Gaming-PC kaufen: Wann wird High End zum überteuerten Luxus? Konfigurationen mit RTX 4090, 7950X3D & Co.

Natürlich ist es toll, wenn man ein großes Budget für den Kauf eines Spiele-PCs zur Verfügung hat, doch damit steigt auch das Risiko, dass man das Geld für Dinge ausgibt, die eigentlich keinen echten Mehrwert bieten. Gerade ein hochpreisiger Gaming-PC ist längst nicht immer das Geld wert, für das er angeboten wird. Falls Sie einen Gaming-PC zusammenstellen oder kaufen möchten, der Höchstleistung in Spielen bietet, aber dennoch sinnvoll konfiguriert ist, dann lesen Sie weiter.

1
News Stephan Wilke
Gaming-PC kaufen: Wann wird High End zum überteuerten Luxus? Konfigurationen mit RTX 4090, 7950X3D & Co.
Quelle: Erzeugt mit DALL-E3

Beim Kauf eines Gaming-PCs, selbst wenn das Budget sehr groß ist, gibt es einige Aspekte, die eher als überflüssiger Luxus angesehen werden können. Diese Elemente tragen nicht unbedingt zur Leistungssteigerung oder zur Verbesserung des Spielerlebnisses bei und können daher für die meisten Nutzer entbehrlich sein. Natürlich ist es am Ende immer eine Frage des Geschmacks und der indivudellen Vorlieben, welche Ausgabe sinnvoll ist und welches Feature ein Spiele-PC tatsächlich benötigt. Daher sollten Sie sich grundsätzlich nicht vorschreiben lassen, wie ihr PC auszusehen hat - immerhin ist doch gerade der Umstand, dass man jederzeit einen Rechner zusammenstellen kann, den es in dieser Form kaum ein zweites Mal gibt, eine riesige Stärke des PCs als Plattform. Die folgenden Aspekte, die einen Gaming-PC in ein überteuertes Luxusobjekt verwandeln können, sind daher lediglich als Hinweise zu verstehen. Es kann im Einzelfall sehr gute Gründe geben, eben doch ein wenig finanzielle Unvernunft walten zu lassen.

Übertriebene RGB-Beleuchtung: Eine RGB-Beleuchtung kann das Aussehen eines Gaming-PCs natürlich stark aufwerten, aber ein Übermaß davon bietet keinen praktischen Nutzen. Es kann sogar ablenkend wirken und zieht unnötig Strom. Gerade wer es grundsätzlich eher schlicht mag und höchstens gezielt Farbakzente setzen möchte, benötigt keinen LED-Overkill.

Unpraktisches Designer-Gehäuse: Einige hochpreisige Gehäuse bieten zwar ein außergewöhnliches Design, können aber Probleme bei der Kühlung oder der Erweiterbarkeit mit sich bringen. Wenn leicht große Mengen Staub eindringen, sich viele Komponenten nicht verbauen lassen oder die Wärmeabfuhr behindert wird, dann wurde der Designleitsatz "Form follows function" nicht entsprechend gewürdigt.

Überdimensionierte Wasserkühlung: Eine aufwendige Custom-Wasserkühlung sieht beeindruckend aus und kann eine effiziente Kühlung bieten, wird aber dann zum verzichtbaren Luxus, wenn eine spektakuläre Optik und ein komplexer Aufbau zum Selbstzweck werden. Manche Wasserzusätze können zum Beispiel langfristig Schäden verursachen und falls mal ein Problem auftritt, kann ein überdimensioniertes Kühlmonster ganz schön Nerven und Zeit fressen.

Extrem übertaktete Komponenten: Während moderate Übertaktung die Leistung steigern kann, führt extreme Übertaktung oft zu stark erhöhten Kosten und weiteren Nachteilen wie verringerter Haltbarkeit ohne proportionale Leistungssteigerung. Nicht umsonst wird oft zwischen alltagstauglichem Overclocking und wettkampforientiertem Übertakten unterschieden. Wird Letzteres auf die Spitze getrieben, ist ein stabiler Betrieb etwa ohne stetigen Nachschub an flüssigem Stickstoff gar nicht möglich - alltagsstauglich ist das nicht.

Zu viel Arbeitsspeicher: Während genügend RAM für Gaming wichtig ist, bieten extrem hohe Kapazitäten für die meisten Spiele und Anwendungen keinen zusätzlichen Nutzen. Aktuelle Mainboards mit Sockel 1700 oder AM5 erlauben etwa die Installation von 192 GiByte RAM, aber selbst 64 GiByte bieten für die nächsten Jahre noch hohe Reserven. Dazu kommt: Reicht die Kapazität aus, dann sind auch Takt und Timings wichtig für die Systemleistung - und diese Parameter müssen bei Vollbestückung üblicherweise entschärft werden, damit der PC stabil läuft.

Übertriebene Speicherlösungen: Über ein Dutzend Terabyte SSD-Speicherplatz sind aus dem Fenster geworfenes Geld, wenn man die Kapazität auf absehbare Zeit nicht nutzt. Selbst wer große Medienarchive sein Eigen nennt, fährt womöglich besser damit, diese etwa via NAS und Cloud im Heimnetz und weltweit verfügbar zu haben. Ein verschlüsseltes Cloud-Backup kann außerdem auch vor Datenverlust bei Einbruch oder Wohnungsbrand schützen und bietet damit einen echten Mehrwert.

Übermäßige Grafikkartenleistung: Die stärkste und teuerste Grafikkarte zu wählen, kann überflüssig sein, besonders wenn sie nicht mit der Auflösung und den Einstellungen der Spiele, die man spielt, harmoniert. Nutzen Sie etwa nur einen Monitor mit nativer Full-HD-Auflösung (1.920 × 1.080), dann wird Ihnen eine Geforce RTX 4090 zwar ein butterweiches Bild liefern, aber ohne ein Upgrade des Bildschirms etwa auf 4K UHD (3.840 × 2.160) werden Sie die Möglichkeiten der Grafikkarte nicht ausreizen.

Dedizierte Soundkarte: Gar keine Frage, wer sich zur Gruppe der Audiophilen zählt oder professionelle Audioanwendungen nutzt, kann einen großen Nutzen aus einer hochwertigen dedizierten Soundkarte ziehen. Für die meisten PC-Spieler sind aber die Möglichkeiten, die Mainboards mit guten Audio-Chips bieten, mittlerweile mehr als ausreichend. Leiten Sie etwa das Tonsignal vom PC in digitaler Form via optischem Kabel nach draußen, dann ist es technisch irrelevant, wie gut das analoge Soundsignal des Gaming-PCs ist. Ähnlich wie beim Verhältnis Grafikkarte zu Monitor ist es zudem von entscheidender Bedeutung, dass hochwertige Lautsprecher oder Kopfhörer zum Einsatz kommen, damit eine Soundkarte überhaupt die Möglichkeit hat, ihre Qualitäten auszuspielen; und High-End-Lautsprecher klingen wiederum suboptimal, wenn sie im Raum schlecht aufgestellt sind.

Wie Gaming-PCs mit High-End-Komponenten aussehen könnten, die Höchstleistung bieten, aber ausgewogen konfiguriert wurden und keine Leistung einer ausgefallenen Optik opfern, demonstrieren wir im Folgenden anhand zweier PCGH-Ratgeber-PCs. Diese Systeme können Sie als Inspiration oder Vorlage für den Eigenbau nutzen, fertig konfiguriert bei unserem Partner Dubaro erwerben oder dort während des Bestellvorgangs noch nach ihren Wünschen anpassen.

PCGH-Ratgeber-PCs: Gaming-PC konfigurieren für jedes Budget

Jeden PCGH-Ratgeber-PC können Sie vor der Bestellung im PC-Konfigurator von Dubaro umfangreich konfigurieren. Gefällt Ihnen also etwa ein bestimmtes Detail nicht, dann haben Sie in den meisten Fällen die Möglichkeit, eine PCGH-Ratgeber-PC-Konfiguration anzupassen, damit sie noch besser Ihren Vorstellungen entspricht. Sie können die PC-Konfigurationen daher zum Beispiel mit einer größeren oder zusätzlichen SSD ausstatten, um seltener Spiele deinstallieren zu müssen.

PCGH-Ratgeber-PC 3800 Edition mit Core i9-14900KF + RTX 4090

Intels Core i9-14900KF bietet mit insgesamt 24 Kernen (8× P-Cores und 16× E-Cores) eine hohe Rechenleistung und schiebt sich in Anwendungen sogar am 7950X3D vorbei, dessen 3D V-Cache primär in Spielen den entscheidenden Unterschied macht. Gekühlt wird der Prozessor von der Wasserkühlung Corsair Icue H150i RGB Elite. Damit die CPU-Leistung auch für Multi-Tasking und fordernde Anwendungen genutzt werden kann, verbauen wir 64 GiByte DDR5-6000-RAM, nämlich Kingston Fury Beast. Beim Mainboard handelt es sich um das Gigabyte Z790 Gaming X AX, welches dank Wi-Fi 6E auch kabellos Höchstleistung im Heimnetz verspricht. Für die bestmögliche Grafikleistung, egal ob mit oder ohne Raytracing, sorgt Nvidias Geforce RTX 4090. Die Grafikkarte ist nicht nur besonders schnell, sondern dank üppigen 24 GiByte Grafikspeicher auch Spielen gewachsen, die erst in den kommenden Jahren erscheinen. Für Effizienz und Stabilität sorgt das 1.000 Watt starke Be quiet! Straight Power 12 Platinum. Für Betriebssystem und Spiele steht die 2 TB große und schnelle WD Black SN850X zur Verfügung, für zusätzliche Daten ist eine Samsung 970 Evo Plus mit 1 TB verbaut. Alle genannten Komponenten stecken beim PCGH-Ratgeber-PC 3800 Edition im NZTX H9 Flow, welche viele Möglichkeiten für zukünftige Upgrades bietet. Als Gratiszugabe beim Kauf erhalten Sie die PCGH-Wärmeleitpaste Carbonite Ultra, die ein Gutschein für ein PCGH-Sonderheft enthält.

PCGH-Ratgeber-PC 4000 Edition mit R9 7950X3D + RTX 4090

Der Ryzen 9 7950X3D schafft etwas, was es nicht oft gibt: Obwohl es sich um die aktuell schnellste Gaming-CPU handelt, erzielt sie die hohen Bildraten mit einer geringen Leistungsaufnahme, die Leistung pro Watt ist also ungewöhnlich hoch für eine High-End-CPU. Gekühlt wird der 16-Kerner im PCGH-Ratgeber-PC 4000 Edition von der Wasserkühlung Corsair Icue H150i RGB Elite. Der Prozessor findet Platz auf dem Asrock X670E Pro RS, das einen PCI-Express-5.0-Slot mit 16 Lanes für zukünftige Grafikkarten bereitstellt - selbst das aktuelle Topmodell, die Geforce RTX 4090, die in diesem Gaming-PC verbaut ist, setzt noch auf PCI-Express 4.0. Beim Arbeitsspeicher setzen wir auf 64 GiByte Kingston Fury Beast mit dem Takt DDR5-6000. Dazu kommen eine 2 TB große WD Black SN850X mit bis zu 7.300 MB/s und eine Samsung 970 Evo Plus mit 1 TB Kapazität, die mit 3.500 MB/s für Daten gedacht ist. Als Energielieferant für alle Komponenten fungiert das Be quiet! Straight Power 12, das vollmodular, hocheffizient und geräuscharm seine Leistung entfaltet. Beim Gehäuse handelt es sich um das NZXT H9 Flow mit Glasfenster. Der von 4.000 auf 3.900 Euro reduzierte PC kommt mit einer Spritze Wärmeleitpaste PCGH Carbonite Ultra und einem Gutschein für ein PCGH-Sonderheft.

1
    • Kommentare (1)

      Zur Diskussion im Forum
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 07/2026 play5 07/2026 N-Zone 07/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk