Als nicht nur Crysis die Cryengine nutzte - 10 Jahre Homefront: The Revolution

Im Mai 2016 ging mit Homefront: The Revolution der zweite Teil der Shooer-Serie Homefront an den Start - mit der Cryengine. PCGH erinnert sich.

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Als nicht nur Crysis die Cryengine nutzte - 10 Jahre Homefront: The Revolution
Quelle: PC Games Hardware

Es gab Zeiten, da war die Cryengine des deutschen Entwicklers Crytek ein Erfolgsprodukt bei den Engines - und eben nicht nur durch Crysis bekannt.

Homefront: The Revolution - Die Technik

Crytek wurde 1999 im deutschen Coburg gegründet; nach einer aufsehenerregenden Techdemo namens X-Isle: Dinosaur Island, die Beachtung bei Nvidia fand, entwickelte man für Ubisoft Far Cry (Release 2004) auf Basis der Cryengine. Die Cryengine wurde bis heute Stück für Stück weiterentwickelt, es gibt diverse Iterationen und auch Weiterentwicklungen für bekannte Spiele wie Kingdom Come: Deliverance, Star Citizen (später Wechsel auf die Starengine) oder spätere Far-Cry-Spiele mit Dunia-Engine.

Die große Zeit der Cryengine ist vorbei, aktuell sind auf Wikipedia 39 Spiele gelistet, darunter das aktuelle Crytek-Spiel Hunt: Showdown. Zur Blütezeit der Cryengine kam Homefront: The Revolution, ein Shooter, der den nicht ganz unumstrittenen Erstling Homefront fortführt. Entwickler Dambuster Studio, später auch für Dead Island 2 bekannt, brachte den Open-World-Shooter nach vielen Irrungen und Entwicklerwechseln zu Ende - aber nicht wirklich überzeugend, wie unter anderem die Steam-Userzustimmung beweist.

Im PCGH-Techniktest von 2016 wurde vor allem der Feinschliff bemängelt. Beleuchtung, dynamischer Tag-Nacht-Wechsel und die unterschiedlichen Witterungseinflüsse wurden ansehnlich umgesetzt. Bei Regen konnte der Spieler beispielsweise beobachten, wie sich einzelne Regentropfen auf rauem Asphalt sammeln und diesen langsam benetzen. Dank hübscher Screen-Space-Reflections spiegelten sich die dystopischen Umgebungen des verfallenden Philadelphias in Pfützen oder auf metallischen Oberflächen, Blätter wehten umher.

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Die über vier Jahre andauernde und sehr bewegte Entstehungsgeschichte war dem Open-World-Shooter in beinahe allen Spielsituationen anzumerken. Es fehlte der gewisse Feinschliff, den viele andere damals aktuell erschienene Spiele aufwiesen. Zudem wirkten einige Elemente, als wären sie schon vor Jahren und mit damaligen Standards im Hinterkopf entwickelt worden. So etwa die recht kantigen, unansehnlichen und rudimentär animierten Charaktermodelle einiger unwichtiger NPCs. Andere Spielfiguren indes sahen ordentlich aus, bekamen von den Entwicklern moderne Shader für beispielsweise deren Haardarstellung sowie ordentliche Animationen via Motion Capture verpasst.

Die Performance von Homefront: The Revolution war darüber hinaus durchwachsen. Gemessen an der Optik waren die Hardware-Anforderungen hoch, was die damaligen Benchmarks deutlich bescheinigten. In offenen Gebieten oder größeren Gefechten konnte die Performance zudem nochmals deutlich niedriger ausfallen. Beim Grafikspeicher gab sich Homefront: The Revolution relativ genügsam, 2 GiByte waren für 1080p ausreichend, bis einschließlich Ultra HD deckten aus heutiger Sicht "brave" 3 GiByte den Bedarf.

Aus heutiger Sicht wirkt Homefront: The Revolution wie ein technisches Zeitdokument: ambitioniert, stellenweise atmosphärisch beeindruckend, aber sichtbar von einer schwierigen Produktion gezeichnet. Gerade deshalb bleibt der alte Test interessant. Er erinnert an eine Ära, in der die Cryengine noch für große Hoffnungen stand - und ein verregnetes Philadelphia kurz zeigen konnte, was in diesem Spiel eigentlich steckte.


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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von polarwolf Freizeitschrauber(in)
        Hatte damals Homefront the Revolution zum Release gekauft und war schwer enttaeuscht, aber nach ca. 6 bis 9 Monaten wurde das Game fertig gepatcht und hat sogar noch ein paar ambitionierte DLCs bekommen (mit Metro-Vibes), die Hud-Optionen wurden verbessert und weitere Quality-of-Life features wurden implementiert. Hatte es dann durchgespielt und sehr genossen. Die Atmosphaere ist Top, die verschiedenen Hub-welten laden ein zum Erkunden, die Waffen sine modular, etc. Werde es bei Gelegenheit nochmal ausgraben.
      • Von polarwolf Freizeitschrauber(in)
        Hatte damals Homefront the Revolution zum Release gekauft und war schwer enttaeuscht, aber nach ca. 6 bis 9 Monaten wurde das Game fertig gepatcht und hat sogar noch ein paar ambitionierte DLCs bekommen (mit Metro-Vibes), die Hud-Optionen wurden verbessert und weitere Quality-of-Life features wurden implementiert. Hatte es dann durchgespielt und sehr genossen. Die Atmosphaere ist Top, die verschiedenen Hub-welten laden ein zum Erkunden, die Waffen sine modular, etc. Werde es bei Gelegenheit nochmal ausgraben.
      • Von Veoh Komplett-PC-Käufer(in)
        Das wurde ja schon oft an der, anscheinend derzeit konkurenzlosen, Unreal Engine 5 bemängelt.
        Das man zu starke Hardware anforderungen braucht, und nebensächlich sogar schwer Bugfrei darauf zu entwickeln.
        Aber alle anderen Developer, bis auf die Unity Engine, haben ja derweil geschlafen und wenn höchstens ihre alten Engines modifiziert...

        Erst jetzt gibs wieder erste anzeichen das man eine alternative zur Unreal Engine entwickelt möchte.
        Und die Cryengine ist meiner Meinung nach auch zu stark in den Schatten gerückt.
        Sie existiert, aber keiner benutzt Sie.

        Dabei weis ich noch genau um 2005-2010 rum wo viele Studios bald für jedes neue Spiel Ihre Engine geupdatet oder gar erneuert haben.
        (Crysis beste Beispiel: Crysis 1- Cryengine 2.
        Crysis 2- Cryengine 2.5. Crysis 3 Cryengine 3.)
      • Von Hagal Software-Overclocker(in)
        Homefront: The Revolution, dieses Spiel ist völlig an mir vorbeigegangen. Aber wenn ich die Grafik aus dem Bericht (insf. es ingame ist) sehe, schaut die selbst für heute sehr ansehnlich aus. Lohn sich das Spiel, gute Story?

        Teil 1:
        Zitat

        Die Handlung, Nordkorea wird sehr mächtig, übernimmt Südkroea. Kim Jong Il stirbt, Kim Jong Un kommt an die Macht. Durch Querelen mit den USA und sinnlose Kriege des Westens im Nahen Osten steigt der Ölpreis exorbitant, die Amerikaner laufen Amok. Nordkorea wird indes immer mächtiger und greift eines Tages die USA an, die jetzt natürlich voll verkacken und prompt besetzt sind.
        Es formiert sich ein Widerstand gegen die grausamen Besetzer.
        lol ähh kommt mir irgendwie bekannt vor mit der Realität .... okay
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