Technik aus den 50ern: Forscher bastelt tellergroßen USB-"Stick" mit 128 Byte Kapazität

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Technik aus den 50ern: Forscher bastelt tellergroßen USB-"Stick" mit 128 Byte Kapazität
Quelle: dyd_Nao via X

Ein japanischer Forscher hat einen USB-"Stick" konstruiert, der größer als ein Teller ausfällt - und nur 128 Byte speichern kann. Die katastrophale Speicherdichte ist Absicht: Das bizarre Projekt nutzt die seit über einem halben Jahrhundert veraltete Magnetkernspeichertechnik.

Gerade in Zeiten der DRAM-Krise finden sich in sozialen Netzwerken immer mehr Speicherexperimente wieder, die von "potenziell nützlich" bis "aber warum?" reichen. Mutmaßlich in letztgenannte Kategorie fällt das Projekt des Weltraumforschers "dyd_NAO", dessen Hardware-Experiment ein Stück früheste PC-Vergangenheit mit der Gegenwart verknüpft. Das Herzstück des Projekts bildet nämlich ein Magnetkernspeicher-Modul - eine Technologie, die erstmals 1955 als Arbeitsspeicher in Computern zum Einsatz kam.

Diese frühe Form des nichtflüchtigen Speichers besteht aus hartmagnetischen Ferritringen, die auf Drähten aufgefädelt und durch elektrische Ströme ummagnetisiert werden. Die Speicherdichte des Retro-USB-Sticks liegt bei 128 Byte - das reicht nicht einmal aus, um den unten eingebetteten X-Beitrag vollständig zu speichern.

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Destruktives Auslesen: Wenn Lesen gleich Löschen bedeutet

Um die für PC-Verhältnisse fast schon "antike" Kernspeicherebene herum gruppieren sich klassische, modernere Komponenten wie ein Raspberry Pi Pico. Dieser Mikrocontroller übernimmt die USB-Funktionalität und steuert den Schreib-nach-Lese-Zyklus, der bei dieser Speichertechnologie zwingend notwendig ist.

Der größte Nachteil der Magnetkernspeicher-Technologie liegt nämlich in ihrem destruktiven Ausleseverfahren: Beim Lesen eines Bits wird die gespeicherte Information automatisch gelöscht. Die magnetische Polarität der Ringkerne lässt sich nur bestimmen, indem diese ummagnetisiert werden. Nach jedem Lesevorgang muss der Raspberry Pi Pico also die Daten sofort wieder zurückschreiben, um den Speicherinhalt zu erhalten.

Dennoch gab es auch Vorteile: Magnetkernspeicher sind grundsätzlich nicht flüchtig, die gespeicherten Daten blieben also auch nach dem Abschalten der Stromversorgung erhalten. Zudem sind sie äußerst widerstandsfähig gegen Strahlung und elektromagnetische Störungen. Diese Eigenschaften machten Kernspeicher ideal für militärische und raumfahrttechnische Anwendungen: Unter anderem die NASA nutzte zur Zeit des Apollo-Programms solche Magnetkernspeicher.

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    • Kommentare (16)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Das ist in der Tat deutlich besser, denn in der Tonne sind neben dem Speichermedium auch noch die komplette Ansteuerungstechnik und Stromversorgung enthalten. Also die hier mit 21st-century-Technologie umgesetzten Funktionen. Ich finde nirgendwo eine Angabe, wie schwer die eigentlichen Speicherplatten in der 350 waren. Aber spätere Systeme, die mit weniger, kleineren Plattern rund 1/14tel der Laufwerksoberfläche hatten, nutzten austauschbare, somit gut tragbare Plattenstapel. Mehr als 200 kg Datenspeicher würde ich im verlinkten Bild also nicht erwarten. Wenn man bedenkt, dass 5 MiB schon 40.000 mal mehr Speicherplatz als 128 Byte sind, brauchten die ersten Festplatten also geschätzte 5 g für die in der News gezeigte Speicherkapazität – also soviel wie ein kleiner USB-Stick.^^

        Was dagegen richtig übel war: Die vor Ringkernspeichern genutzten Quecksilber-Delay-Lines.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Ich kann keine Gewichtsangabe finden, aber jeder von den Zylindern dürfte grob 850 Byte Speicher entsprechen (1:1-Vergleich schwierig, da nicht binär) und der Platzbedarf des insgesamt ~6 KiB großen RAMs wird mit 26 m³ angegeben. Dagegen ist IBMs 5-MB-Tonne doch geradezu niedlich.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Das ist in der Tat deutlich besser, denn in der Tonne sind neben dem Speichermedium auch noch die komplette Ansteuerungstechnik und Stromversorgung enthalten. Also die hier mit 21st-century-Technologie umgesetzten Funktionen. Ich finde nirgendwo eine Angabe, wie schwer die eigentlichen Speicherplatten in der 350 waren. Aber spätere Systeme, die mit weniger, kleineren Plattern rund 1/14tel der Laufwerksoberfläche hatten, nutzten austauschbare, somit gut tragbare Plattenstapel. Mehr als 200 kg Datenspeicher würde ich im verlinkten Bild also nicht erwarten. Wenn man bedenkt, dass 5 MiB schon 40.000 mal mehr Speicherplatz als 128 Byte sind, brauchten die ersten Festplatten also geschätzte 5 g für die in der News gezeigte Speicherkapazität – also soviel wie ein kleiner USB-Stick.^^

        Was dagegen richtig übel war: Die vor Ringkernspeichern genutzten Quecksilber-Delay-Lines.
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        Ich kann keine Gewichtsangabe finden, aber jeder von den Zylindern dürfte grob 850 Byte Speicher entsprechen (1:1-Vergleich schwierig, da nicht binär) und der Platzbedarf des insgesamt ~6 KiB großen RAMs wird mit 26 m³ angegeben. Dagegen ist IBMs 5-MB-Tonne doch geradezu niedlich.
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Was für eine veraltete Technik!

        Das geht doch besser: 1000 kg und 5MB
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        "Computer" wie der für Apollo sind nicht universell, sonst fest zweckgebundene Einheiten, wobei der Zweck von Apollo nur ein Bruchteil der nötigen Berechnungen war. Das meiste wurde auf der Erde erledigt und die mitfliegende Schaltung passend justiert, um im vorliegenden Szenario (und nur da) die benötigten Echtzeitberechnungen durchzuführen. Das entspricht eher einem Taschenrechner denn einem universellen Computer – wenn man Taschenrechner umprogrammieren müsste, sobald man multiplizieren statt dividieren möchte.
      • Von KnaTTerMaxe Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Kondar
        (fals google richtig gerechnet hat)
        ... selber rechnen
        du identifizierst dich zu sehr mit deinem Avatar

        Aber bei dem "Apollo-Computer" wie im Video ist es verwunderlich das die sich nicht verflogen haben und auf dem Mars gelandet sind, einfach krass mit welch einfachen Mitteln - fast schon primitiv aus heutiger Sicht - solche Sachen durchgezogen wurden.
        Heute dagegen - kann man noch nicht einmal die Größe eines Speisetellers für die Game-Installation alleine berechnen und braucht Google ...
      • Von aluis Freizeitschrauber(in)
        Der hat das Ding wegen der Kriese gebaut. Mehr USB Speicher ist nicht mehr für uns vorgesehen.
      Direkt zum Diskussionsende
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