Linux-Gaming ausprobiert: Mehr Fps mit Linux als mit Windows?
Gaming mit Linux war vor einigen Jahren noch eine ziemliche Verrenkung, die sich nur wenige Bastler und Idealisten antun wollten. Mittlerweile aber hat sich Linux zu einer ernst zu nehmenden Gaming-Plattform gemausert. Nicht zuletzt dank Valve, die mit dem auf Linux basierten SteamOS und der Kompatibilitätsschicht Proton das Ganze wesentlich nach vorne gebracht haben. Auch wenn Windows immer noch die unangefochtene Nummer Eins ist, hat Linux dank seiner Open-Source-Philosophie und der starken Unterstützung der Community immer mehr Fans gewonnen. Daher hat sich Redakteur Manuel Christa an einen Linux-Windows-Vergleich gewagt. Ein persönlicher Erfahrungsbericht.
In diesem Artikel
Ich musste doch ziemlich hart lachen, als ich dieses Bild in den Tiefen des Internets kürzlich entdeckt habe. Nicht etwa, weil es an sich schon kurios ist, einen Marathon mit traditionellen japanischen Schuhen zu laufen. Sondern eher, weil ich mich mir dachte: Genau der Typ bin ich gerade. Ich, der mal wieder Bock auf ein Linux-Thema hatte und abklopfen wollte, wie es denn um Gaming mit Linux steht. Ja, kann man machen, muss man aber nicht unbedingt, denn es geht eben auch einfacher mit Windows. Aber darum geht es jetzt hier nicht, denn auch diesem Typen wird klar gewesen sein, dass er den Marathon mit einfachen Laufschuhen hätte rennen können.
Kleiner Disclaimer vorneweg: Liebe Linux-Nerds, nein, das hier wird kein Pamphlet darüber, wie umständlich und kompliziert Linux für den Desktop- oder gar Gaming-PC ist und letztlich, wie sinnlos das Ganze doch sei. Gleich vorneweg: Linux-Gaming ist bei Weitem nicht mehr so schmerzhaft bei der Installation von Spielen oder so sinnlos, was die Performance angeht, wie wir hier feststellen werden.
Jetzt spiele ich selbst seit vielen Jahren immer wieder mal mit Linux rum, um dies und das zu testen, meistens mit einem Raspi, bin aber kein eingefleischter Linuxer, sondern einfach nur interessierter, aufgeschlossener Nerd. Und genau für diejenigen soll dieser Artikel sein. Ich will hier nicht mit Frickel-Kommandozeilen-Tutorials zum Nachmachen animieren, sondern mit einem groben, vielleicht etwas oberflächlichen, aber dafür verständlichen Rundumblick, den ich auf meinem Linux-Leidensweg hier gewonnen habe.
Warum soll man das überhaupt wollen, mit Linux zu spielen, wenn es doch Windows gibt, wofür der ganze Quark ja auch geschrieben und optimiert ist. Ganz einfach: weil es geht. Mir selbst ist Linux und der gesamte Open-Source-Gedanke maximal sympathisch, weswegen ich mich gerne eben damit beschäftige. Wenn auch nur gelegentlich und lasse es oft auch entnervt wieder, nachdem viel einfach nicht so funktioniert wie es soll und mir der Weg dann doch zu steinig wird. Das war aber hier in meinen Recherchen nicht unbedingt der Fall.
Linux-Ausflug mit zugeschnittenem Notebook
Ich habe es mir für meine Stichprobe ins Linux-Gaming so einfach wie möglich gemacht, denn letztlich soll es das auch sein. Daher habe ich ein Gaming-Notebook verwendet, bei dem ich weiß, dass alles so stressfrei wie möglich läuft. Und zwar das Tuxedo Stellaris. Von dem weiß ich bereits, dass es auf einem ziemlich guten Barebone basiert. Außerdem ist mir die kleine, deutsche Firma genauso sympathisch, weil sie Notebooks und PCs verkauft, die mit Linux uneingeschränkt läuft. Das Ubuntu-basierte Tuxedo OS kommt auf Wunsch vorinstalliert mit allen Treibern und Drum und Dran. Dann nur noch Steam installieren und loslegen. So einfach kann es sein, manchmal zumindest.
Quelle: PC Games Hardware
Tuxedo Stellaris 17 Gen4
Deswegen ein paar Takte zum Notebook, das ich für den Ausflug ins Linuxland verwendet habe: Hier handelt es sich um eine RTX 3080 Ti als Grafikeinheit, die mit der maximalen TGP von 175 Watt läuft. Das ist also das Top-Modell dieser Nvidia-Generation. Das Display dürfte hier auch keine Wünsche übrig lassen: 17 Zoll, WQXGA-Auflösung, weil 16:10-Seitenverhältnis und 2.560 x 1.600 Pixel bei 240 Hertz Bildwiederholrate. Als CPU steckt ein Ryzen 9 6900HX drinnen, also ein potenter, aktueller Achtkerner mit 16 Threads.
Das Besondere am Tuxedo Stellaris ist nicht nur, dass es trotz der Ausstattung relativ leicht ist, also noch gut unterhalb drei Kilo. Es lässt sich außerdem an eine externe Wasserkühlung anschließen. Die macht das Notebook zwar nicht viel schneller, aber im stationären Betrieb deutlich leiser. Die ganze Notebook-Wasserkühlung haben wir schon mal getestet an einem ähnlichen Modell, das auf dem gleichen Barebone basiert. Wenn Sie das interessiert, schauen Sie das hier oben verlinkte Video an. Nur hier funktioniert das alles auch per Linux.
Die Wahl der "richtigen" Linux-Distribution ist eine riesengroße Glaubensfrage, die ich hier rasch abtun will. Ich habe es mir denkbar einfach gemacht und mit Tuxedo OS ein Ubuntu-Derivat genommen, von dem ich weiß, dass alles bestmöglich auf der Maschine funktioniert. Fürs Gaming selbst ist es fast egal, welche Distro ihr verwendet. Gerade für Einsteiger empfehle ich eine der großen, bekannten zu nehmen.


.gif)
Könnte man meinen. Das habe ich auch schon gehört. Vielleicht ein Doppelgänger?
Danke für die Blumen. Freut mich sehr, dass meine Arbeit gut angekommen ist. Ich sehe das als Verpflichtung und Antrieb.
Ist notiert. Der [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] und ich werden da noch etwas „Brainstorming“ betreiben und dann wird auch noch mehr zu dem Thema kommen.
Die ersten Linux-Geschichten auf PCGH sind wirklich sehr gut angekommen, was uns natürlich sehr freut.
Ich freue mich auf weiteres Feedback und zusammen werden wir schon was feines auf die Beine stellen.
Liebe Grüße und schon einmal schöne Ostertage.
Sven
Wie gesagt, ich denke das Hauptproblem vieler Interessenten ist nicht mehr unbedingt die Installation von einem Linux System (das kann man notfalls überall finden und nachlesen), sondern mit welchem man seine Hardware und die ganzen Spielereien damit wie Gaming-Features etc auch wirklich ans Laufen bekommt.
Und welche Zusatzsoftware man benötigen könnte, wie man die installiert und evtl. auch noch richtig konfiguriert.
Spielebibliotheken verwalten (GOG Galaxy unter Windows ist Gold wert), so ein Kram, der einem zwangsläufig wohl über den Weg läuft.
Was geht nativ, was muss man mit Wine oder so "emulieren"?
Welche Grafikkarten und andere Komponenten eignen sich gut, gibt es Fallstricke bei Treiber und Hardwarewechsel?
Im Prinzip kann man über jedes einzelne Thema schreiben und berichten und Tipps und Anleitungen für Anfänger und Fortgeschrittene Anwender ins Heft bringen.
Wenn man auch nur 2 Seiten im Heft dafür "opfert", wo man dann ein einzelnes kleines Thema dann aber auch ausführlich genug anspricht, dann könnte man sich quasi selber auf Dauer so einen Ordner mit diesen Dokumenten erstellen, auf die man im Problemfall wieder zurückgreifen könnte.
Ein einzelner großer Bericht über meinetwegen auch 6 Seiten bringt vielleicht eine Übersicht über dies und das, und es wird sehr viel angesprochen, aber irgendwie bleiben dann sehr oft viele Fragen offen, wo es halt nicht tief genug ins Eingemachte geht und Probleme und deren Behebung gar nicht angesprochen werden.
Ich denke mal so ein fortlaufender Linux Ratgeber, den man sich so hinstellen könnte wie damals die zurechtgeschnibbelten und einfolierten Tipps & Tricks aus der PC Games/PC Action der 90er, wo man ja auch noch kein dickes Internet hatte, das wäre vielleicht prima.
Das hätte vielleicht auch einen Mehrwert für potentielle Abonenten.
Ausschneiden und sammeln. Das spricht die uralten Triebe des Mannes an, so wie die Sammelkarten bei Steam.
Braucht man vielleicht nie, aber egal, hauptsache haben. Und sicher ist sicher.
So wie ich mich auch dabei erwische 5 Jahre PCGH nur wegen den Testberichten auf Lager zu horten.
Wenn man nämlich mal wirklich mit so einem Linux an einem Rechner herumhantieren möchte, ist so ein dicker Ordner neben dem Bildschirm mitunter richtig Gold wert, wenn man keinen 2ten PC benötigt oder hat, um da stundenlang Sachen womöglich auch noch auf englisch dann aus langen Suchlisten bei Google heraussuchen und anlesen zu können/müssen.
Ihr könnt ja auch mal Umfragen bezüglich der Interessen machen, und wie man das gestalten könnte.
Man könnte fast meinen, du hättest jahrelang bei Coumputerbase die ganzen tollen Beiträge zum Thema Linux verfasst.
Die ersten Linux-Geschichten auf PCGH sind wirklich sehr gut angekommen, was uns natürlich sehr freut.
Ich freue mich auf weiteres Feedback und zusammen werden wir schon was feines auf die Beine stellen.
Liebe Grüße und schon einmal schöne Ostertage.
Sven
Dein Gesicht kommt mir so bekannt vor.
Man könnte fast meinen, du hättest jahrelang bei Coumputerbase die ganzen tollen Beiträge zum Thema Linux verfasst.
Kann ich jedem Leser hier absolut empfehlen mal anzuschauen.
Ich bin selbst kein Nutzer, habe es aber schon mehrmals kurz ausprobiert.
Leider hat mich gewisse Hardware und Software immer davon abgehalten, das wirklich dauerhaft installiert zu lassen.
Irgendwie vermisse ich die vielen wöchentlichen Beiträge schon.
Falls man mal was Neues bringen will, wären Specials zur wirklichen Einrichtung des Rechners nach einer simplen Installation sehr willkommen.
Was ist mit Gamer-Tastatur, Maus, Sound, Drucker, Netzwerk?
Ich hab ne Logitech G610, ne Razer 8K, Asus Realtek 1220A Soundchip mit 5.1 Teufelanlage und 2.0 Headset, cfos Treiber für besseres Internet (ja, viel besser als mit reinem Windows), 170Hz Display.
Stellenweise hat man je nach Distro viel weniger Einstellungsmöglichkeiten und irgendetwas geht nicht.
Eine bietet nur 2.0 Sound, andere muckt mit 60hz, dann kann man Maus und Tastatur nicht wirklich vollständig in Betrieb nehmen, cfos bietet keine Lunux Treiber (braucht man die da überhaupt?).
Dann hat der geneigte Nutzer auch womöglich robleme mit seinem Drucker, damals hatte ich z.B. mit einem alten HP-Tintenpisser auch nicht die Software für, WLAN wollte auch nicht erkannt werden.
Solche Dinge halt.
Die Installation und Grundfunktion, das im Prinzip alles irgendwie geht, ist ja vorhanden.
Und viele haben sicher auch schon mal Probleme mit den Grafiktreibern gehabt.
AMD oder NVidia, oder jetzt Intel, welche Art von Treiber soll man nehmen, was kann man da verbocken?
Wie bekomtm man jede Distro mit zahlreichen Zusätzen fürs Gaming ans Laufen?
Da könnte man sich für die Printausgabe quasi monatlich ein mehrseitiges Hilfeblatt vorstellen.
Auch in Anbetracht der Tatsache, dass einige Leute angeblich kein Win 11 wollen oder können und Win 10 Ende 2025 ausläuft und vielleicht jemand auch nur seinen 2t-PC umstellen möchte.
Danke für die Beantwortung meiner Frage zum Software Stand von Tuxedo OS.
Bei AMD kann man Undvolten OC, alles möglich mit z.b. CoreCtrl oder über terminal wenn man die oldschool art will.