World of Claudecraft: Das Wochenend-MMORPG, das 30.000 Spieler anlockt
Kann ein MMORPG gut sein, wenn es an einem Wochenende entsteht? World of Claudecraft verbindet KI-gestützte Entwicklung, Web-Technik und Asset-Pakete zu einem "faszinierenden" Experiment.
Wie gut kann ein MMORPG sein, das an einem Wochenende entwickelt wurde? Zum Zeitpunkt der Artikelerstellung scheinen zumindest über 30.000 Spieler dieser Frage auf den Grund zu gehen und sich in der World of Claudecraft zu tummeln. Das kostenlose Browser-Game wurde laut den Entwicklern mithilfe der KI Claude Fable 5 gebaut und bietet neun Klassen, mehrere Gebiete, Quests, Dungeons, PvP, Handel, Gruppenfunktionen und persistente Online-Charaktere. Klingt alles in allem also nach einem klassischen MMO im Stil von WoW - oder?
Entwicklungstempo (beinahe) over 9000
World of Claudecraft läuft direkt im Browser und setzt dafür auf gängige Web-Technik. Die Spielregeln sind in Typescript geschrieben, die 3D-Welt wird mit Three.js dargestellt, und der Online-Modus kommuniziert per Websocket mit dem Server. Accounts und Charakterfortschritt landen laut Projektdokumentation in einer Postgres-Datenbank. Vereinfacht gesagt: Der Browser zeichnet die Welt und nimmt Eingaben entgegen, während Server und Datenbank dafür sorgen, dass Multiplayer, Fortschritt und gespeicherte Charaktere funktionieren. Das klingt auf dem Papier nach einer soliden Grundlage, doch gleichzeitig muss man sich nur ein paar Sekunden Gameplay oder das sehr "rohe" Intro anschauen, um zu sehen, dass hier kein perfekt poliertes Spiel vorliegt.
Zu 100 % wurde das Spiel dabei allerdings nicht KI-generiert. Viele sichtbare Bausteine stammen aus freien oder lizenzierten Asset-Paketen, während etwa Gelände, Effekte, Sound oder Icons prozedural oder zur Laufzeit erzeugt werden. Das MMORPG ist damit eher eine Mischung aus KI-gestützter Entwicklung, vorhandenen Assets, klassischer Web-Technik und automatisierten Inhalten, statt komplett aus dem Nichts erschaffen.
Trotzdem stellt sich bei einem solchen Projekt zwangsläufig die Frage nach der Qualität des Quellcodes. Winfuture verweist hier auf Kritik von Fachleuten, wonach der teils unstrukturiert und schwer wartbar sei. Gleichzeitig wird das Projekt sichtbar weiter ausgebaut. Dazu zählt inzwischen unter anderem Nythraxis, ein Bosskampf für zehn Spieler samt eigener Questreihe, Mechaniken, Musik und Sprachausgabe. Ob das Spiel jedoch Themen wie Balancing, Wartbarkeit, Serverbetrieb, Moderation, rechtliche Fragen sowie schlichtweg die Langzeitmotivation gelöst bekommt, ist eine ganz andere Frage.
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