Cooler Master ML240L RGB - günstige 240-mm-AiO-Wasserkühlung im Test [User-Artikel von Tim-CrossfireMachine]
Bereits Ende 2017 stellte Cooler Master die MasterLiquid ML240L RGB vor, die beleuchtete Antwort auf die immer größer werdende Beliebtheit von RGB Komponenten. Im Kern bliebt es aber bei der Anfang 2017 erschienenen MasterLiquid 240 mit identischen technischen Daten.
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Über zwei Jahre später hält sich die ML240L RGB immer noch tapfer in den Top 10 der beliebtesten 240-mm-AiO-Wasserkühlungen auf dem deutschen Markt und besticht durch ihren günstigen Preis von teils unter 50 Euro. Zum Release der Ryzen-3000-CPUs in Kombination mit bestimmten Mainboards gab es die AiO sogar kostenlos dazu!
Die Verfügbarkeit ist zum Testzeitpunkt (November 2019) weiterhin sehr gut, es werden mal wieder drei Varianten angeboten:
MasterLiquid ML120L RGB (120mm) ab etwa 49 Euro
MasterLiquid ML240L RGB (240mm) ab etwa 64 Euro
MasterLiquid ML360 RGB (360mm / nur Sockel TR4) ab etwa 100 Euro
In diesem Review beziehe ich mich auf die Preise vom November 2019, eventuell abweichende aktuelle Preise sind selbst zu interpretieren. ;)
Spezifikationen ML240L
Pumpe: 2100 U/min - Kupfer Coldplate (rau)
Lüfter: 650 bis 2000 U/min - Hydrauliklager - 4-Pin-Anschluss
Radiatordicke: 27 mm
Luftstrom pro Lüfter: bis zu 113 m³/h
Luftdruck pro Lüfter: bis zu 2,34 mmH2O
Geräuschpegel: 6-30 dBA
Schlauchlänge: 300 mm
Weitere Daten gibt es auf der Produktseite.
Ein paar Anmerkungen direkt vorweg:
- Wärmeleitpaste ist nicht voraufgetragen
- Die Coldplate ist im Vergleich zu anderen AiO eher rau, komplettes Entfernen der Wärmeleitpaste nach dem Ausbau eher müßig
- Die Lüfterhalterungen sind mit Schaumgummi gepolstert
- Montage bei AM4 ohne extra Backplate möglich
Verpackung / Lieferumfang
Auch hier kommt mal wieder die typische AiO-Verpackung zum Einsatz: Pappkarton mit entsprechenden Aussparungen, Pumpenblock, Radiator und Lüfter eingetütet. Neben der kleinen Anleitung für den Einbau legt Cooler Master noch einen 12V-RGB-Controller mit physikalischen Tasten sowie einen 1-zu-3-RGB-Splitter und ein Y-Splitter für 4-Pin-Lüfter bei. Somit kann man die RGB-Beleuchtung auch mit älteren Boards ohne LED-Header genießen. Hauseigene Wärmeleitpaste ist natürlich auch dabei, hier nicht mit auf dem Bild.
Quelle: OC
Verpackung
Quelle: OC
Zubehör
Auch wenn es weder die Performance noch die Dichtheit beeinflusst, kann es den einen oder anderen durchaus optisch stören:
Quelle: OC
Kleine Schäden am Radiator
Quelle: OC
Kleine Schäden am Radiator
Montage/Einbau
Die Montage für den Sockel AM4 gestaltet sich denkbar einfach: Die auf den Boards vormontierte Backplate und Halterungen dürften bleiben und an den Kühlblock werden mit 4 Schrauben die Brackets montiert. Die Öse der Brackets hängt man dann in die Halterungen neben dem Sockel ein und zieht mit der Hand die Rädelschrauben an. Theoretisch ist man jetzt schon fertig und kann sich der Verkabelung widmen, wäre da nicht noch eine kleine Stolperfalle: Es muss sehr genau darauf geachtet werden, wie man den Pumpenblock auf die CPU setzt. Nicht ganz mittig platziert liegt er seitlich auf den Halterungen auf und hat durch die 1-2 mm extra Höhe sehr schlechten Kontakt mit dem Heatspreader der CPU. In meinem offenen Gehäuse ist mir die leichte Schieflage des Blocks direkt aufgefallen, wenn man von einem normalen Gehäuse aber nur die Draufsicht hat, kann das leicht übersehen werden. Also im Zweifel lieber doppelt prüfen!
Quelle: OC
AiO ausgepackt
Quelle: OC
AiO im eingebauten Zustand
Test-Hardware
CPU: Ryzen 5 1600X - 4,00 GHz - 1,40 V
RAM: 8 GiByte DDR4 Crucial Ballistix Sport
Mainboard: Asus Prime B350-Plus
Grafikkarte: Asus ROG Strix GTX 1060 6 GiByte
Netzteil: Bitfenix Whisper M 450 W
Gehäuse: Thermaltake Core P3 - Open Benchtable
Test-Software
Aida64 Extreme 6.10.5200
CPU, FPU, Cache, System Memory Stresstest
Prime95 v29.8b6
Small FFTs - Maximum Heat Stresstest
Getestet wird mit 100% PWM bei der Pumpe und 30%, 60% sowie 100% für die Lüfter.
Da ich nicht über eine Klimaanlage verfüge, sind die Werte in den Graphen das Delta zwischen Raumtemperatur und Temperatur der CPU. So lassen sich alle Kühlungen fair vergleichen, auch wenn die Raumtemperatur unterschiedlich ist.
Quelle: OC
Aida64 Stresstest - 30% RPM
Lüfter-Geschwindigkeit: 910 RPM - leises Sirren
Umgebung: 22,2°C
Maximale Temperatur: 60°C
Quelle: OC
Aida64 Stresstest - 60% RPM
Lüfter-Geschwindigkeit: 1200 RPM - hörbaren Brummen
Umgebung: 23,1°C
Maximale Temperatur: 67°C
Quelle: OC
Aida64 Stresstest - 100% RPM
Lüfter-Geschwindigkeit: 2090 RPM - deutlich hörbares Brummen
Umgebung: 22,0°C
Maximale Temperatur: 63°C
Quelle: OC
Prime95 - 30% RPM
Lüfter-Geschwindigkeit: 910 RPM - leises Sirren
Umgebung: 22,4°C
Maximale Temperatur: 68°C
Quelle: OC
Prime95 - 60% RPM
Lüfter-Geschwindigkeit: 1200 RPM - hörbaren Brummen
Umgebung: 23,9°C
Maximale Temperatur: 68°C
Quelle: OC
Prime95 - 100% RPM
Lüfter-Geschwindigkeit: 2090 RPM - deutlich hörbares Brummen
Umgebung: 23,0°C
Maximale Temperatur: 62°C
Fazit/Zusammenfassung
Die Cooler Master MasterLiquid ML240L RGB (was ein Name!) konnte sich beweisen und zeigen, wieso sie nach über zwei Jahren nach Release immer noch so beliebt ist: Gut, günstig und leuchtet. Damit hakt sie so ziemlich alle Checkboxen ab, die für den preisbewussten Käufer relevant sind. Auch das subjektive Empfinden der Geräuschkulisse trübt das Gesamtbild nicht, wenn die Luftbläschen nach dem Einbau erstmal weg sind. Ab etwa 60% PWM werden die Lüfter immer deutlicher hörbar, aber geben eher ein "Brummen" von sich, das für die Ohren deutlich leichter zu überhören ist als ein hochfrequentes "Sirren". Für den RGB-Controller hätte ich lieber einen SATA-Stecker anstatt Molex gesehen und die Coldplate könnte ruhig etwas glatter sein.
Rundherum ist das also ein gutes Gesamtpaket für einen guten Preis, welches nur durch Kleinigkeiten etwas getrübt wird. Durch die gesleevten Schläuche können zudem optisch nochmal Extrapunkte gesammelt werden.
Das 120mm Modell lohnt sich meiner Meinung nicht, der preisliche Unterschied zur 240mm Version ist einfach zu gering. Der große Bruder mit 360mm Radiator ist leider nur für den Threadripper-Sockel TR4 vorgesehen, für die allermeisten auf der Suche nach einer günstigen AiO also vermutlich eher uninteressant.
