Intel bringt Hyper-Threading 2028 zurück: Coral Rapids erhält wieder SMT
Intel bestätigt die Rückkehr von Simultaneous Multithreading: Die für 2028 geplanten Xeon-Prozessoren Coral Rapids sollen wieder zwei Threads pro Kern bearbeiten können.
Intel kehrt bei seiner CPU-Strategie um: Mit der für 2028 vorgesehenen Xeon-Generation Coral Rapids soll Simultaneous Multithreading, kurz SMT, in Intels Rechenzentrums-Roadmap zurückkehren. Damit können einzelne Prozessorkerne wieder zwei Threads parallel bearbeiten. Intel hatte die Technik unter dem Markennamen Hyper-Threading über viele Jahre eingesetzt, bei jüngeren Architekturen jedoch gestrichen.
Die Rückkehr ist keine unbestätigte Information aus der Gerüchteküche. Intel-CEO Lip-Bu Tan kündigte bereits während der Bilanzkonferenz zum vierten Quartal 2025 offiziell an: "With Coral Rapids, we will also re-introduce multi-threading back into our datacenter roadmap." Zugleich erklärte Intel, die Server-Roadmap vereinfachen und Ressourcen auf Diamond Rapids mit 16 Speicherkanälen sowie eine möglichst frühe Einführung von Coral Rapids konzentrieren zu wollen.
Coral Rapids ist damit voraussichtlich die erste neue Intel-Generation nach der SMT-Pause, die wieder zwei logische Threads pro physischem Kern anbietet. Das Unternehmen nennt bislang allerdings weder konkrete Kernzahlen noch Taktraten oder den durch SMT erwarteten Leistungsgewinn. Auch die genaue Kernarchitektur und die Fertigung sind noch nicht offiziell spezifiziert.
Mehr Durchsatz, aber nicht automatisch mehr Spieleleistung
SMT verbessert vor allem den Durchsatz bei stark parallelisierten Aufgaben. Ein zweiter Thread kann Ausführungseinheiten nutzen, die der erste Thread gerade nicht vollständig auslastet. Davon können unter anderem Rendering, Kompilierung, Virtualisierung und Server-Anwendungen profitieren. Die Leistung verdoppelt sich dadurch jedoch nicht; der konkrete Zugewinn hängt stark von Anwendung, Architektur und Speicheranbindung ab.
Im Rechenzentrum ist dieser zusätzliche Durchsatz besonders relevant, weil dort viele unabhängige Aufgaben gleichzeitig verarbeitet werden. Intel begründet seine Server-Strategie zudem mit der wachsenden Bedeutung klassischer CPUs innerhalb von KI-Infrastrukturen. Coral Rapids soll neben der SMT-Rückkehr Teil einer Plattformstrategie werden, die CPUs, Beschleuniger und spezialisierte Chips enger verzahnt. Intel arbeitet außerdem an einem angepassten Xeon mit direkter Nvidia-NVLink-Anbindung für KI-Hostsysteme.
Bei Desktop-Prozessoren bleibt die Lage dagegen offen. Arrow Lake verzichtet auf Hyper-Threading, und auch die bislang bekannten Planungen zu Nova Lake sehen keine gesicherte Rückkehr vor. PCGH hatte bereits 2025 über Intels grundsätzliche Kehrtwende bei SMT berichtet; damals galten Coral Rapids beziehungsweise die mutmaßlichen Xeon 8 als erste Kandidaten.
Comeback zunächst nur für Xeon bestätigt
Aus der Ankündigung lässt sich daher nicht ableiten, dass Hyper-Threading automatisch auch in künftige Core-Ultra-Prozessoren zurückkehrt. Server- und Client-CPUs werden für unterschiedliche Lastprofile entwickelt, und Intel spricht ausdrücklich von seiner "Datacenter-Roadmap". Eine Übertragung auf Gaming-CPUs wäre zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation.
Für Coral Rapids ist die Richtung dagegen klar: Intel hält eine größere Zahl physischer Kerne allein offenbar nicht bei allen Server-Workloads für die optimale Lösung. Mit SMT erhält die Architektur eine zusätzliche Möglichkeit, den Durchsatz pro Kern und damit die Auslastung der verfügbaren Chipfläche zu steigern. Ob diese Strategie gegenüber künftigen AMD-Epyc-Prozessoren aufgeht, werden erst unabhängige Tests nach dem für 2028 vorgesehenen Marktstart zeigen.
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aktuell hat (xeon) Granite Rapids LGA4710/7529 noch SMT.
nachfolger Diamond Rapids mit P cores wird wohl auch SMT haben.
SMT kostet ca 5% mehr Energie, und bringt dafür ca 15% mehr Leistung.
Also ein CPU Kern wird durch die Bank ca 10% Effizienter mit SMT.
"Intel begründet seine Server-Strategie zudem mit der wachsenden" Bedeutung klassischer CPUs innerhalb von KI-Infrastrukturen