Machen ANC-Kopfhörer krank? Audiologen warnen vor zunehmenden Wahrnehmungsstörungen

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Machen ANC-Kopfhörer krank? Audiologen warnen vor zunehmenden Wahrnehmungsstörungen
Quelle: Apple

Eine Britin erkrankt an auditiver Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörung (AWVS). Audiologen sehen eine übermäßige Nutzung von ANC-Kopfhörern als Ursache und verlangen intensive Forschung nach einem möglichen Zusammenhang.

Beim Kauf neuer Kopfhörer ist "ANC" eines der beliebtesten Features: Die aktive Geräuschunterdrückung blendet gewissermaßen Umgebungsgeräusche aus, damit der Nutzer seine Musik in vollen Zügen genießen oder sich vollkommen auf das Telefonat konzentrieren kann. Nun warnen allerdings Audiologen vor möglichen negativen Auswirkungen auf die Fähigkeit des Gehirns, Geräusche zu verarbeiten. Ein aktueller Bericht der BBC beleuchtet den Fall von Sophie, einer 25-jährigen Verwaltungsassistentin aus London, die mit einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) diagnostiziert wurde. Laut den Forschern wirft ihr Fall Fragen über einen möglichen Zusammenhang zwischen der übermäßigen Nutzung von Noise-Cancelling-Kopfhörern und der Entwicklung von AVWS auf.

AVWS ist eine neurologische Erkrankung, bei der das Gehirn Schwierigkeiten hat, Geräusche und gesprochene Worte zu verstehen. Menschen mit AVWS können zwar hören, haben aber Probleme, die gehörten Informationen zu verarbeiten. Im Fall von Sophie äußerte sich dies in Schwierigkeiten, die Herkunft von Geräuschen zu identifizieren und Gespräche in lauten Umgebungen zu verstehen.

Eigenen Aussagen zufolge bemerkte Sophie erst während ihres Studiums in London Veränderungen an ihrem Hörvermögen. Sie beschreibt, dass Worte in Vorlesungen für sie wie "Kauderwelsch" klangen, was sie dazu veranlasste, Online-Vorlesungen mit Untertiteln zu bevorzugen. Auch ihr Sozialleben wurde beeinträchtigt, da sie Bars und Restaurants aufgrund der überwältigenden Geräuschkulisse früh verließ.

Mehrere Audiologie-Abteilungen des Gesundheitswesens in England berichten in diesem Kontext von einem Anstieg der Überweisungen junger Menschen mit Hörstörungen. Bei vielen dieser Patienten stellt sich heraus, dass ihr Hörvermögen normal ist, aber ihre Fähigkeit zur Verarbeitung von Geräuschen beeinträchtigt ist. Claire Benton, Vizepräsidentin der British Academy of Audiology, erklärt den möglichen Mechanismus: Durch das Blockieren alltäglicher Geräusche wie Autohupen könnte das Gehirn "vergessen", wie man Geräusche filtert.

Sie argumentiert, dass das Tragen von Noise-Cancelling-Kopfhörern eine "falsche Umgebung" schafft, in der man nur das hört, was man hören möchte, ohne die komplexeren Hörfähigkeiten zu trainieren. Sophies Audiologin vermutet, dass die übermäßige Nutzung von Noise-Cancelling-Kopfhörern - in Sophies Fall bis zu fünf Stunden täglich - eine Rolle bei der Entwicklung ihrer AVWS gespielt haben könnte. Diese Vermutung wird von anderen Audiologen geteilt, die mehr Forschung zu den potenziellen Auswirkungen einer längeren Nutzung dieser Geräte fordern. Experten zufolge besteht hier allerdings die Schwierigkeit, angesichts zahlreicher Variablen eine kontrollierte Untersuchung durchzuführen.

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    • Kommentare (24)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Capucius
        Und ich von unempathischen. Zum Glück wird es ja gerade wieder modern, auf seine Mitmenschen zu scheißen.
        Du, als Mitmenschen bezeichne ich Menschen, die auch versuchen mit mir zu leben und nicht irgendwelchen Quatsch einfordern. Wenn jemand meint krank zu werden von etwas dass er sich selbst aktiv antut, obwohl recht einleuchtend erscheint was für Auswirkungen das hat, dann darf er von mir nicht erwarten, dass ich dies unkommentiert hinnehme.
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Capucius
        Und ich von unempathischen. Zum Glück wird es ja gerade wieder modern, auf seine Mitmenschen zu scheißen.
        Du, als Mitmenschen bezeichne ich Menschen, die auch versuchen mit mir zu leben und nicht irgendwelchen Quatsch einfordern. Wenn jemand meint krank zu werden von etwas dass er sich selbst aktiv antut, obwohl recht einleuchtend erscheint was für Auswirkungen das hat, dann darf er von mir nicht erwarten, dass ich dies unkommentiert hinnehme.
      • Von Capucius Software-Overclocker(in)
        Zitat von Rollora
        Wenn du Clerikers Aussagen so liest ist er ziemlich der letzte Typ der das so meint und wenn überhaupt nur im Scherz gesagt.
        Das hoffe ich und es würde mich freuen, so für sich stehend finde ich seine Aussage mindestens unempathisch. In meinem Kopf sind da deutlich weniger für ein Forum geeignete Worte.
        Zitat von Rollora
        Tatsache ist, dass "hochsensibel" heutzutage ein abwertender Begriff geworden ist, bei dem oft emotional oder weinerlich als Eigenschaften angenommen werden und vielen gar nicht bewusst ist, dass das eine tatsächliches Symptom sein kann.
        Ich selbst bin hochsensibel geboren, aber das wurde mir dann einfach "abgezwungen" (ich hab halt immer Prügel bekommen, wenn ich "schwächlich" oder "mädchenhaft" war. Wollte der Papa halt nicht. Diese "Therapie" hatte halt dann andere Auswirkunge
        Ich benutze den Ausdruck hochsensibel wegen solcher Mitmenschen nicht mehr und habe das Gefühl neurodivers ist neutraler und wird eher akzeptiert. Bei mir sind es mehr visuelle Reize, z. B. dauert bei mir Nachleuchten auf der Netzhaut mehrere Minuten, dafür kann ich im Dunkeln ungewöhnlich gut sehen und erkenne Muster/Patterns sehr schnell.
        Mein Eindruck ist, dass sich Menschen gegen Hochsensibilität äußern, weil sie schlicht keine Lust auf den zusätzlich Aufwand haben, den der Umgang mit betroffenen Menschen erfordert. Bei manchen Bereichen wird die starke Unterschiedlichkeit, wie wir Menschen sein können akzeptiert, bei anderen herrscht enormer Konformitätsdruck.

        Sicherlich gibt es auch Menschen, die sich damit als etwas Besonderes gerieren, aber bei körperlichen Behinderungen würden die meisten sich nicht so äußern. Hat auch mit dem Internet zu tun, in der Realität hat sich mir gegenüber noch niemand so geäußert, vielleicht auch weil ich nicht der Kleinste bin und auch nicht ganz schwach.

        Ging mir übrigens genauso, man hat damals hart versucht, mir das abzugewöhnen, mit entsprechenden Konsequenzen.

        Zum Thema: wie schnell das Hirn sich beim Hören gewöhnt kann man leicht ausprobieren. Ich hatte bei einem Konzert mal aus Versehen zwei verschiedene Ohrenstöpsel drin und als ich die rausnahm hörte ich auf beiden Ohren für über eine Stunde anders, weil die Dämpfung unterschiedlich gewesen war. Da kann ich mit gut vorstellen dass ein Effekt bei längerfristiger Gewöhnung und Bildung entsprechender Synapsen entstehen kann.
      • Von Hoagy Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Ich kann nicht nachvollziehen, wie die Leute ANC überhaupt ertragen können. Das Rausfiltern der Nebengeräusche funktioniert inzwischen sehr gut, keine Frage, aber der akustische Druck, der dabei entsteht, ist für mich einfach nur extrem unangenehm. Als wenn mein Kopf in einer Überdruckblase steckt. Spätestens nach fünf Minuten bekomme ich außerdem Kopfschmerzen davon.
        Umso angenehmer ist dann aber das Gefühl beim Abnehmen der Kopfhörer. Dabei merke ich , wie die innere Anspannung weicht, die sich durch ANC aufgebaut hat.

        Ich denke für mich ist diese Technologie einfach nicht geeignet, aber jeder Mensch hört anders.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Im Prinzip ein gutes Beispiel, wie irgendwelche "Krankheiten" erfunden werden. Natürlich muß das Gehirn trainiert werden. Macht man das nicht, dann gibt das auch die entsprechenden Konsequenzen. Das Mittel dagegen: kauf dir ein CB Funkgerät, dann gibt sich das auch wieder. Wenn einem da jemand knatschend die Lebensgeschichte erzählt, dann kann man irgendwann auch die undeutlichsten Gespräche verstehen.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Capucius
        Und ich von unempathischen. Zum Glück wird es ja gerade wieder modern, auf seine Mitmenschen zu scheißen.
        Wenn du Clerikers Aussagen so liest ist er ziemlich der letzte Typ der das so meint und wenn überhaupt nur im Scherz gesagt.
        Tatsache ist, dass "hochsensibel" heutzutage ein abwertender Begriff geworden ist, bei dem oft emotional oder weinerlich als Eigenschaften angenommen werden und vielen gar nicht bewusst ist, dass das eine tatsächliches Symptom sein kann.
        Ich selbst bin hochsensibel geboren, aber das wurde mir dann einfach "abgezwungen" (ich hab halt immer Prügel bekommen, wenn ich "schwächlich" oder "mädchenhaft" war. Wollte der Papa halt nicht. Diese "Therapie" hatte halt dann andere Auswirkungen.

        Ändert nichts daran, dass ich mir manchmal gerade mit akustischen Reizen schwer tu. Das ist etwa sehr extrem. An 99% der Tage macht mir das inzwischen auch gar nichts mehr aus. Aber es gibt so tage, da irritiert es mich extrem wenn etwa Leute flüstern und ich höre den Schei* auch noch besser als gefühlt jeder andere.
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