Youtube per 56k-Modems streamen: Ist das heutzutage mit Multilink-PPP möglich?
Die Betreiber des Youtube-Kanals "The Serial Port" haben sich selbst eine Aufgabe gesetzt: Sie möchten mit 56k-Modems ein Youtube-Video streamen. Dafür reicht eines selbstverständlich nicht aus. Daher nutzen sie gleich zwölf DFÜ-Modems per Multilink.
Mal wieder etwas aus der Sparte "Kurioses". Wer (wie der Autor) seine ersten Onlinegänge noch mit einem 56k-Modem gemacht hat und sich an das Quietschen, Piepen und Rauschen erinnert, Kämpfe mit den Eltern hatte, weil man mal wieder die Telefonleitung blockierte, nur um dieses eine Shareware-Spiel in mehreren Stunden herunterzuladen, und dabei krampfhaft die Daumen drückte und hoffte, dass es zu keinen Abbrüchen kam, weil man dann von vorn beginnen musste, der ist hier richtig für ein wenig Nostalgiegefühle.
Nerds streamen mit 12 gekoppelten 56k-Modems Youtube-Video
Die Betreiber des Youtube-Kanals "The Serial Port" wollten einfach mal sehen, wie weit man heute noch mit einer DFÜ-Verbindung kommt. Da die US-Behörde FCC (Federal Communications Commission) 2024 festgelegt hat, dass die Definition von Breitband bei 100 Mbit/s liegt (im Jahre 2000 waren es nur 200 kbit/s), machte "The Serial Port" daraus eine eigene Challenge, was man mit mehreren 56k-Modems heute erreichen könnte.
Schon damals hatten vereinzelt Hersteller wie Diamond Lösungen für gekoppelte Modems angeboten, die aus zwei 56k-Modems per Multilink PPP satte 112 kbit/s ermöglichten. Krux: Wenn man zwei Modems nutzen wollte, benötigte man auch zwei Telefonleitungen - die Technik konnte sich dementsprechend nicht durchsetzen. Wer damals irgendwann Zugriff auf ISDN hatte, erinnert sich aber wahrscheinlich, wie bahnbrechend die Möglichkeit war, durch Kanalbündelung plötzlich die doppelte Downloadgeschwindigkeit von rund 128 kbit/s erreichen zu können.
Da Multilink heutzutage keine Beschränkung an koppelbaren Modems bietet, versuchten sich die Technik-Begeisterten daran. In der Theorie und bei der kleinsten möglichen Auflösung von 240p auf PC benötigten sie für ihr ausgewähltes Video mit einer Länge von rund 12 Minuten inklusive etwas Pufferung eine Downloadgeschwindigkeit von 182 bits/s. Aufgerundet auf 200 kbit/s müssten sie also theoretisch vier 56k-Modems verbinden.
Sie bauten sich ein spezielles Hardware-Setup, am Ende bestehend aus einem PC mit Windows XP, einer Cisco IAD, welches über VoIP die analogen Telefonleitungen generiert, PCI-Karten mit seriellen Anschlüssen und insgesamt zwölf per Multilink verbundenen 56k-Modems. Das Ergebnis: Sie erreichten am Ende - und nach einigen Zwischenschritten und Neuaufbauten aufgrund von Treiberproblemen - eine Downloadgeschwindigkeit von 668 kbit/s und schafften es tatsächlich, Youtube über DFÜ-Modems zu schauen (genauere Details und der ganze Weg zum Ziel mit allen Zwischenschritten sind ausführlich im Video unten zu sehen).
Das dürfte ein Weltrekord sein, denn die Jungs schauten im Guinness Buch der Weltrekorde nach und konnten keinen Eintrag finden, der über mehr als vier verbundene Modems hinausging. Und sie sagten auch gleich: Zwölf Modems müssen nicht das Ende sein, da geht bestimmt noch mehr.
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Quelle: The Serial Port, via Youtube

Ich arbeitete damals bei der Telekom und hatte mir daher 98 das in meiner erster eigenen Wohnung gönnen können...WARP Speed😁
und die telefonkosten waren astronomisch 😎🙄
Hatte anno Dazumal das US Robotics 56K V.92 Modem, erst nach einer Gehaltserhöhung hab ich mir ISDN (via PCI Steckkarte) mit Kanalbündelung (128K) gegönnt/geleistet ...