Noctua NL-LC1: Die erste Wasserkühlung im 240- und 360-mm-Format im Test.
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Noctua NL-LC1: Die erste Wasserkühlung im 240- und 360-mm-Format im Test.

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Wir prüfen im Folgenden die Noctua NL-LC1 auf ihre Kühlleistung und beleuchten die Pumpe genauer.

Kühlleistung

Bei der Lautheitsnormierung fallen direkt ein paar Dinge auf. Die Drehzahl der Lüfter ist sehr konstant, eingestellte PWM-Werte lassen sich sauber reproduzieren. Auch wenn das kein Beweis ist, ist es zumindest schon einmal ein Indiz: Die Lüfterdrehzahlen sind im Verhältnis zur Lautheit relativ hoch. So erreicht die doppelt bestückte NL-LC1-24 bei 0,2 Sone schon eine Drehzahl von 1.000 U/min. Ein gutes Vorzeichen, das sich im Leistungstest bestätigt. Die Lüftergeometrie und Konstruktion leisten ihren Beitrag und verhelfen der NL-LC1 zu einer überragenden Kühlleistung. Und das bezieht sich explizit auf beide Modelle. Die 360-mm-Version schafft es am Ende auf den Leistungsthron mit der besten von uns gemessenen Kühlleistung in nahezu allen Lautheitspunkten. Der kleinen Schwester ist dabei jedoch ein ähnlich großer Wurf gelungen. Sie setzt sich auf Platz zwei der Gesamtwertung. Im 240er-Segment uneinholbar, schlägt das Modell auch in Sachen Kühlleistung nahezu das gesamte Testfeld der 360er-Modelle. Lediglich Deepcools LE360 V2 trennt die beiden Geschwister vom Doppelsieg.

Asetek, Aluminium und Kunststoff - ist das Standardware?

Es ist nicht vollkommen abwegig, die NL-LC1 als Standardware zu beurteilen, schließlich bildet die Basis ein ganz normales Asetek-System. Für den Radiator wird einfaches Aluminium genutzt, der Wasserblock ist aus Kunststoff und die Schlauchverbindungen sind fest, das System ist nicht zum Öffnen gedacht. Die Noctua-Version ist daher eher eine Optimierung eines Systems, als eine komplette Neuerfindung. Dass die Leistung durch sehr gute Lüfter beträchtlich gesteigert werden kann, dürfte klar sein. Doch vor allem die Änderungen am Wasserblock und der Pumpe stellen sich als entscheidend heraus. Mit dem Schalter, der zwischen leisem, ausgeglichenem und manuellem Modus wählen lässt, kann die Kühlung beliebig eingesetzt werden. Hervorstechen kann aber vor allem die standardmäßig ausgewählte Silent-Einstellung. Denn diese kann in Verbindung mit der stark optimierten Pumpenabdeckung den Pumpenlärm auf 0,1 Sone herunterfahren. Im sonst durch laute Pumpen geplagten Kompaktwasserkühlungs-Bereich eine erfreuliche Wendung.

Pumpe und Wärmeabfuhr

Natürlich ist die Pumpe bei Volllast auf einem völlig anderen Lärmniveau, doch es gibt selten Gründe, den Silent-Modus zu verlassen. Wir haben beide Modelle in der Auslieferungseinstellung im Silent-Modus getestet und die Leistung ist hier schon extrem gut. Ändert eine höhere Pumpendrehzahl daran etwas? Um das herauszufinden, haben wir einen zusätzlichen Extremtest durchgeführt. Mit übertakteter CPU soll es an die Grenze des mit der AIO Möglichen gehen. Per Takt und Spannungserhöhung erreicht unser 12900K theoretisch deutlich über 350 Watt. Wir stellen unser 360-mm-Modell auf die bei 0,2 Sone gemessene Drehzahl und prüfen die maximale Kühlleistung anhand der CPU-Watt-Drosselung einmal mit reduzierter und einmal mit offener Pumpendrehzahl. Im Silent-Modus kann das System bei einer Umgebungstemperatur von circa 22-23 Grad Celsius eine beträchtliche Abwärme von 320 Watt abführen. Mit hochdrehender Pumpe steigert sich die Leistung um 10 Watt auf 330 W. Das ist zwar eine Leistungsverbesserung, der Einfluss ist allerdings eher gering und wird bei niedrigerer Abwärme theoretisch noch weniger. Die 0,1 Sone leise Betriebslautstärke der Pumpe sollte man also nicht opfern.

Maximale Leistungsaufnahme

Mit 320 Watt im Betrieb bei 0,2 Sone kann die 360-mm-Version schon mehr als überzeugen. Doch natürlich wollen wir auch das Höchstmögliche herausfinden. Dazu werden Pumpe und Lüfter auf maximale Drehzahl gestellt. Das Ergebnis: Unser 12900K erreicht sein Temperaturlimit erst bei 350 Watt und pendelt sich hier ein. Ein sehr guter Wert, der im Normalfall kaum erreicht wird und die NL-LC1 zur guten Wahl für Übertakter macht.

Entlüftung

Beim Start des Rechners, beziehungsweise der Stromversorgung der AIO-Pumpe, beginnt diese vorerst in mittlerer Drehzahl zu laufen, um anschließend auf das Maximum hochzufahren und daraufhin sich auf den eigentlich eingestellten Wert einzupegeln. Ein kleines Pumpen-Ballett, das sich als sehr durchdacht erweist. Beim ersten Anlaufen wird die Flüssigkeit im Kreislauf erst einmal in Bewegung gesetzt. Eine zu hohe Drehzahl könnte bei stehendem Wasser Luft in die Pumpe ziehen. Die Erhöhung aufs Maximum nach ein paar Sekunden entlüftet die Kompaktwasserkühlung und soll angesammelte Luft in den Radiator/Ausgleichsbehälter bewegen. Erst wenn das geschehen ist, nimmt die Pumpe ihren "normalen" Betrieb auf. Doch ist das eine Spielerei? Bei unseren beiden Testsamples hat diese Zusatzfunktion sehr gut funktioniert und die Pumpe jedes Mal luftfrei gehalten. Eine Kleinigkeit mit sinnvoller Wirkung.

Preis und Konkurrenz

Die NL-LC1 ist mit 250 Euro für die 360er und 220 Euro für die 240er nicht günstig. Und so ist das Produkt für alle, die beim PC-Bau aufs Geld schauen, eher weniger geeignet. Hier gibt es schlicht bessere Alternativen, wie beispielsweise die Deepcool LE360 V2, die für nur 60 Euro ebenfalls eine sehr gute Leistung abliefern kann, oder die Liquid-Freezer-III-Reihe, einer unserer konstanten Tipps, wenn es um günstige Performance geht. Die zweite Zielgruppe, die sich weniger durch das Noctua-Produkt angesprochen fühlen dürfte, sind RGB- und Optik-Liebhaber. Man kann der Farbgebung zwar ein gewisses Image und Styling zuschreiben, eine Wahl von Farbe, Beleuchtung oder Ähnlichem hat man aber nicht. Ob eine Chromax-Variante in schlichtem Schwarz noch kommt, bleibt offen.

Die eigentliche Zielgruppe sind die Performance-Liebhaber, die jedoch an diesem Punkt des Aufwands wegen vor einer Custom-Wasserkühlung zurückschrecken. Beide Versionen der NL-LC1 sind in ihrer Performance derzeit unschlagbar und bringen trotz gewohntem Asetek-Grundgerüst sehr schlaue Optimierungen mit sich, die allesamt ihre Wirkung zeigen. Das Produkt vermittelt das Gefühl, zu Ende gedacht worden zu sein. Kinderkrankheiten und Schwachstellen: Fehlanzeige. Bis jetzt die beste AIO in unserem Test.


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    • Kommentare (35)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von glurak100 Komplett-PC-Aufrüster(in)
      • Von glurak100 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Meine 360mm Noctua LC1 ist heute auch gekommnen. Die VRM Lüfter aber Donnerstag

        @[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Was für Temps hast du?

        Bei mir in Cinebench ca 82-85C ist es nicht zu hoch?(Pump 50% Noctua Fans auf ca 75%)
      • Von Sibi_94 PC-Selbstbauer(in)
        Optisch find ichs mega heiß!
      • Von PsychoBrain1401 Komplett-PC-Käufer(in)
        Warum sind die Sachen von Noctua immer so grottenhässlich!?
      • Von Lios Nudin BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von 3-way
        Eher nicht – schon gar nicht alle. Bisher hatten AiOs schlechte Lüfter, schlechtere Kühlleistung und lautere Pumpen als vergleichbare Customloops. Diese Punkte treffen auf die Noctua AiOs nicht mehr zu. Bei Customloops kommen dagegen Zusammenbau und Wartungsaufwand dazu. Das soll aber nicht heissen, dass es keine Argumente für das eine oder das andere gibt. Meine fünf Radiatoren im Gehäuse, RTX 5090 unter Wasser und volle Flexibilität der Einzelkomponenten kann ich mit einer AiO vergessen. Ich bin aber auch nicht der Durchschnittsuser, der beim PC-Bau auf Kosten und Zeit achtet.
        Du machst mit der Kategorisierung 1500€ Custom Loop vs. kompromissbehaftete 70€ AiO den gängigen Scheuklappenvergleich bzw. Schwarz-Weiß Vergleich und übersiehst die Grautöne.
        Die 268€ Zusammenstellung auf der Vorserseite sollte leise, vergleichbare Kühlleistung und Erweiterbarkeit zum vergleichbaren Preis der 360er Noctua verdeultichen. Der Zusammenbau bleibt als Zusatzaufwand bestehen, das Wartungsintervall dürfte sich mit den reinen Kupferkomponenten, EPDM Schlauch und AC Double Protect aus der Zusammenstellung im Zweifel auf die 8-10 Jahre ausdehnen lassen, die eine Noctua AiO auch durchhält.

        Zitat von 3-way
        Eher nicht – schon gar nicht alle. Bisher hatten AiOs schlechte Lüfter, schlechtere Kühlleistung und lautere Pumpen als vergleichbare Customloops.
        Alle braucht es für eine Alternative auch gar nicht, es reicht schon eine Lösung für 175€:

        https://www.aquatuning.co...

        Das lässt sich seit 2012 so umsetzen.

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        PCGH Wakü Torsten ist von der Pumpenlaustärke begeistert und der Hersteller liefert gleich noch eine Befüllanleitung hinterher. Bequemer gehts nicht.

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