LG UltraGear OLED 34GS95QE-B: Für Gamer gemacht!
Der LG Ultragear 34GS95QE-B will mit seinem 240 Hertz schnellen OLED-Display und dem 21:9 Kinoformat überzeugen. Gleichzeitig möchte er sich mit seiner agressiven 800r-Kurve von der Konkurrenz abheben. Dank einer Kooperation von LG und PCGH darf ich für Sie der Frage nachgehen, für wen dieser Monitor gemacht ist und für wen eher nicht. Ein Lesertest.
Quelle: LG
LG UltraGear OLED 34GS95QE-B (links) im Vergleich mit einem 27 Zoll-IPS-Panel
Unboxing
"Ding Dong". Es ist früh am Morgen und der Paketbote klingelt an der Türe. Er übergibt mir ein Paket gigantischen Ausmaßes - da muss der Monitor sein. Also heißt es schnurstracks in den dritten Stock und auspacken.
Im Paket befinden sich:
- Der Monitor
- Der zweitteilige Standfuß
- Schrauben für den Standfuß
- Eine Abdeckung für die Kabel am Standfuß
- Das Netzkabel
- 1 x HDMI-Kabel
- 1 x DisplayPort 1.4-Kabel
- 1 x USB-Kabel A auf B
Quelle: LG
LG UltraGear OLED 34GS95QE-B
Der Aufbau des 34 Zoll großen Monitors gestaltet sich dann spielend leicht: Zwei Schrauben verbinden beide Standfußteile, das Standbein wiederum verbindet sich per "Einrastmechanismus" mit dem Monitor. Nach nur wenigen Minuten steht neue OLED LG-Monitor nebst einem älteren IPS-Monitor und stiehlt ihm förmlich die Show. Was direkt auffällt, ist die starke Krümmung des Monitors von 800r. Diese kann man sich folgendermaßen vorstellen: Würde man einen perfekt ansitzenden Kreis in die innere Krümmung des Monitors legen, dann bräuchte man vom mittleren Punkt dieses Kreises genau 800mm, um zum Monitors zu gelangen. Der Monitor lässt sich nach oben und unten verstellen, sowie nach links oder recht drehen. Eine Neigung nach oben oder unten ist allerdings nicht möglich. Der Monitor sitzt dafür jederzeit fest im Standbein, sodass er beim Betrieb nicht wackelt. Generell sehe ich das Standbein als eines der Highlights des Monitors. So nimmt er vergleichsweise wenig Platz am Tisch weg und kann dazu, als Auflagefläche verwendet werden. Ebenfalls nützlich ist die Einkerbung für die Kabel, welche das "Cable Management" einfacher gestalten. Für eine bessere Ergonomie kann man selbstverständlich auch einen Monitorarm nach VESA-Standard anschließen.
Wie bei vielen Gaming Monitoren der letzten Jahre, setzt LG auch auf LEDs am Rücken des Monitors. Da diese auf der Rückseite des Monitors sitzen, fallen diese bei frontaler Betrachtung des Monitors nur wenig auf. Zwar können die LEDs etwa auch eine Wand anleuchten, die "stärksten" Reflektionen verschwinden aber hinter dem Monitor. Ob die LEDs am Ende mehr als ein Gimmick sind, darf jeder für sich selbst entscheiden. Gefallen einem die LEDs nicht können sie natürlich auch abgeschaltet werden. Wie bei vielen Monitoren von LG kommt zur Menüführung wieder ein Joystick zum Einsatz. Dieser befindet sich in der Mitte unterhalb des Bildschirmes und ermöglicht eine bequeme Menüführung.
Quelle: LG
LG UltraGear OLED 34GS95QE-B
Gaming-Erfahrungen
Kommen wir nun zur Paradedisziplin des Monitor: Gaming. Angefangen mit den Farben, denn laut LG deckt der Monitor den DCIP-3-Farbraum zu 98,5% ab. Das Ergebnis sind lebendige Farben und einen möglichen Einsatz für Bild-/Videobearbeitung. Das OLED-Display sorgt derweil für fantastische Kontrastwerte, da an entsprechenden Stellen die einzelnen Pixel nicht leuchten und somit "echtes" Schwarz dargestellt werden kann. Da das Panel jedoch mit einer matten Beschichtung daherkommt, fallen Farben etwas weniger kräftig aus, als bei Monitoren mit glänzender Beschichtung. Der Vorteil von einer matten Beschichtung liegt dafür in der Minderung von Reflektionen, da das Licht diffus abgestrahlt wird.
Gleichwohl sorgt das 21:9 Kino-Format für ein sehr immersives Spielerlebnis. Auch die extravagante Kurve trägt dazu bei, denn der ganze Bildschirm lässt sich so ohne nervige Kopfbewegungen ablesen. Das, gepaart mit den 240 Herz, sowie der OLED-typischen schnellen Schaltzeit, macht beispielsweise Doom Eternal zu einem freudigen Erlebnis. Der Monitor hat eine Auflösung von 3440 x 1440 Pixeln und hat damit ein zu den Seiten erweitertes Bildverhältnis eines 2560x 1440p Monitors. Damit verfügt er über gute 5 Mio. Pixelpunkte und es ist leichter hohe Bildraten zu erzielen als bei den über 8 Mio. Pixeln bei einer 4K-Auflösung.
An dieser Stelle ist es mir aber wichtig zu betonen, dass ein Ultrawide-Monitor weniger reibungslos funktioniert, als ein herkömmlicher 16:9 Monitor. Auch wenn die meisten modernen Spiele mittlerweile das Format nativ unterstützen, gibt es immer noch Ausreißer. Das im wahrsten Sinne des Wortes fantastische Elden Ring benötigt beispielsweise externe Software, um in ultrawide dargestellt zu werden. Viele Indiespiele oder auch Valorant lassen sich schlicht nur in 16:9 spielen. Ein weiterer Makel von OLED ist der sogenannte "VRR-Flicker". Nutzt man zum Beispiel G-Sync, kann es bei stark abweichenden Bildraten zum Bilschirmflickern kommen. Im normalen Spielfluss konnte ich das Phänomen zwar nie feststellen, aber gerade Ladebildschirme flickern gerne einmal.
Quelle: LG
LG UltraGear OLED 34GS95QE-B
Textverarbeitung
Okay, Games machen auf dem LG 34GS95QE-B richtig Laune und auch das ein oder andere Filmchen lässt sich hier genießen. Aber ist der Monitor denn auch zum Arbeiten geeignet? Die Antwort ist ein ganz klares "jein"! Auf der einen Seite bietet der Monitor mit 3440 x 1440 Pixeln eine gute Arbeitsfläche. So können bequem drei Fenster nebeneinander geöffnet sein.
Es gibt jedoch drei Punkte, wieso ich den LG 34GS95QE-B zum Arbeiten eher durchwachsen finde:
1. Farbsäume bei Text
LG verwendet hier ein RGWB-Subpixellayout. Das Problem ist hier, dass Windows von einem RGB-Subpixellayout ausgeht und es so zu Darstellungsschwierigkeiten vor allem bei Text kommt. Zwar verwenden auch andere OLED-Monitore kein klassisches RGB-Subpixellayout, der leichte Schärfeverlust durch die matte Beschichtung dürfte das Problem aber noch etwas verschlimmern.
2. Die Kurve
Mag die Kurve bei Videospielen noch immersiv wirken, empfinde ich das Lesen von Text auf Dauer etwas anstrengend. So habe ich das Gefühl, mein Gehirn muss den gekrümmten Text "ausgleichen" und ich kam mir nach einer Lese-Session schneller erschöpft vor als sonst. Das ist natürlich ein subjektiver Eindruck, andere mögen damit vielleicht besser klarkommen.
Quelle: LG
LG UltraGear OLED 34GS95QE-B
3. Es ist und bleibt ein OLED
OLED-Displays werden früher oder später an Burn-In leiden und es brennen sich bestimmte Bildelemente im Display ein. Wann es zu Burn-In kommt bestimmen verschiedene Parameter: Statische Elemente die über längere Zeit angezeigt werden, die Helligkeitseinstellung des Monitors und inwiefern Softwarelösungen zur Minderung von Burn-In zur Verfügung stehen/eingesetzt werden. Dazu gleich mehr. Wichtig: LG bietet auf alle seine OLED-Monitore eine Garantie von 24 Monaten, die auch Burn-In beinhaltet.
Burn-In
Um das Risiko von Burn-In zu reduzieren, verfügt der Monitor über entsprechende Features: "OLED Screenmove": Hier bewegen sich die Pixel in regelmäßigen Intervallen "einen Pixel weiter", was mit dem bloßen Auge nicht sichtbar ist. "OLED Image Cleaning": Eine Art Pixelrefresh, den LG alle 4h empfiehlt und ein paar Minuten dauert. Generell empfiehlt es sich, statische Bildschirm-Elemente so gut es geht zu vermeiden, damit das OLED-Display möglichst lange von Burn-In verschont bleibt. Es empfiehlt sich daher die Taskleiste auf "automatisch ausblenden" zu stellen und abwechselnde Hintergrundbilder zu benutzen.
Quelle: LG
LG UltraGear OLED 34GS95QE-B
Fazit
Der LG 34GS95QE-B richtet sich vor allem an Spielerinnen und Spieler und weiß hier zu begeistern. Sein 240 Herz schnelles OLED-Display sieht fantastisch aus und lässt andere Displaytypen alt aussehen. Durch sein 21:9-Format und die einnehmende Kurve wird Gaming zu einem immersiven Genuss. Für die Arbeit eignet sich der Monitor allerdings je nach Anwendungsgebiet nur bedingt, da Text leichte Farbsäume aufweist und statische Bildelemente zu schnellerem Burn-In führen können.
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mir war zu Beginn des Tests nicht bewusst, wieviel ein Monitor ausmachen kann
Ich konnte!
Wer einmal an so einem OLED Monitor gespielt hat, hat die Zukunft gesehen.
LCD ist tot.
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