Asus bringt mit der Proart LC360 ein ungewöhnliches Modell auf den Markt. Denn es handelt sich um ein Produkt weder aus der TUF- noch der ROG-, sondern aus der Proart-Reihe. Die Serie besticht vor allem durch Design, Schlichtheit sowie Workstation- und Content-Creator-Ausrichtung. Einher gehen das Fehlen einer RGB-Beleuchtung und die Ausführung in schlichtem Schwarz. Was die Kompaktwasserkühlung kann, haben wir uns in unserem Test genauer angesehen.
Ausstattung
Die Asus Proart LC360 präsentiert sich vorerst als weitgehend normale 360er-Kühlung. Ein 27 mm dicker Radiator gibt die Wärme des Wasserblocks ab. Letzterer kann auf den gängigen Sockeln AM5, AM4 sowie LGA1851, 1700 und 1200/115x montiert werden. Der Asus Proart LC360 wurden die legendären Alphacool-Apex-Stealth-Metalllüfter verpasst. Ehemals als Wunderlüfter bezeichnet, stellte sich die Leistung in unserem Test als angemessen, aber nicht beeindruckend heraus. Wie sich die Lüfter auf einer Kompaktwasserkühlung schlagen, gilt es nun zu testen.
Eine weitere Besonderheit der Kühlung ist der weiße LED-Streifen auf dem Wasserblock. Dieser kann konfiguriert werden und beispielsweise die Temperatur anhand der Balkenhöhe ablesbar machen. Dank Daisy-Chain-Lüfter wird dem Kabelchaos im Rechner aktiv entgegengewirkt. Die drei Lüfter werden über einen Standard-4-Pin-PWM-Anschluss verbunden, so auch die Pumpe. Lediglich zum Betrieb des LED-Streifens wird eine interne USB-Verbindung benötigt. Im Lieferumfang findet sich alles Notwendige für die Montage auf unterschiedlichen Sockeln, eine sinnvolle Anleitung und eine voraufgetragene Wärmeleitpaste wieder. Das ist praktisch bei der Erstmontage, für Umbauten wünschen wir uns aber hier lieber eine zusätzliche Tube.
Details
Wie für Kompaktwasserkühlungen üblich, unterziehen wir 360-mm-Modelle einem lautheitsnormierten Test, erfassen die maximale Leistung und die dabei entstehende Lautstärke und messen die Lärmbelastung durch die Pumpe bei maximaler und minimaler Drehzahl. Zusätzlich gibt es eine Einordnung in die Gesamtleistungsrangliste und einen Vergleich mit allen bisher getesteten Wasser- und Luftkühlern. Für den lautheitsnormierten Test wird jede Kühlung auf unserem Testsystem montiert. Dieses besteht aus einem Intel Core i9-12900K, der auf einem Gigabyte-Z790-Tachyon-Mainboard sitzt.
Die CPU wird im BIOS auf eine feste Energieaufnahme von 200 Watt gesetzt. Um das Verhältnis zwischen Kühlleistung und Lautstärke nun zu erfassen, werden die Lüfter jeder Kompaktwasserkühlung mittels externer Steuerung, einer Aquacomputer Aquaero 6, so lange in ihrer Drehzahl justiert, bis fünf verschiedene Lautheitswerte erreicht werden. Gemessen werden letztere über einen Cortex Analyzer NC10 in 50 cm Abstand von der Nabe des mittleren Lüfters. Um die Messung nicht zu verfälschen, bleibt das eigentliche Testsystem ausgeschaltet, denn Pumpe und Spulenfiepen steigern den Lärmpegel. Die fünf Messpunkte stellen verschiedene Anwendungsszenarien dar.
- 0,2 Sone: Ultra-Silent
- 0,3 Sone: Silent
- 0,5 Sone: Normaler Betrieb
- 1,0 Sone: Last
- 2,0 Sone: Hohe Last
Zu jedem Wert werden die dabei anliegenden Drehzahlen erfasst und anschließend bei eingeschaltetem System, voll drehender Pumpe und unter CPU-Last nachgestellt. Letztere besteht aus einer Cinebench-Dauerschleife, die für jeden Messpunkt das Kühlsystem 20 Minuten lang malträtieren muss. Haben sich die Temperaturen auf einen Wert eingependelt, werden mittels HWInfo die durchschnittlichen Kerntemperaturen der CPU sowie die über vier Sensoren erfasste Umgebungstemperatur ermittelt. Die Differenz der beiden Temperaturen liefert einen Wert, den wir als Grundlage für die Leistungsbewertung einer AiO nutzen können. Je niedriger das "Temperatur-Delta", desto besser ist die Leistung.
Der Test der Maximalleistung läuft hingegen einfacher ab. Hier werden schlichtweg die Lüfter auf die maximal mögliche Drehzahl gestellt und nach der Einpendelzeit die Temperaturdifferenz zwischen Kernen und Umgebung erfasst. Auch wenn hier die entstehende Lärmbelastung nicht in die Notenbewertung einbezogen wird, notieren wir sie.
Die Pumpe einer Kompaktwasserkühlung kann einen großen Einfluss auf die Funktion, aber auch auf die dabei entstehende Lärmbelastung haben. Eine laute Pumpe kann dem Silent-Rechner einen Strich durch die Rechnung machen. Wir messen die Pumpenlautstärke in 50 cm Abstand zum Cover des Wasserblocks - ebenfalls mit unserem Cortex Analyzer NC10 - bei maximaler und minimaler Pumpendrehzahl.
Auf der zweiten Seite beantworten wir die Frage, wie gut sich die Asus Proart LC360 im lautheitsnormierten und Volllast-Test schlägt, und vergleichen sie mit unserer bisher getesteten Konkurrenz. Außerdem beleuchten wir die Pumpe und deren abgegebenen Lärm etwas genauer und ziehen ein Fazit.
Eine Arctic Liquid Freezer 3 kostet knapp die Hälfte.
Das hat nur Vorteile - mehr Modelle, die Qualität passt immer noch, Preise viel niedriger.
Da darf man auch "Designer"-Serien erwarten und drölfzig Optionen mit Bildschirmen etc.
lg