Open-Source-GPU-Projekt auf Kickstarter begonnen - Minimalziel liegt bei 200.000 US-Dollar
Ein ehemaliger Architekt und Designer bei Number Nine will über die Plattform Kickstarter die Finanzierung einer Grafikeinheit auf Open-Source-Basis erreichen. Der Code erfolgt dabei in der Hardwarebeschreibungssprache Verilog und wird mittels eines USB-Sticks an die Backer versendet. Das Minimalziel beträgt 200.000 US-Dollar.
Aktuelle Hardware, beispielsweise von AMD, Intel und Nvidia, ist komplett proprietär, da die Hersteller "Spionage" bei den Architekturen befürchten. Open-Source-Projekte sind deshalb rar gesät, wobei nun eins auf Kickstarter aufgetaucht ist. Verantwortlich dafür zeichnet sich Francis Bruno, ehemals bei Number Nine angestellt. Das Unternehmen dürfte vor allem betagteren Lesern ein Begriff sein, denn im Jahre 2000 wurde der Betrieb eingestellt. In den 1980er- und 1990er-Jahren hatte Number Nine unter anderem die ersten Grafikkarten mit der Fähigkeit zur Darstellung von 256 und 16,7 Millionen Farben entwickelt, auch der erste 128-Bit-2D-Chip geht auf das Konto der Texaner.
Das just vorgestellte Projekt ist dabei nicht als physische Hardware anzusehen, sondern als Programmiercode, welcher den Unterstützern in Form eines USB-Sticks zugesandt wird, insofern die Finanzierung erfolgreich ist. Dabei stützt man sich, wie eingangs erwähnt, auf die weit verbreitete Hardwareprogrammiersprache Verilog, mit der die Grafikeinheit in einer virtuellen Umgebung simuliert wird. Sobald 200.000 US-Dollar erreicht werden, wird man den Code mit einer 2D-Unterstützung verschicken.
Um dreidimensionale Inhalte mittels OpenGL und Direct3D darstellen zu können, wird eine Verdopplung des Goals aufgerufen. Diese Phase soll sich bereits in der Phase des Bug-Fixing befinden und voraussichtlich im ersten Quartal 2014 fertiggestellt werden. Ein komplett überarbeitetes Generic Interface und universelle Shader werden ab 600.000 respektive 1.000.000 US-Dollar eingeführt. Um den besagten Code zu erhalten, muss man mindestens 100 US-Dollar spenden, wobei man für 200 weitere US-Dollar einen Early Access von voraussichtlich drei Monaten erhält. Für 500 US-Dollar erhält man einen Beta-Zugang und für 5.000 US-Dollar fliegt einer der Mitarbeiter für eine persönliche Einführung ein.
Quelle: Kickstarter



Wie gesagt, dabei ist nichtmal klar, ob das Ding überhaupt Timing enthält...
Aber realistisch gesehen werden Firmen eher dann zu ARM/MIPS/Imagination/usw gehen und da ein fertiges Design inkl Support kaufen.
Das altmodische Featureset und die Fähigkeiten von FPGAs werden wohl kaum einen Grafik-Beschleuniger ergeben.
Und dann ist es eben so, dass du nicht einfach jeden X beliebigen FPGA nehmen kannst und den Code da drauf laden kannst... Nein, du musst das jeweils anpassen.... Nur weils auf einer FPGA Serie läuft, heist das noch LANGE! nicht, dass das auch auf den anderen Serien des selben Herstellers läuft, ganz zu schweigen von anderen Herstellern.
Erst recht keinen, der irgend eine Grafikeinheit des letzten Jahrzehnts schlagen könnte. Besondere Fähigkeiten hat das Ergebnis auch erstmal nicht, im Gegenteil, und soweit ich das lese, gibt es nicht einmal treiber.
Fazit: Für OpenGL lahm und ineffizient. Für D3D veraltet. Und für alles andere müsste man die Architektur selbst weiterentwickeln und dann auch noch den passenden Treiber dazu programmieren. Und dann wäre man immer noch auf einer lahmen FPGA unterwegs. Wem irgendwelche allgemeineren Anwendungen auf einem GPU-ähnlichen Chip vorschweben, der wäre vermutlich immer noch besser dran, wenn er eine aktuelle echte GPU nimmt und den Umweg über OpenCL oder CUDA geht, um seine frei defnierbaren Einheiten zu betreiben.
Ich hatte bei den ersten Zeilen wenigstens gehofft, sie planen eine vollwertige GPU-Emulation mit gutem Treibersupport. Sowas wäre zwar auch nicht schnell, aber wenigstens unglaublich flexibel und damit für diverse Kompatibilitäts- und Retro-Zwecke Gold wert.
Aber FPGAs? Die Dinger sind toll, um Konzepte für spätere ASICs zu testen und sie sind toll, wenn eher ungewöhnliche Funktionen in Kleinserie umsetzen möchte. Aber hier ist FPGA die Endstation und die Funktionen sind stink normale GPU-Aufgaben.
Wie gesagt, die müssten erstmal wirklich sagen, dass Sie eine für den FPGA XY lauffähige Implementierung hinbekommen. So lange Timings nicht beachtet werden, kann man in Verilog VIEL hinschreiben.... Wird halt oft nur nicht funktionierren
Und bei ASICs ist halt das Problem, das man für jeden Herstellungsprozess das extra spezifizieren muss....
Ergo wenn überhaupt werden sich wohl Universitäten usw dafür begeistern können.
Dieses Projekt ist halt für den typischen Gentoo Nutzer, der auf keinen Fall etwas mit closed-source zu tun haben möchte.
Das wird auch in Zukunft so bleiben fürchte ich. Da ändert auch dieses Projekt nichts dran.