CPU-Kühler Arctic Freezer 36 im Test: Viel Leistung für wenig Geld

Mit dem Freezer 36 hat Arctic das neueste Modell der Freezer-Serie im Gepäck. Mit dabei: ein Single-Tower-Kühlkörper, zwei P12-Lüfter, ein Contact Frame und ein absurd niedriger Preis. Was man für sage und schreibe derzeit ca. 21 Euro bekommt, schauen wir uns in diesem Einzeltest an.

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CPU-Kühler Arctic Freezer 36 im Test: Viel Leistung für wenig Geld
Quelle: PCGH

Beim Freezer 36 handelt es sich um einen klassischen Single-Tower-Kühler und den Nachfolger des Freezer 34 Esports Duo. Der Aluminium-Kühlkörper mit einer Lamellendichte von 13 FPI soll über 4 Heatpipes mit direktem Heatspreader-Kontakt die Hitze der CPU abführen. Die beiden Arctic P12-120-mm-PWM-Lüfter werden mittels Schrauben und Klick-System am Kühlkörper montiert. Das Besondere: Die zur Befestigung nötigen Schrauben können einfach in jeden normalen Lüfter geschraubt werden. Was den Freezer 36 zu allen Standard-Lüftern kompatibel macht. Montiert werden kann der Kühler auf Intels 1700- sowie AMDs AM4- und AM5-Sockel. Während bei AMD eine klassische Montage zum Einsatz kommt, liegt für die Montage auf Sockel 1700 ein sogenannter "Contact Frame" bei. Dieser ersetzt den ILM des Sockels durch einen Aluminiumrahmen. Dabei muss der Contact Frame auf das Mainboard geschraubt werden und drückt die CPU fortan in den Sockel. Das Ziel des Ganzen: Ein Verwinden des CPU-Heatspreaders und eine damit zusammenhängende schlechte Auflage des Kühlers soll verhindert werden. Auf der einen Seite ein schlaues System, das durchaus im Leistungstest seine Wirkung zeigt, zum anderen wird aber somit die Kompatibilität zu älteren Intel-Systemen eingeschränkt. Im Lieferumfang ist alles Nötige, eine gedruckte Anleitung findet sich jedoch nicht. Die Online-Anleitung ist immerhin ausführlich und visuell gut umgesetzt.

Arcztic bietet den Freezer 36 in verschiedenen Varianten an. Das Non-RGB-Modell kann in Schwarz oder mit blanken Kühllamellen gewählt werden. Außerdem gibt es eine Version mit Lüftern, die mit Kugellagern statt der üblichen Gleitlager ausgestattet ist. Die RGB-Version hingegen bietet eine schwarze und eine weiße Farbvariation, bei der die Lüfter über nabenseitige ARGB-LEDs und transparente Rotoren verfügen.

Zwei P12-Lüfter werden mittels Klicksystem auf dem Kühlkörper des Freezer 36 montiert. Quelle: PCGH Zwei P12-Lüfter werden mittels Klicksystem auf dem Kühlkörper des Freezer 36 montiert.

Da muss er durch

Natürlich haben wir den Freezer 36 unserem Leistungstest-Parcours unterzogen. Vorerst wurde eine Lüfter-Lautheitsnormierung bei fünf unterschiedlichen Lautheitswerten, für fünf unterschiedliche Szenarien durchgeführt. Dabei wurden die Lüfterdrehzahlen so lange eingestellt, bis unser Messgerät, ein Cortex Analyzer NC10, im Abstand von 50 cm zur Lüfternabe folgende Werte messen konnte:

  • 0,2 Sone: Ultra Silent
  • 0,3 Sone: Silent
  • 0,5 Sone: Normaler Betrieb
  • 1,0 Sone: Last
  • 2,0 Sone: hohe Last

Mit einem zusätzlichen Volllast-Test, bei dem die Lüfter schlichtweg auf die höchstmögliche Drehzahl gestellt wurden, ohne dabei auf die Lautheit zu achten, wird die maximale Kühlleistung des Modells erfasst.

Montiert auf einem Intel Core i9-12900K musste der Kühler nun eine Abwärme von 150 Watt - erzeugt von Cinebench in Dauerschleife - in diesen sechs verschiedenen Szenarien abführen.

Single-Tower im High-End-Bereich?

Und das klappt erstaunlich gut. Denn der Freezer 36 ist für seine Größe ein extrem starker Kühler, der sich hinter deutlich größeren und sehr viel teureren Modellen überhaupt nicht verstecken braucht. Die beiden Lüfter gehen erstaunlich leise zu Werke und drehen bei einer Lautheit von 0,2 Sone schon mit beachtlichen 1140 U/min. Die dabei erzeugte Kühlleistung ist mit einer CPU-Kern-zu-Umgebungs-Temperaturdifferenz von 39,31 sehr gut. Bei höheren Lautheitswerten sieht es ähnlich aus. Auch hier kann der Freezer 36 durchwegs überzeugen. Im Hinblick auf die Konkurrenz zeichnet sich ein interessantes Bild ab. Der kompakte Freezer 36 kämpft sich fast an die Spitze der Luftkühler-Rangliste, vorbei an Deepcools Assassin IV, Noctuas NH-D15 und Be Quiets Dark Rock Pro 5. Lediglich die beiden Spitzenreiter, der Masterair MA824 von Cooler Master und der Dark Rock Elite von Be Quiet, bleiben ungeschlagen. Damit spielt der Freezer 36 in einer Liga, in der man diesen Kühler nicht erwarten würde. Wie das möglich ist? Die Kombination aus dickem Single-Tower-Kühlkörper mit sehr leisen, guten Lüftern, einem Contact Frame, der für eine gute Auflage sorgt und Direct-Heatpipe-Kontakt scheint schlicht und einfach aufzugehen. Und so konkurriert der Freezer 36 mit Kühlern, die das Fünffache kosten. Denn mit 21 Euro ist der Arctic Kühler derzeit absurd billig für das, was er leistet.

Leistungsvergleich zwischen konkurrierenden Luftkühlern. Quelle: PCGH Leistungsvergleich zwischen konkurrierenden Luftkühlern. Selbst bei der maximalen Leistung spielt das Arctic-Modell trotz der geringen Abmessungen ganz oben mit. Das Temperaturdelta liegt hier mit 33,89 Kelvin sehr niedrig und die dabei entstehende Lautheit ist mit 2,3 Sone ebenfalls erstaunlich gering.

Vergleich der Maximalleistung. Quelle: PCGH Vergleich der Maximalleistung. Schlussendlich haben wir eine komplette Liste aller Kühler, Kompaktwasserkühlungen und Luftkühler, in die sich auch der Freezer 36 einordnet. Die Spitzenpositionen sind verständlicherweise durch AiOs vergeben, doch der Freezer 36 schafft es einige Kompaktwasserkühlungen zu schlagen.

Leistungsvergleich zwischen Luft- und Wasserkühlern. Quelle: PCGH Leistungsvergleich zwischen Luft- und Wasserkühlern.

Bildergalerie

Wo viel Licht, da kaum Schatten

Bei all den Vorteilen des Freezer 36 gibt es aber auch ein paar Kritikpunkte. Die Lüftermontage beispielsweise ist schlau, das Kunststoff-Klicksystem kann mit der Zeit aber an Stabilität einbüßen. Auch wenn sich die Lüfteraufnahme theoretisch austauschen lässt, hätten Klammer, wie umständlich sie auch wären, eine längere Haltbarkeit. Ein weiterer Punkt ist die Bodenplatte. Diese ist mit Direkt-Heatpipe-Kontakt ausgestattet, besteht aber sonst aus Aluminium. Dies sorgt zum einen für die hohe Leistungsfähigkeit des Freezer 36. Für Flüssigmetall ist die Bodenplatte jedoch nicht geeignet. Auch wenn man es kaum kritisieren kann, so hat der Freezer 36 keinen weiteren Platz für einen Lüfter. Das Single-Tower-Design ist mit zwei Lüftern voll ausgestattet. Ein Dual-Tower hätte hier die Möglichkeit eines weiteren Lüfters, der eine potenzielle Leistungssteigerung zur Folge haben kann. Schlussendlich ist durch die Verwendung des Contact Frames keine Nutzung auf älteren Intel-Systemen möglich. Eine zusätzliche Montage wäre wünschenswert gewesen.

Doch das alles kann man eigentlich vollkommen ignorieren. Denn der Freezer hat zwei enorme Vorteile: eine extrem starke Leistung und einen absurd niedrigen Preis. Und das rechtfertigt fast jeden Negativpunkt. Irgendwo muss man schließlich einsparen. Absolute Kaufempfehlung!

PCGH-Wertung

1,58
Luftkühler Freezer 36
Hersteller (Webseite) Arctic (www.arctic.de)
Link zum PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/preis/3144176
Aktueller Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis ca. 21 €/1+
Ausstattung (20 %) 2,80
Anschluss/Entkoppelung 4-Pin-PWM/nein
Konstruktion Single-Tower
Enthaltene Lüfter 2× 120 mm, Arctic P12
Montierbare Lüfter 2× 120 mm
Lamellendichte Kühlkörper 13 FPI
Ausführung Boden Direct-Heatpipe-Kontakt
Wärmeleitmittel/Lüftersteuerung/Extras Arctic MX-6/PWM/Contact Frame
Eigenschaften (20 %) 1,42
Abmessungen (H × B × L), Gewicht mit Lüftern 159 × 126 × 104 mm, 894 g
Lüfterdrehzahl (Frontlüfter, bei Spannungsregelung) min. –max. 500 – 1930 U/min
Lüfterdrehzahl-Regelbereich (%) 74
Sockelunterstützung AMD AM4, AM5
Sockelunterstützung Intel LGA1700, LGA1851
Montageaufwand 1700/AM5 Leicht/leicht
Garantie 6 Jahre
Leistung (60%) 1,25
Temperatur-Differenz (Umgebung/CPU-Kerne) bei: 0,2|0,3|0,5|1,0|2,0 Sone|Volllast 39,3|38,4|37,1| 35,6|34,1|33,9 Kelvin
Lautheit unter Volllast 2,3 Sone
Fazit ➕Hervorragende Leistung ➕ Sehr günstig
Wertung 1,59
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    • Kommentare (34)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von belle Volt-Modder(in)
        Ein sehr guter Kühler zum günstigen Preis, aber auch ich habe mir die rechte Hand am Kühlkörper beim Verschrauben verletzt.

        Tipp, den ich hier schon las:
        Erst die Bügel am Kühlkörper verschrauben, dann auf die Abstandshalter setzen.
      • Von belle Volt-Modder(in)
        Ein sehr guter Kühler zum günstigen Preis, aber auch ich habe mir die rechte Hand am Kühlkörper beim Verschrauben verletzt.

        Tipp, den ich hier schon las:
        Erst die Bügel am Kühlkörper verschrauben, dann auf die Abstandshalter setzen.
      • Von Vaniela Freizeitschrauber(in)
        Hab den Kühler mehrmals schon im Umfeld verbaut, echt ein gutes Teil für den Preis.

        Ansonsten kann ich aber auch den Thermalright Peerless Assassin 120 SE empfehlen.
      • Von Mr.Ultimo BIOS-Overclocker(in)
        Das mit dem "Drehen" ist bekannt, das habe ich mit meinem Test Sample an den Support schon am Tag beim Realase gemeldet. sowohl am Sockel 1700 als auch am Sockel 1200 ( welcher ja "Officiell" nicht unterstützt wird) aber es hat bei der Leistungs Entfaltung keine Einbußen. Das wurde mir dann 2 Tage später Persönlich vom Kundenservice Leiter von Arctic DE mitgeleilt. Er hatte es dann 2 Tage vor Ort in Braunschweig testen lassen.
      • Von Daddioandre Kabelverknoter(in)
        An sich ein guter Kühler, aber was mir aufgefallen ist, bei einem R7 5700X liegt bei mir der Freezer 34 eSports mit einem Lüfter in Front, egal ob PWM gesteuert, bei 100% und bei 50%. Lediglich bei Drehzahlen unter 25% kann der Kühler seine Stärken ausspielen. Was mir auch schon des Öfteren zu Ohren gekommen ist, der 36 lässt sich bei einigen auf dem Sockel drehen, trotz das er fest verbaut wurde, es wirkt so, als seien die Kunststoff Abstandshalter ein wenig zu Hoch geraten bei einigen. Ich habe selber das Problem nicht. Der Von mir getestete ist der Freezer 36 Black.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Bei der Erstellung des Diagrammes ist mir ein kleiner Fehler unterlaufen, es soll nicht Idle heißen , sondern PWM. getestet wurden die Kühler bei einer Umgebungstemperatur von 23°C.

        Ich denke das liegt an den verbauten Lüftern selber, der beim eSports verwendet hier den Bionix P120 PWM, während auf dem 36 zwei PST P12 PWM, warum der 36 nicht ganz an den 34 ranreicht.
      • Von AahhhFreshMeat Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Heute das 2. mal verbaut und das Preis-/Leistungsverhältnis ist unschlagbar.
        Die Lüfter werden erst ab 1600 Umdrehungen aus einem Fractal Design Meshify 2 hörbar.
        Bei den maximalen 1800 Umdrehungen sind sie leicht zu hören.
        Das Humming, das frühere Versionen ggf. hatten, gehört auch der Vergangenheit an.

        Schön länger verbaue ich nur noch Arctic Kühllösungen, da diese Produkte einfach das beste P/L-Verhältnis haben.
        Klar geht's immer noch ein wenig besser, aber die Aufpreise stehen dafür in keinem Verhältnis.
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