Der neue Lidl-PC
Der Lebensmitteldiscounter Lidl bietet ab dem 19. März ein neues Komplett-System aus dem Hause Targa für 1.199 Euro an. PC Games Hardware hat den PC bereits im Testlabor gründlich unter die Lupe genommen.
Lidl setzt im Gegensatz zu Norma auf AMD und Ati. Das Rechner-Herz ist nämlich ein Athlon XP 2700+ Thoroughbred, die Grafikkarte eine Radeon 9500 mit 128 MB DDR-SDRAM. Während die CPU für aktuelle Spiele genug Pferdestärken besitzt, ist die Radeon 9500 für einen PC dieser Klasse etwas zu leistungsschwach. Allerdings ist die eingesetzte Radeon 9500 von Saphire etwas Besonderes: Der Grafikchip dieser speziellen Karteserie wird auf einer Platine mit 256-Bit-Speicheranbindung eingesetzt, die normalerweise für die Radeon 9700 und 9700 Pro gedacht ist. Erkennen können Sie die Hybrid-Karten an dem roten Platinen-Layout (PCB). Per Pipeline-Mod (PC Games Hardware berichtete in PCGH 3/2003) lässt sich diese spezielle Karte theoretisch sogar zur Radeon 9700 umwandeln, in dem zusätzliche vier Pipelines frei geschaltet werden. Diese Modifikation kann aber zu Fehldarstellungen führen.
Die Festplatte von Western Digital ist mit 120 GB gut dimensioniert. Allerdings wurde die Platte mit nur einer Partition mit dem gesamten Speicherplatz vorkonfiguriert. Der Noname-CPU-Kühler sorgt mit einem Kupferkern und niedrigen Geräuschlevel für ein angenehmes Betriebsklima. Ein echtes Highlight des Lidl-PCs ist der 2x-DVD-Brenner von Toshiba, der auch CDs mit sechzehnfacher Geschwindigkeit brennen kann. Für Internet-Einsteiger hat Lidl ein 56K-PCI-Modem eingebaut und passionierten Fernsehguckern eine TV-Karte von Asus spendiert.
Praktisch finden wir das Frontpanel, das mit USB-Anschlüssen, einem Firewire-Port, Audio-Ein- und Ausgängen und zwei verschiedenen Readern für Flashkarten versehen ist. Als nette Dreingabe hat Lidl noch eine Funk-Tastatur und -Maus von Typhoon beigelegt, die für Spieler jedoch nicht geeignet sind. Einen Fehler leistet sich Lidl jedoch beim Arbeitsspeicher: Auf dem hochwertigem Asus-Mainboard A7N8X (Nforce2) ist nur ein 256-MB-Modul DDR-SDRAM von Samsung verbaut. 256 MB ist für Windows XP und aktuelle Spiele wie Unreal 2 viel zu wenig, zumal mit nur einem Modul das Twinbanking des Nforce2 nicht genutzt wird. Hier sollten Sie schnellstens mit einem zweiten 256-MB-Modul nachrüsten. Gut gefallen haben uns die vielen Overclocking-Möglichkeiten per Multiplikator und FSB, die das hervorragende Asus A7N8X zu bieten hat.
Fazit: Der Lidl-PC ist im Ansatz ein erstklassiger Zockrechner, allerdings wird er durch die geringe Arbeitsspeichergröße enorm ausgebremst.
