Mit dem ZX Spectrum zum virtuellen Mond: Youtuber steuert Kerbal-Landung mit 3,5-MHz-Rechner
Der Youtuber Scott Manley steuert eine Mondlandung in Kerbal Space Program mit einem emulierten ZX Spectrum: 3,5 MHz Takt und 48 KiB RAM übernehmen die Landekontrolle.
Der Sinclair ZX Spectrum ist eine Ikone der 8-Bit-Heimcomputer-Ära: 3,5-MHz-Z80-CPU, maximal 48 KiB RAM, Gummitasten - und nun eine Mondlandung im Jahr 2026. Der Youtuber Scott Manley hat den altehrwürdigen Rechner als "Bordcomputer" für eine Landung im Spiel Kerbal Space Program zweckentfremdet.
Was für die "Mondlandung" nötig war
Statt der echten Hardware nutzte Manley einen Emulator inklusive virtueller Interface-1-Erweiterung. Das Interface 1 diente in den Achtzigern als Microdrive-Controller und bot zusätzlich eine RS‑232‑Schnittstelle, über die sich Daten seriell austauschen lassen. Im Projekt des Youtubers fungiert diese Schnittstelle wiederum als virtuelle serielle Verbindung, die den Emulator mit einem Python-Prozess auf dem Host-PC koppelt.
- Auf dem ZX Spectrum selbst läuft ein Programm in Sinclair BASIC, das den seriellen Port ausliest sowie die Sensordaten der Simulation empfängt und anhand dieser Informationen die Triebwerksleistung berechnet.
- Das BASIC-Programm sendet wiederum Steuerbefehle über die serielle Verbindung an ein Python-Skript, das per kRPC-Schnittstelle direkt mit Kerbal Space Program kommuniziert.
Erfolgreiche Mondlandung mit Einschränkungen
Nach mehreren Anläufen gelingt im Testflug die virtuelle Mondlandung: Die Landerstufe setzt in Kerbal Space Program weich auf der Oberfläche auf. Allerdings betont Manley im Video, dass das System deutliche Einschränkungen hat.
Der ZX Spectrum verarbeitet im Wesentlichen Höhen- und Geschwindigkeitsdaten und steuert daraus die Schubleistung; komplexe Planungen der Flugbahn bleiben indes außen vor. Der Erfolg hing darüber hinaus stark davon ab, Latenzen zwischen BASIC-Programm, serieller Verbindung und Kerbal-Simulation so zu minimieren, dass die Landerstufe nicht durch Verzögerungen auf der Oberfläche zerschellt.
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C64, was sonst? Die zum Kaufzeitpunkt (Dezember 1984) aktuellen Geräte anderer Hersteller wie der EACA ColourGenie, Dragon 32, Texas Instruments 99/4A, Atari 400/600XL hatten teils ausgeprägte Schwächen bei Grafik, Sound oder Speicher. Der VC20 war damals schon veraltet.
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