Lassen sich Stereo-Lautsprecher von Nubert auch als Soundbar verwenden? DIY Soundbar Test 2024
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Fernseher sind inzwischen sehr flach geworden und dementsprechend schlecht klingt oftmals der Ton. Nicht jeder mag aber klassische Soundbars, wie es sie inzwischen von unzähligen Herstellern zu kaufen gibt oder hat andere Lautsprecher im Sinn. Ist eine Do it yourself Soundbar mit Stereo-Lautsprechern eine mögliche Alternative? Wir machen den Test und basteln uns mit Produkten von Nubert und Dynavoice unsere eigene Soundbar.
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Egal ob beim Zocken an der Konsole, Streamen von Filmen oder sonstigen Aktivitäten, der Fernseher ist oftmals das zentrale Element im Wohnzimmer. Dank OLED-Technik ist die Bildqualität bei Fernsehern immer besser geworden, gleichzeitig sind die Geräte aber auch immer flacher geworden. Doch durch diese Bauweise leidet natürlich die Tonqualität und nicht immer passt ein großer AV-Receiver samt 5.1-System zur Wohnzimmereinrichtung oder zum Budget. Soundbars sind daher immer beliebter geworden und unzählige Geräte fluten den Markt. Wer noch alte Stereo-Lautsprecher herumliegen hat oder gewisse Anforderungen an die Lautsprecher und den Verstärker hat, kann aber durchaus auch seine eigene "Soundbar" bauen und so zusammenstellen, wie er möchte. Doch wie klingt sowas und ist eine echte Soundbar nicht doch die bessere Alternative, da entsprechende Geräte mit vielen Features wie der Loudness-Funktion ausgestattet sind, die die Klangqualität dynamisch anpassen, um eine guten Ton bei verschiedenen Lautstärkepegeln zu gewährleisten?
Quelle: PCGH
Nubert nuLine WS-14 als Soundbar?
Quelle: PCGH
Schalter: Nubert nuLine WS-14
Stereo-Lautsprecher Nubert nuLine WS-14
Nubert aus Schwäbisch Gmünd fertigt seine Produkte in Deutschland und entwickelt seit über 45 Jahren Lautsprecher und die dazu passende Elektronik. Mit dem nuLine WS-14 All-Zweck-Lautsprecher bietet Nubert relativ kompakte und längliche sowie sehr hochwertig verarbeitete Lautsprecher an, die liegend aneinandergereiht fast schon aussehen wie eine typische Soundbar, zumal diese nur eine Tiefe von 10 Zentimetern aufweisen. Daher haben wir uns für den Test für diese optisch sehr ansprechenden Allrounder mit zwei 123-mm-Tiefmitteltönern und einem 19-mm-Hochtöner entschieden, die es in Weiß und Schwarz auch im Set für 650 Euro zu kaufen gibt. Der nuLine WS-14 ist auch als Center nutzbar und damit für den waagerechten und senkrechten Betrieb abgestimmt, was ihn als Soundbar auch für unser Experiment qualifiziert hat. Mit einem Wandhalter von Nubert kann dieser sogar an der Decke befestigt werden. Die Lautsprecher sind natürlich so optimiert, dass ein räumlicher Abstand vorhanden sein sollte, um auch einen möglichst guten Stereoklang zu ermöglichen, was bei unserer DIY-Soundbar mit zwei aneinandergelegten Lautsprechern natürlich nicht gegeben ist. Die Nubert-Lautsprecher verfügen an der Rückseite über Schalter, mit denen die Klangcharakteristik verändert werden kann. Mit einem weiteren Schalter kann die Aufstellung (frei aufgestellt oder wandmontiert) gewählt werden.
Quelle: PCGH
Dynavoice Challenger CA802BT als Verstärker
Verstärker Dynavoice Challenger CA802BT
In einer klassischen Soundbar ist der Verstärker schon fest verbaut, diese Einschränkung hat man natürlich bei einer Do it yourself Soundbar nicht und kann frei wählen, was Anschlüsse und Features angeht. Dafür benötigt so ein Verstärker auch Platz und kann das Gesamtbild natürlich auch stören. Klassische AV-Receiver sind in der Regel sehr groß und brauchen viel Platz. Unser Ziel für unser Experiment war es also einen möglichst kompakten Verstärker zu finden. Dabei sind wir auf den kleinen Class-D-Verstärker vom schwedischen Hersteller Dynavoice gestoßen. Der Challenger CA802BT ist mit seinen Abmessungen von 151 x 38 x 170 mm (Breite/Höhe/Tiefe) äußerst klein und verfügt auch über keine Lüftungsschlitze, die verdeckt werden könnten. An den Stereo-Verstärker mit einer Leistung von 80 Watt (4Ω) pro Kanal können die Lautsprecher und ein aktiver Subwoofer angeschlossen werden. Der Fernseher selbst sollte über den optischen Eingang angeschlossen werden. Dank der Bluetooth-Antenne kann das Gerät auch wie ein Bluetooth-Lautsprecher eingesetzt werden. Eine Infrarot-Fernbedienung gehört auch zum Lieferumfang. Trotz der kompakten Abmaße wird das Gerät im Betrieb nicht warm, vor einer Überhitzung muss man sich also nicht fürchten. Der Challenger CA802BT verfügt übrigens über ein externes Netzteil, welches nochmals etwas Platz in Anspruch nimmt.
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Einstellungen beim Dynavoice Challenger CA802BT
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Die nuLine WS-14 sind nicht sehr basslastig
Subwoofer: Die Qual der Wahl
Die Nubert nuLine WS-14 sind nicht sehr basslastig, ein zusätzlicher Subwoofer ist also zwingend erforderlich. Hier gibt es je nach Vorlieben und Raumgröße unterschiedlichste Modelle. Spannend finden wir hier auch das Sortiment von Nubert, denn mit dem nuSub XW-800 Slim gibt es einen besonders flachen Subwoofer für 585 Euro. Wenn hier aber genügend Platz vorhanden ist, sollte man doch eher zu einem größeren Modell wie dem nuSub XW-700 greifen. In unserem Soundbar-Experiment haben wir den bereits bestehenden Dali SUB K-14 F verwendet. Wenn Sie noch einen älteren Subwoofer zuhause rumliegen haben, können Sie zunächst auch immer erst damit rumexperimentieren. Wenn Sie gewisse Anforderungen an das Design und die Abmessungen haben, können wir Ihnen den PCGH-Preisvergleich dafür wärmstens empfehlen. Mit den verschiedenen Filter-Kriterien gelangen Sie recht schnell zu einer ersten Auswahl.
Fazit: Wie klingt die DIY-Soundbar?
Die Nubert nuLine WS-14 in Kombination mit dem Verstärker von Dynavoice sorgt für ein ausgewogenes, klares und exaktes Hörerlebnis und stellt den TV-Lautsprecher deutlich in den Schatten. Dieses exakte Hörerlebnis hat aber auch gleichzeitig den Nachteil, dass man als Hörer genau orten kann, aus welcher Richtung der Ton kommt. Wenn also die beiden Lautsprecher unter dem Fernseher platziert werden, hört man im Vergleich zum TV-Ton schon, dass die Lautsprecher etwas tiefer aufgestellt sind. Hier können gute klassische Soundbars im Vorteil sein, da hochwertige Soundbars oft mit Technologien ausgestattet sind, die das Klangbild verbessern und ein breites Sounderlebnis erzeugen, sodass der Ton weniger direktional von unten zu kommen scheint. Einige Soundbars bieten virtuellen Surround-Sound, der mit dazu beitragen kann, das Gefühl eines ausgewogenen und weniger direktionalen Klangs zu erzeugen.
Quelle: PCGH
Den besten Klang erzielen Sie, wenn sich die Lautsprecher neben dem TV befinden.
In unserem Test haben wir die beiden Lautsprecher auch mittig links und rechts vom Fernseher platziert und diese Aufstellungsmethode ist eindeutig im Vorteil und wird von uns bevorzugt. Zusammen mit dem Subwoofer hat man dann ein exzellentes 2.1-System, welches man nicht mehr missen möchte. Auch durch den größeren Abstand zueinander entsteht ein besseres Stereo-Erlebnis als bei einer herkömmlichen Soundbar. Da die nuLine WS-14 mit ihrer Tiefe von nur 10 Zentimetern extrem flach und unauffällig sind und wie ein Bild aufgehängt werden können, machen diese auch optisch eine ausgezeichnete Figur. Wir würden diese Lösung allein schon aus optischen Gründen einer Soundbar unter dem Fernseher vorziehen. Hier ist es aber empfehlenswert, für ein unsichtbares Kabel in der Wand zu sorgen - wie das am besten klappt, beschreiben wir weiter unten. Einen unschlagbaren Vorteil bietet die DIY-Soundbar aber noch: Sollte später mal die Wohnzimmereinrichtung geändert werden oder die Lautsprecher für einen anderen Zweck verwendet werden müssen, sind Sie natürlich mit einzelnen Lautsprechern deutlich flexibler als mit einer klassischen Soundbar, die vielleicht eines Tages im Elektroschrott landet. Mit den nuLine WS-14 erhält man also definitiv zeitlose Lautsprecher.
Bildergalerie
Do it yourself: Kabel unter der Wand verlegen
Wer ein Lautsprecherkabel in der Wand verlegen möchte, um für eine saubere Optik an der Wand zu sorgen, sollte mal unseren Tipp ausprobieren, mit dem wir schön öfter gute Erfahrungen gemacht haben. Wir verzichten dabei auf ein Leerrohr, da Sie so nur einen ultradünnen Schlitz in die Wand schlagen müssen. Dazu nehmen Sie zum Messen das Lautsprecherkabel Ihrer Wahl. Anschließend markieren Sie den Kabelkanal in der Wand mit einem Bleistift, sodass Sie am Ende zwei vertikale Linien haben. Mit einem Cutter-Messer, wie dem unten verlinkten Bosch Professional Messer, fahren Sie jetzt die Linien nach und schneiden dabei je nach Kabeldicke etwas in die Wand. Danach nehmen Sie einen Schlitz-Schraubendreher und einen Hammer und schlagen damit die Wand zwischen den beiden Linien auf. Achten Sie nur darauf, dass sich an dieser Stelle keine Leitungen befinden! Nachdem Sie mit dem Cutter-Messer schon eine Führung vorgegeben haben, gelingt das recht problemlos.
Danach legen Sie nur noch das Lautsprecherkabel in die Wand und versprachteln die Wand. Besonders gute Erfahrungen haben wir dabei mit dem Pufas Fertigspachtel gemacht, der sofort einsatzbereit ist. Ist der Schlitz etwas tiefer, empfiehlt sich nach einigen Stunden ein weiterer Vorgang. Wenn Sie die überschüssige Spachtelmasse mit einem Spachtel abgetragen haben, haben Sie wieder eine perfekt glatte Wand. Bonus-Tipp: Mit einem feuchten Schwamm lassen sich Unebenheiten einfach abwischen, selbst wenn der Spachtel schon etwas getrocknet ist. Danach müssen Sie die Stelle nur noch mit einer Malerwalze streichen.
