Hardware-Highlights der IFA 2019: 300-Hz-Display, 4D-Maus, Kopfscan-Headset und viel mehr
300 Hz im Notebook-Display, eine 4D-Maus sowie ein Headset mit Soundprofil vom Kopf-Scan waren nur einige der interessanten Neuheiten auf der diesjährigen IFA in Berlin. Ansonsten ist die IFA nicht unbedingt die Messe der Hardware-Neuheiten. Denn die sind mittlerweile auch auf der CES, der Computex und der Gamescom verteilt. Ganz leer geht die altehrwürdige Funkausstellung aber doch nicht aus, weswegen wir auch dort vor Ort waren und uns alle Neuerscheinungen angesehen haben, auf die wir uns im Herbst freuen dürfen.
Die großen Hardware-Highlights erscheinen meist zu anderen Messen. Nvidia hat RTX etwa zur Gamescom letztes Jahr vorgestellt und zog zur CES in Las Vegas im Januar mit den GPUs für Notebooks nach. Dort stellt auch AMD immer die neue Ryzen-Generation vor. Dann ist da noch im Juni die Computex in Taipeh, die letztlich die Cebit gefressen hat und die eigentliche Computermesse unter den genannten ist. Bei der CES und der IFA geht es vorrangig um Unterhaltungselektronik aus dem Audio- und Videobereich. Aber so ganz klar ist das nicht trennbar, den am Rechner hängt ja auch manchmal eine Soundanlage oder ein Fernseher. Oder anders herum gesagt, wird mit Monitoren ja auch schon Video geschaut. Daher gibt es auch auf der IFA die ein oder andere interessante Neuheit. Deswegen sind wir auch in Berlin vor Ort.
Notebooks: IPS-Display mit 300 Hz Bildwiederholrate
Quelle: PC Games Hardware
Acer ROG Strix Scar III mit 300-Hz-Display
Wenn die aktuellen Chips in den Notebooks (sprich: CPU und GPU) nicht mehr allzu neu sind, die Hersteller ihre Geräte aber trotzdem alle paar Monate neu auflegen möchten, feilen sie meist an anderen Details. So hat Asus beispielsweise angekündigt, für die Gaming-Modelle Zephyrus S GX702 und Strix SCAR III ein Display mit Bildwiederholrate von 300 Hz rauszubringen. Erst im letzten Heft (Ausgabe 09/2019) haben wir die ersten Notebooks mit 240 Hz getestet, da sind diese fast schon wieder veraltet. Der eigentliche Knaller dabei ist, dass auch die 300 Hz wieder mit einem IPS-Display kommen werden. Sind-Notebook-Displays den Monitoren stets hinterhergehinkt, haben sie sie mit 240 Hz und IPS nun technisch überholt. Bei Monitoren sind die 240 Hz bislang nur mit TN-Panels möglich, was sich aber noch dieses Jahr ändern soll. Denn Acer hat ein IPS-Monitor und Samsung ein VA-Modell mit 240 Hz angekündigt. Das 300-Hz-Display soll auch Acer in einem Predator Triton 500 verbauen, verlor darüber aber auf der IFA kein Wort und erwähnt das nur auf der eigenen Produktseite.
300 Hz - bei diesem "Wettrüsten" der Bildwiederholrate stellt sich zwangsläufig die Sinnfrage. Ist das wirklich nötig, wer bitte braucht das? Ich vertrete die Ansicht, dass es ja keine "zu hohe" Bildfrequenz gibt. Ja, den Unterschied zu 144 Hz sieht man, auch wenn er relativ gering ist. Derart hohe Hz-Raten sind vorrangig etwas für rasante Shooter, die in den LSD-artig schnellen Bewegungen noch immer gestochen scharf sein müssen. Nun gehen wir aber davon aus, dass die 300 Hz nicht unbedingt mit einem großen Preisaufschlag kommen werden. Zu Marktstart sicherlich, aber auf kurz oder lang werden sie die 144 Hz ersetzen, welche in aktuellen Oberklasse-Notebooks schon flächendeckend vorhanden sind.
Gaming-Ultrabooks: Zocken auf dem Mini-Notebook
Spätestens seit Nvidia Max-Q wurden Gaming-Notebooks immer dünner und leichter. Knapp zwei Zentimeter dünn und knapp unter zwei Kilo leicht sind diese Geräte. Die kleineren Turing-GPUs GTX 1650 (Ti und Max-Q) sowie die GTX 1660 tauchen nun in noch kleineren und dünneren Notebooks auf. Dem Ideal von klein, leicht und leistungsfähig nähert man sich von der anderen Seite. Während man also bislang die gamingtauglichen Notebooks etwas leichter macht, versuchen die Hersteller nun, die leichten Notebooks etwas gamingtauglicher zu machen. Große Sprünge wurden hier zwar nicht gemacht, aber interessant sind derartige "Gaming-Ultrabooks" dennoch.
Quelle: PC Games Hardware
Gaming auf dem Razer Blade Stealth 13
Das Razer Blade Stealth 13 etwa ist ein 1,5 Kilo leichter 13-Zöller mit einer GTX 1650 Max-Q und der 25-Watt-CPU Core i7-1065G7 aus Intels aktueller Ice-Lake-Generation. Mit der GTX-Grafik sind in Full HD schon einige Gaming-Gehversuche möglich: Razer nennt uns in der Präsentation einige Leistungsbeispiele: Forza Horizon 4 soll auf höchster Detailstufe stabile 60 Fps haben, ebenso Wolfeinstein Youngblood auf mittlerer Stufe. Mit der anvisierten UVP von 1.999 Euro ist das Razer Blade Stealth - wie alle Razer-Notebooks - natürlich kein Schnäppchen. Wer mehr Leistung möchte, bekommt für den Preis bereits einen 15-Zöller mit einer RTX 2070. Mit solchen Geräten konkurriere das Blade Stealth aber nicht, wie man uns versicherte. Einerseits handle es sich auch hier um ein qualitativ hochwertiges Gerät im Metallgehäuse, andererseits ist es ein mobiles Arbeitsgerät, wo Gaming nicht primärer Fokus sei.
Etwas kräftiger in Sachen Leistung aber auch Gewicht ist das neue XMG Fusion 15 des deutschen Notebook-Herstellers Schenker. Es handelt sich um einen ca. 1,9 Kilo schweren 15-Zöller, der bis zu einer RTX 2070 Max-Q fassen kann und mit dem i7-9750H über einen Sechskerner verfügt. Schenker hat hier eigentlich schon ein XMG Neo mit ähnlicher Ausstattung parat. Beim XMG Fusion aber handelt es sich um ein exklusives Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung und nicht etwa um ein Clevo-Barebone aus Plastik, welche aber auch nicht unbedingt schlecht sind. Es soll noch Ende September für 1.600 Euro mit einer GTX 1660 bzw. für knapp 1.300 Euro mit der RTX 2070 Max-Q auf dem Markt kommen.
Witzige Prototypen: Intel zeigt Dual-Display-Exoten
Schon am Dienstag, also mehrere Tage vor eigentlichem Beginn der IFA hat Intel zur Abendveranstaltung geladen, um über das Projekt Athena zu informieren. An sich ist das ja schon bekannt. Dabei handelt es sich wie bei der damaligen Ultrabook-Zertifizierung um ein Bündel an Eigenschaften, die ein entsprechendes Notebook mitbringen muss. Da es von Intel kommt, ist zunächst eine Ice-Lake-CPU erforderlich. Außerdem muss das Gerät etwa blitzschnell aus dem Ruhezustand aufwachen oder eine bestimmte Akkulaufzeit haben.
Interessant ist aber vielmehr die Athena-Praxis, so wie Intel sie sich vorstellt und zeigte eigene Prototypen mit mehreren Displays, welche die Hersteller zum Nachahmen auffordern und uns einen Blick in die mögliche Zukunft geben sollen. HP hat schon das erste Notebook mit zweitem Display auf dem Markt, Intel wartet aber mit weitaus kreativeren Exoten auf - etwa einem solchen, bei dem sich das Touchdisplay in der Base Unit über ein weiteres Scharnier aufklappen lässt. Oder etwa ein Notebook, das einfach aus zwei Displays besteht und per Bluetooth-Peripherie bedient wird - oder eben mit einer Tastatur auf dem unteren Display. Inwiefern solche Frankenstein-Experimente an Notebooks Sinn ergeben oder ob wir so etwas jemals auf dem Markt sehen werden, können wir noch nicht beantworten.
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Adata XPG Headshot: 4D-Maus mit "intelligentem Werkstoff" aus dem 3D-Drucker
Was zunächst nach einem erneuten Buzzword aus dem Marketing-Bullshit-Bingo klingt, ist aber keins, wie man uns bei Adata die sogenannten 4D-Maus erklärt. "4D-Druck" ist tatsächlich ein existierender Begriff - damit ist ein 3D-Druck-Verfahren gemeint, bei dem sich der Werkstoff durch Kontakt mit Wasser, Wärme, Druck oder Schall im Nachhinein noch ändern lässt. Die XPG Headshot ist eine individualisierbare Maus aus dem 3D-Drucker, wofür zunächst die Hand abfotografiert wird, damit die Maus zunächst quasi wie angegossen passt. Anschließend kann das Modell noch personalisiert werden. Es handelt sich um ein ziemlich leichtes, elastisches und fast schon weiches Material, das sich an die Hand samt Finger anschmiegen soll. Anfang nächsten Jahres soll zunächst die nicht individualisierbare Standardversion der XPG Headshot auf den Markt kommen. Preislich bemühe Adata sich, unter Hundert Euro zu bleiben.
Acer Thronos Air: Der dicke Thron speckt ab
Nachdem Acers dekadente Gaming-Thron schon mehrere Messen geschmückt hat, kündigte Acer erst im Frühjahr an, den tonnenschweren Stahlkoloss auch endlich auf den Markt zu bringen. Mit seinen 220 Kilos aber macht Möbelrücken daheim kein Spaß mit dem Thronos, weswegen Acer nun mit dem Thronos Air eine deutlich günstigere Variante des Luxusstuhls auf der Pressekonferenz vorgestellt. Das System ist nun nicht mehr elektrisch, bis auf der neuen integrierten Massagefunktion des Sitzes. Genaue Preise und Marktstart nennt Acer noch nicht.
Creative SXFI Theater: Ohr- und Kopf-Scan ermöglicht Raumklang für's Headset
Quelle: PC Games Hardware
Hardware-Highlights der IFA 2019: 300-Hz-Display, 4D-Maus, Kofpscan-Headset und viel mehr (1)
Zur IFA erscheinen natürlich unzählige Audio-Neuheiten. Wir haben uns daher nur eine interessante Neuheit der Firma Creative herausgesucht, die mit den Soundblastern bekannt wurde. Das SXFI Theater ist ein neues Raumklang-Headset, das mittels "Head mapping" das perfekte Profil für den jeweiligen Kopf liefern will. Per Smartphone-App werden Ohr und Gesicht fotografiert bzw. gescannt, sodass das Headset ein individuelles Profil für den 7.1-Raumklang bereitstellen kann, welcher ansonsten nur mit mehreren Lautsprechern möglich sein soll. Anhand der Kopfform könne man beispielsweise auf die Länge des Gehörkanals schließen, wie man uns die Funktionsweise erklärt. Wie gut das Ganze wirklich funktioniert, wird erst ein Test klären müssen. Das SXFI Theater soll es als Bluetooth-Version sowie als Version mit 2,4-GHz-Dongle geben, letztere mit deutlich geringerer Latenz, und soll schon bald für 200 Euro auf den Markt kommen.
