einblasendem Seitenlüfter unschlagbar gut kühlt, der 80-mm-Lüfter auf dem VRM-G2 verdeutlicht dies. Ein Hinweis zum Schluss: Durch eine kühle GPU sinkt die Leistungsaufnahme unter 3D deutlich - je nach Modell 30 bis 40 Watt!

Der Thermalright VRM-G2 ist ohne Lüfter für knapp 25 Euro bei PC-Cooling erhältlich. Die Kombination aus Thermalright Spitfire, VRM-G2, GF100 Thru-Bold-Kit und einem Cooltek 140-mm-Lüfter mit 800 U/min ist für rund 90 Euro erhältlich. Uns erreichte der Cooltek-Propeller etwas zu spät, daher finden Sie in den Diagrammen nur Werte des Spitfire mit unserem Referenzlüfter von Be Quiet.

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    • Kommentare (90)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von mcmarky Software-Overclocker(in)
        AW: Geforce GTX 480 kalt gestellt: Drei Fermi-Kühler plus Thermalright VRM-G2 im Test

        Die Leiste am G2 war bei mir auf jeden Fall ausgeprägter als nur 1mm. Auf dem Bild 21 sieht man, dass dort kaum ein Unterschied zwischen den großen und kleinen VRMs vorhanden ist.

        Der G2 erreicht bessere Temperaturen als hier getestet wurde. Vgl. Crysis ohne Lüfter 69°C PCGH zu meiner Messung 60°C (ohne Anpassung des G2 waren es 75°C).

        Der G2 ist ja eh Geschichte, wie der Shaman auch...
      • Von mcmarky Software-Overclocker(in)
        AW: Geforce GTX 480 kalt gestellt: Drei Fermi-Kühler plus Thermalright VRM-G2 im Test

        Die Leiste am G2 war bei mir auf jeden Fall ausgeprägter als nur 1mm. Auf dem Bild 21 sieht man, dass dort kaum ein Unterschied zwischen den großen und kleinen VRMs vorhanden ist.

        Der G2 erreicht bessere Temperaturen als hier getestet wurde. Vgl. Crysis ohne Lüfter 69°C PCGH zu meiner Messung 60°C (ohne Anpassung des G2 waren es 75°C).

        Der G2 ist ja eh Geschichte, wie der Shaman auch...
      • Von bofri Freizeitschrauber(in)
        AW: Geforce GTX 480 kalt gestellt: Drei Fermi-Kühler plus Thermalright VRM-G2 im Test

        Ich sehe auf Bild 24 nur ein Diagramm. Es gab nur nur eine Revision. Der Unterschied ist ja auch kleiner als 1mm, genau wie die Stufe beim G2. Das sieht man höchstens von der Seite. Ich hatte 2 GTX480 und beide hatten unterschiedlich hohe Bauteile, dies wurde erst bei der GTX580/570 geändert. Was meinst Du mit bescheidenen Testergebnissen, der G2 erreicht doch super Werte.
      • Von mcmarky Software-Overclocker(in)
        AW: Geforce GTX 480 kalt gestellt: Drei Fermi-Kühler plus Thermalright VRM-G2 im Test

        Evtl. für die anfangs ausgelieferten GTX480.

        Beim PCGH-Test sieht man im Bild 24, dass die Bauteile kaum unterschiedlich hoch sind... daher wohl auch die relativ bescheidenen Testergebnisse beiim G2.
      • Von bofri Freizeitschrauber(in)
        AW: Geforce GTX 480 kalt gestellt: Drei Fermi-Kühler plus Thermalright VRM-G2 im Test

        Der G2 ist auch ausschließlich für die GTX480 gedacht und diese hat nunmal unterschiedlich höhe Bauteile. Der Überstand ist also von Thermalright bewußt so gemacht. Für GTX570/580 muss er natürlich modifiziert werden, habe ich auch gemacht.
      • Von mcmarky Software-Overclocker(in)
        AW: Geforce GTX 480 kalt gestellt: Drei Fermi-Kühler plus Thermalright VRM-G2 im Test

        Leider wurde bei den Messungen nicht berücksichtigt, dass der G2 im Auslieferzustand nicht korrekt auf den VRMs aufliegt.


        Wie ich hier schon beschrieben habe, muss eine überstehende Leiste wegbearbeitet werden, damit der Kühler optimal Kontakt zu den großen VRM-Bauteilen erhält. Auf Bild 24 des PCGH-Tests sieht man, dass auch hier die kleinen VRMs NICHT höher oder tiefer liegen als die größeren VRMs. Von daher ist die Kante am G2 nicht nachzuvollziehen. Dies beeinträchtigt den Wärmeübergang doch extrem.


        Ich messe mit dem Scythe Infrarot-Thermometer. Durch die korrekte Anpassung des G2 ist die Temperatur auf der PCB-Rückseite bei den VRMs unter Volllast von 75...80°C auf ca. 60°C ohne aktive Belüftung gesunken. Mit dem nvidia-Originalkühler habe ich leider keine Messung vorgenommen.
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