IDF San Francisco 2008: Nehalems "Turbo Mode" im Detail
Die automatische OC-Funktion Turbo-Mode der kommenden Intel-CPUs erwähnten wir bereits. Jetzt gehen wir ins Detail.
Wie erwähnt, handelt es sich beim Turbo Mode um eine automatische Übertaktungsfunktion. Diese agiert im Gegensatz zum manuellen "Hard Overclocking" jedoch nicht, wenn alle Kerne ausgelastet werden. Das Feature zielt darauf ab, Applikationen zu beschleunigen, die nur einen oder zwei Kerne nutzen - das ist immer noch der mit Abstand größte Teil aller Programme.
Turbo Mode: Bei Dualthread-Applikationen schlafen zwei Kerne, die anderen werden um jeweils 133 MHz übertaktet (Bild: PCGH)
Turbo Mode: Bei Singlethread-Applikationen schlafen drei Kerne, der übrige wird um 266 MHz übertaktet (Bild: PCGH)
Die Core-i7-Serie verfügt über eine TDP von 130 Watt. Dieser Wert wird nur im Extremfall erreicht, bei dem alle vier Kerne mit acht Threads voll ausgelastet werden. Nutzt eine Applikation effektiv nur zwei Kerne, erkennt die CPU dies - zumindest, wenn Sie den Turbo-Modus im BIOS aktiviert haben. Der nächste Schritt ist das Schlafenlegen der beiden leerlaufenden Kerne in den C6-Stromsparmodus. Jetzt ist innerhalb des 130W-Thermalbudgets Platz für leistungssteigernde Maßnahmen, ergo übertaktet sich der Prozessor selbst: Die Frequenz der beiden noch aktiven Kerne wird um jeweils 133 MHz angehoben; die Leistung steigt. Beim 3,2 GHz schnellen Bloomfield-Topmodell wären dies 3,33 GHz. Nutzt die Anwendung stur Single-Threading, wird auch der zweite Kern schlafengelegt, wodurch wieder Kapazität frei wird. Infolgedessen wird Kern Nummer 1 um weitere 133 MHz übertaktet und läuft beim Topmodell mi 3,46 GHz. Wie Sie sehen, agiert die CPU stets innerhalb des spezifizierten Thermalbudgets. Ein Dreikern-Nachbrenner ist indessen nicht vorgesehen.
Idee und Umsetzung klingen vielversprechend für Übertaktungsanfänger, die Option lässt sich aber im BIOS deaktivieren. Intels Konzept wirkt durchdacht - de facto "Performance on demand": Braucht der Nutzer mehr Leistung in alten Anwendungen, übertaktet sich die CPU, ohne mehr zu verbrauchen. Benötigt der Nutzer die Leistung nicht, schickt er Kerne und Spannungen in den Tiefschlaf.
