Deutsche Bahn: Linux-Nutzer müssen leider draußen bleiben

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Deutsche Bahn: Linux-Nutzer müssen leider draußen bleiben
Quelle: Deutsche Bahn AG

Linux-Nutzer kommen bei der Deutschen Bahn aktuell nicht ans Ticket: Die Webseite des bundeseigenen Konzerns blockiert Verbindungssuchen mit dem Fehler 751 und unterstellt Bot-Aktivität. Ein Trick dient als Workaround - das Problem bleibt.

"Vielen Dank, dass Sie mit der Deutschen Bahn gereist sind" - dieser Satz, mit dem ICE-Reisende aus dem Lautsprecher verabschiedet werden, bleibt für eine wachsende Nutzergruppe aktuell ein theoretisches Konstrukt: Wer auf bahn.de unter Verwendung von Linux eine Verbindung sucht oder ein Ticket buchen möchte, wird seit Mitte Mai 2026 zuverlässig mit einer wenig erfreulichen Fehlermeldung konfrontiert.

Fehler statt Fahrplanauskunft: Linux wird blockiert

Erstmals dokumentiert wurde das Verhalten im Subreddit r/deutschebahn, anschließend hatte Heise online die Berichte verifiziert. Konkret präsentiert die Bahn-Webseite betroffenen Linux-Nutzern den Fehlercode 751 mit dem Hinweis: "Es tut uns leid, bei diesem Vorgang ist ein Fehler aufgetreten. Das Verhalten Ihres Browsers ähnelt dem eines Bots." Der Browser spielt dabei keine Rolle.

Die Folge: Die Verbindungsauskunft bricht ab, eine Buchung ist nicht mehr möglich. Bei manchen Nutzern tritt der Effekt direkt beim ersten Suchversuch auf, bei anderen erst nach drei bis vier Klicks - etwa beim Auswählen früherer Verbindungen.

Auch der DB Navigator, die offizielle Mobil-App der Deutschen Bahn, ist Berichten zufolge gelegentlich betroffen, obwohl er laut eines Sprechers der Deutschen Bahn AG uneingeschränkt funktionieren sollte. Die eigentliche Startseite bahn.de bleibt indes erreichbar, sobald aber die Fahrplanabfrage startet, schlägt jedoch das Schutzsystem zum Aufspüren von Bot-Aktivitäten: Linux-Nutzer können so keine Tickets buchen.

Deutsche Bahn blockt Linux: Der User-Agent ist Schuld

Heise online hat das Verhalten in mehreren Stichproben nachvollzogen - und das Ergebnis ist so kurios wie technisch fragwürdig: Es ist allein die Zeichenkette "Linux" im User-Agent des Browsers, welche das Sicherheitssystem anschlagen lässt. Wird dieser in Firefox unter Linux über about:config mittels general-useragent.override entsprechend auf eine Windows-Kennung umgestellt, lässt die Bahn den Nutzer wieder durch. Die Gegenprobe bestätigt, dass die Detektion an der simplen Zeichenkette "Linux" aufhängt - ein sehr fragwürdiges Vorgehen.

Wer Firefox unter Windows 11 oder Safari unter macOS einen Linux-User-Agent unterschiebt, wird ebenfalls ausgesperrt - obwohl das eigentliche Betriebssystem korrekt Windows oder macOS ist. Selbst der von der DB-Hotline gegenüber mehreren Betroffenen empfohlene Wechsel auf Chrome hilft nicht: Sobald sich "Linux" im Identifier befindet, ist Schluss mit der Fahrplansuche und Ticketbuchung.

Konkret bedeutet das: Das System der Deutschen Bahn nutzt offenbar den User-Agent als zentrales Merkmal seiner Bot-Heuristik - ein Vorgehen, das in der Praxis seit über einem Jahrzehnt als wenig zielführend gilt, weil sich der User-Agent trivial fälschen lässt und reguläre Nutzer härter trifft als jeder ernsthafte Scraper.

Stellungnahme: Deutsche Bahn spricht von "False Positives"

Nach Bekanntwerden des Problems hat die DB am 21. Mai eine Stellungnahme gegenüber Heise abgegeben. Eine Sprecherin betont, es gebe "keine generelle Sperre einzelner Betriebssysteme". Bahn.de und der DB Navigator seien "grundsätzlich auch mit Linux-Betriebssystemen sowie weniger verbreiteten Browser-/Betriebssystem-Kombinationen nutzbar". Wirklich belastbar sind diese Aussagen aber nicht.

Allerdings setze man "moderne Sicherheitsmechanismen" ein, die "Zugriffsverhalten, Netzwerk- bzw. IP-Adressbereiche sowie technische Besonderheiten des Browsers" auswerten, heuristisch und auf Basis von Mustern. Dabei seien "False Positives in seltenen Fällen nicht auszuschließen", so die Sprecherin des Bahn-Konzerns.

Ein Praxistest von Heise am 21. Mai zeigte allerdings, dass die Sperre auch nach der Stellungnahme weiterhin auslöst - sobald "Linux" im User-Agent steht, kommt der Fehler 751. Zuvor betroffene Linux-Nutzer inzwischen, dass das Problem inzwischen nur noch temporär, nicht aber bei jedem Besuch der Website auftritt. Vollständig gelöst scheint der Bann aber noch immer nicht zu sein.

Workaround: Linux-Nutzer wechseln den User-Agent

Wer kurzfristig wieder Tickets buchen will und nicht spontan das Betriebssystem wechseln möchte, kann sich in Firefox unter Linux mit wenigen Handgriffen helfen:

  1. In der Adresszeile about:config aufrufen und den Warnhinweis bestätigen.
  2. Nach general.useragent.override suchen.
  3. Über das Plus-Symbol einen neuen String anlegen und einen Windows-User-Agent eintragen, etwa Mozilla/5.0 (Windows NT 10.0; Win64; x64; rv:137.0) Gecko/20100101 Firefox/137.0.
  4. bahn.de neu laden - die Verbindungsauskunft funktioniert wieder.

Zurückgesetzt wird der Override über das Mülleimer-Symbol in derselben Konfigurationsmaske.

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Quelle: r/deutschebahn / Heise [ 1 ] [ 2 ] via IT's FOSS

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    • Kommentare (16)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Andreas1975 Volt-Modder(in)
        Habe bei mir keine Probleme.
      • Von Andreas1975 Volt-Modder(in)
        Habe bei mir keine Probleme.
      • Von Paulebaer1979 Software-Overclocker(in)
        Bei mir geht`s unter Manjaro, Firefox 151.0 nicht.
      • Von TheRealRalf Schraubenverwechsler(in)
        Gerade probiert von Firefox 140.11.0 ESR unter Linux Mint 22.3... läuft. Evt. also ein Problem mit den tollen neuen KI-Features im aktuellen Firefox-Release-Channel?
      • Von Ellina BIOS-Overclocker(in)
        So was katastophales is einfach nicht möglich oder man denkt sich dieses schlamasel aus. Aber es gibt es wohl doch dass is halt ultra bescheuert.
      • Von Capucius Software-Overclocker(in)
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Zitat von Terracresta
        Sag das du nicht auf die DB angewiesen bist, ohne zu sagen, dass du nicht auf die DB angewiesen bist.
        Ich fahre ausschließlich mit dem Zug zur Arbeit. Dank Steam Deck oder Switch 2 bin ich aber sehr gechillt, wenn wir wegen Personenschaden mal warten müssen. Was der Einsatz von Bot Detection nach Angriffen mit dem Geschehen auf den Schienen zu tun hat muss mir noch mal jemand plausibel erklären. Ich glaube, das sind sogar rechtlich völlig unterschiedliche Firmen. DB Vertrieb für die Tickets und DB Netz für die Schieneninfrastruktur usw.
      Direkt zum Diskussionsende
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