Linux-Index: Benchmarkspiele und Leistung
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Linux-Index: Benchmarkspiele und Leistung

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Wir zeigen unsere Testspiele und die ersten Ergebnisse, wie diese auf Linux im Vergleich zu Windows laufen.

Spiele und Savegames

Für unseren Index wählen wir zehn Spiele aus, die einen Windows-Linux-Vergleich in drei Auflösungen sichtbar machen sollen. Die Spieleauswahl soll repräsentativ sein und beliebte Titel, moderne und althergebrachte sowie Spiele mit verschiedenen Engines beinhalten. Während die Mehrzahl der Titel reines Rasterizing nutzt, haben wir auch Spiele speziell mit Raytracing integriert. Schlussendlich sollen die Titel unter Linux lauffähig sein. Ein Blick auf protondb.com zeigt schnell den Kompatibilitätsstatus. Einige beliebte Multiplayer-Spiele fallen beispielsweise wegen der integrierten Anti-Cheat-Software aus, darunter große Namen wie Battlefield 6. Die finale Auswahl besteht aus den folgenden Steam-Titeln:

  1. Anno 117: Pax Romana
  2. A Plague Tale: Requiem
  3. The Outer Worlds 2
  4. Kingdom Come: Deliverance 2
  5. Metro Exodus Enhanced Edition
  6. Baldur's Gate 3
  7. Clair Obscur: Expedition 33
  8. Ghost of Tsushima
  9. Cyberpunk 2077
  10. Cyberpunk 2077 (Raytracing)

Wir nutzen für jedes Spiel unsere eigenen Benchmark-Szenen, die wir per Savegame im Spiel laden. Die erste Herausforderung dabei: den Speicherort unter Linux zu finden, denn dieser kann je nach Spiel sehr individuell ausfallen. Die GPU-Auswahl besteht aus uns zur Verfügung stehenden Custom-Modellen. Taktraten und Verhalten können sich aus diesem Grund von den Referenzkarten in den regulären GPU-Leistungsindizes (Rasterizing, Raytracing, Pathtracing, jeweils unter Windows) unterscheiden.

Eine Darstellung jedes einzelnen Spielebenchmarks mit Framerates und P1-Werten in drei Auflösungen würde den Rahmen dieses kostenlosen Artikels sprengen. Wer jeden einzelnen Wert und eine vollständige Aufschlüsselung der Leistungen in jedem Spiel haben möchte, kann sich die umfangreichen Plus-Artikel zu Gemüte führen. Die Einnahmen, die wir durch solche kostenpflichtigen Artikel generieren, unterstützen die Redaktion und machen Projekte wie den extrem aufwendigen Linux-Index möglich. Wir freuen uns über jede Art von Support.

Wir wollen im Update dieses Artikels in jedem Spiel einen Ausschnitt in Form der WQHD-Messung zeigen. Dabei geht es diesmal nicht nur um die durchschnittliche Framerate, sondern im zweiten Diagramm um die P1-Werte, die eine genauere Einschätzung davon zulassen, wie flüssig ein Spiel läuft.

Wie gut läuft welches Spiel: Zusammenfassungen

Im Folgenden geben wir für jedes Spiel eine kurze Zusammenfassung und Einschätzung der Leistung. Die ausführlicheren Erklärungen finden Sie in unseren Plus-Artikeln. Unser Update mit weiteren Karten wirft das Feld erneut durcheinander und verhilft AMD zu einem weiteren Aufschwung.

Anno 117: Pax Romana

Anno 117 läuft unter Linux dank Proton problemlos. Es zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den GPU-Herstellern. AMD-Grafikkarten performen unter Linux meist deutlich besser als unter Windows. Die älteren hinzugekommenen Modelle bauen den Vorsprung dank aktuellerer Proton-Varianten und Treibern weiter aus. Nvidia-Karten verlieren unter Linux immer noch Leistung.

A Plague Tale: Requiem

Das Spiel läuft stabil unter Linux. Die anfänglich auftretenden Mikroruckler auf Nvidia-GPUs durch ältere Proton‑Versionen (zu sehen an RTX 5090 und 5080 im P1-Benchmark) konnten wir per Update bei den anderen Nvidia-Karten beheben. Die durchschnittliche Performance ist dennoch unter Linux schwächer als unter Windows. Anders sieht es bei AMD-Grafikkarten aus. Diese profitieren unter Linux deutlich und übertreffen ihre Windows-Leistung meistens. Die hinzugekommenen Karten untermauern das Plus mit einer weiteren Steigerung. Intels Arc B580 verliert deutlich an Performance beim Wechsel auf Linux.

The Outer Worlds 2

Unter Linux ist das Spiel sehr AMD-zugewandt. AMDs Radeon-Karten liefern hier deutlich höhere Bildwiederholraten als unter Windows. Meistens zumindest, denn es gibt kleine Ausreißer, beispielsweise bei der älteren RX 6800 XT und der noch älteren RX 5700 XT. Hier liegen beide Betriebssysteme praktisch gleichauf. Nvidias RTX-5000-Karten leiden unter Treiberproblemen, was teilweise dazu führt, dass das Spiel im Startbildschirm einfriert. Selbst funktionsfähige RTX-Modelle der 4000er-Reihe zeigen Mikroruckler und eine schlechte Auslastung. Die neu dazugekommenen Karten der RTX-3000-Generation zeigen dagegen weniger Probleme. Der P1-Wert liegt hier auf einem angemessenen Niveau und die Unterlegenheit zu Windows ist weniger schwerwiegend. Besonders auffällig ist die in die Jahre gekommene RTX 2080 Ti, die unter Windows Probleme verursacht und eine niedrigere Framerate liefert als unter Linux.

Kingdom Come: Deliverance 2

KCD2 ist ein Sonderfall im Testfeld, denn hier sind zumindest die neuen Nvidia-RTX-5000-Karten die Sieger. Nicht nur favorisiert das Spiel RTX-Karten unter Windows: Unter Linux schlagen sich die Karten meist sogar noch besser. Das ändert sich jedoch mit den hinzugekommenen älteren Karten. Hier übernimmt Windows wieder die Führung. AMD-GPUs aus der RX-9000-Serie schneiden vorerst unter Linux schlechter ab. Das könnte am - noch nicht so gut auf Linux optimierten - FSR 4 liegen, das uns das Spiel hier anstatt des älteren FSR 3.1 aufzwingt. AMD-Karten der Vorgänger-Generation mit letzterer Upsampling-Technik zeigen ein günstigeres Linux-Verhältnis. Und auch die noch älteren, neu hinzugekommenen Karten können weiter das Linux-Leistungsplus untermauern.

Metro Exodus Enhanced Edition

Bei der Enhanced Edition von Metro Exodus handelt es sich um einen Raytracing-Titel. Nvidia liegt sowohl unter Windows als auch unter Linux vor AMD. Linux liefert sehr saubere Frametimes und hohe P1-Werte, allerdings hat Windows einen Vorteil bei der Durchschnittsleistung. AMDs RX-9000-Karten haben unter Linux deutlichere Einbußen als Nvidia-Modelle und auch die neu dazugekommenen älteren Modelle können unter Linux nicht mit der Windows-Leistung konkurrieren. Die zuvor teils erkennbaren Grafikfehler konnten wir dank der neuesten Proton-Varianten nicht mehr erkennen. Die beiden Vega-Karten sowie die RX 5700 XT werden aufgrund der fehlenden Raytracing-Kompatibilität nicht gewertet, konnten aber tatsächlich forciert das Spiel unter Linux dennoch darstellen. Allerdings mit starken Einschränkungen bei der Beleuchtung.

Baldur's Gate 3

Die native Linux-Version funktioniert auf AMD-GPUs gut. Auf Nvidia-Karten konnten wir das Spiel jedoch schwer oder nur in sehr schlechtem Zustand zum Laufen bringen. Die Proton-Version hingegen ist für AMD- und Nvidia-Nutzer die richtige Wahl und liefert insgesamt die beste Performance und Stabilität. Für AMD sollte Vulkan genutzt werden, um das flüssigste Bild zu erhalten. Nvidia ist auf DX11 angewiesen, da hier unter Vulkan Framerate-Einbrüche die Folge sein können. Insgesamt lag die Linux-Leistung im ursprünglichen Test - auch bei AMD-Karten - leicht hinter Windows. Dank neuer Treiber hat sich das bei den frisch hinzugekommenen Karten jedoch geändert. Jetzt profitiert AMD meist deutlich und Karten wie die RX 7900 XTX können viele Plätze nach vorn gutmachen. Nvidia bleibt dagegen auf Leistungseinbußen sitzen.

Clair Obscur: Expedition 33

Das UE5-Spiel passt automatisch Grafikeinstellungen an, beim Benchmarking ist besondere Vorsicht angesagt, falls sich etwas unentdeckt umstellt. Unter Linux sind AMD-Karten fast auf einer Stufe mit Windows, und diese knappe Konkurrenz setzt sich mit den zusätzlich getesteten Karten fort. Manchmal gewinnt Linux, manchmal Windows. Es ist eine umkämpfte Herrschaft. Nvidias Karten litten im ursprünglichen Test unter Mikrorucklern bei hohen Framerates. Die neuen Tests der etwas älteren Karten zeigen, dass dies nun nicht mehr so gravierend ist und die P1-Werte wieder im grünen Bereich zu finden sind.

Ghost of Tsushima

Die Ergebnisse konnten dank der neuen Tests eine komplette Kehrtwende vollziehen. Denn ursprünglich unterlag AMD unter Linux der Windows-Performance. Zu sehen an den RX-9000-Modellen und der RX 7800 XT aus dem ersten Test. Dies hat sich vor allem dank neuer Treiber geändert. Die RX 7900 XTX macht beispielsweise unter Linux 13 Prozent Leistung gut und beweist als RX-7000-Vertreter die Treiberverbesserungen. Die älteren Karten machen es ihr nach und siegen nun durchgehend unter Linux. Während Nvidia mit der RTX-5000-Reihe unter Linux starke Performance-Einbrüche hinnehmen musste, hat sich die mit den älteren Karten der RTX-3000- und RTX-2000-Generation zumindest etwas gelegt. Die Differenz ist aber immer noch da. Intels Arc-GPU zeigt unter Linux starke Performance-Einbrüche und teils sichtbare Grafikfehler.

Cyberpunk 2077

Im Rasterizing zeigten sich im ersten Test AMD-Karten unter Linux mit hoher Framerate als potent und nahe am Windows-Niveau. Dank Treiberupdates hat AMD unter Linux mittlerweile die Windows-Performance übertrumpft. Wieder ist dies am Unterschied zwischen den beiden RX-7000-Vertretern zu sehen (RX 7800 XT: alter Test, RX 7900 XTX: neuer Test). Der AMD-Windows-Bug, der sich in Bungie-Effekt-artigen Rucklern äußert, lässt sich im P1-Diagramm bei den meisten AMD-Karten beobachten. Lediglich die alte Vega-Architektur scheint nicht betroffen zu sein. Nvidia verliert unter Linux deutlich an Leistung und das bleibt auch so.

Im Raytracing-Szenario mussten ursprünglich die AMD-Karten unter Linux deutlich Federn lassen und sich mit Performance-Einbrüchen zufriedengeben. Und auch im neuen Test ist die Windows-Performance bei der Strahlenberechnung noch überlegen, jedoch ist der Abstand sehr deutlich geschrumpft. Lediglich eine RX-6800-XT konnte einen Ausreißer produzieren und sich über Windows hinwegsetzen, wir vermuten allerdings einen Fehler in Cyberpunk 2077 als Ursache. Nvidia leidet hingegen unter Linux und liefert immer noch hier deutlich schwächere Werte als unter Windows. RTX 3080 und RTX 2080 Ti kämpfen gar mit Speicherproblemen. Unsere Intel-GPU macht leider unter Linux im Raytracing-Szenario so viele Probleme, dass wir keinen Benchmark-Run vollziehen konnten.

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    • Kommentare (172)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von sebden206 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Reizen täte es mich schon, aber im privaten Bereich habe ich genau das Gegenteil erlebt. Seit Windows 7 ist ein kaputt geupdateter PC nicht mehr vorgekommen. Wenn mal was schlecht lief, bin ich mit z.B. mit dem Chipsatz oder Grafiktreiber nachlässig gewesen und die Sache war schnell geritzt.

        Beruflich sieht das schon anders aus, da hebelt es gefühlt jede Woche mal einen Drucker oder sogar den ganzen Desktop aus. Aber ich und die Kollegen betreuen in der Hinsicht tausende PCs, da macht es schon die Quote.

        Auf der ROG Ally waren die letzten Versuche leider auch ein Reinfall. Die Bedienung des Desktops mit den Sticks unzuverlässig bis unmöglich. Und aus unerfindlichen Grund, drängeln die Distris mir da immer Steam auf, sobald das Wort "Handheld" in der Bedienungsanleitung steht.
      • Von sebden206 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Reizen täte es mich schon, aber im privaten Bereich habe ich genau das Gegenteil erlebt. Seit Windows 7 ist ein kaputt geupdateter PC nicht mehr vorgekommen. Wenn mal was schlecht lief, bin ich mit z.B. mit dem Chipsatz oder Grafiktreiber nachlässig gewesen und die Sache war schnell geritzt.

        Beruflich sieht das schon anders aus, da hebelt es gefühlt jede Woche mal einen Drucker oder sogar den ganzen Desktop aus. Aber ich und die Kollegen betreuen in der Hinsicht tausende PCs, da macht es schon die Quote.

        Auf der ROG Ally waren die letzten Versuche leider auch ein Reinfall. Die Bedienung des Desktops mit den Sticks unzuverlässig bis unmöglich. Und aus unerfindlichen Grund, drängeln die Distris mir da immer Steam auf, sobald das Wort "Handheld" in der Bedienungsanleitung steht.
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        Zitat von sebden206
        - miese, für Windows entworfene, Software wie Anydesk (wenn es lief, dann schlecht, oder irgendwann einfach gar nicht mehr)

        - Updates, denn irgendwann wurde irgendein Paket geupdatet und dann kamen Grafikfehler, Bootprobleme etc. pp

        Dann ging immer das eilige Suchen nach Forenbeiträgen und Fixes los.

        Bei meinem Spiele PC ist es so, dass ich den in der knappen Freizeit hochfahren und einfach mal ein paar Minuten oder Stunden daddeln möchte. Dafür scheint mir Windows immer noch die bessere Wahl zu sein. Auch weil es kein Spiel gibt, was nicht startet.

        Ja, es gibt genug miese Software unter Windows, die man unter Linux gar nicht erst haben möchte.
        Das fängt bei Microsoft und Clouddienste an. Weg von Amerika sag ich da nur mal als Beispiel.
        Die wollen jetzt sogar unsere DSGVO aushebeln, damit die alle Daten bekommen.
        Oder Software bei der Arbeit, die so mies ist, dass die das nicht einmal für Windows nach 20 Jahren fehlerfrei hinbekommen und gefühlt immerr nur mehr Bugs und so einbauen.

        Beim Thema Updates ist eigentlich besonders Windows am Apunkt, wenn man Forenbeiträge und News hier sieht.
        Bislang keine Probleme mit 1 Jahr CachyOS, und ich update jeden Tag vor lauter Geilheit, das ist mein Lieblingsspiel.
        Wenn etwas unter Windows nicht geht, ist man zu 90% auch auf Hilfe angewiesen.
        Alleine diese Woche 2 von 2 Rechner bei der Arbeit nach einem Fehlercheck mit sfc scannow repariert, die Macken hatten, und weitere Rechner stehen an, die sind vermutlich alle im Apunkt, bei einem geht nicht mal mehr die Systemoptionen. Nur darf das ein einziger Admin machen, ich nicht, da muss Ostern auf Weihnachten fallen.

        In der knappen Freizeit kann man Linux schneller laden und anfangen zu spielen.
        Bisher geht einfach alles.
        Nur wenn man ein Hauptaugenmerk auf sehr alte Games legt, wo man mit Windows schon extrem tricksen muss, oder aber sich wahnsinnigerweise durch Anticheatsoftware und sonstigen ekeligen DRM das Betriebssystem zerschießen will, kann man ja dual boot machen.

        Meiner Meinung nach ist Linux nun absolut gleichwertig, dank der Entwicklung vor allem in dem letzten 2-3 Jahren.
        Vor allem mit einem sehr aktuellen System, mir graust vor den Debian Derivaten mit teilweise monatelangem Verzögern von wichtigen Features. Nimmt man halt, wenn man keine topaktuelel Hardware kauft und damit neue Spiele mit neuesten Treibern zocken können will, also stabil für die Arbeit. Vielleicht auch da dual-boot.
      • Von BxBender Volt-Modder(in)
        MESA 26 !?!
        (also ich habe den gerade schon mit der Unreal Engine genutzt und flutscht bisher)

        Der umfangreiche Test hier war somit leider völlig umsonst, schade, aber trotzdem nett als grobe Richtlinie für nicht ausgebremste Spiele, die nicht auf der UE basieren.
      • Von Zik7 BIOS-Overclocker(in)
        Fantastisch!
        Jetzt noch kommt irgendwann noch der 7er Kernel, Mesa 26 und NVIDIA steckt Manpower in die Linux Treiberentwicklung!
        Top!
      • Von eggfish Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Super Index Danke
      Direkt zum Diskussionsende
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