[19/09/2014] Das sagen die Redakteure zu effizienten PCs: Während ich einen gewissen Blick auf die Energieaufnahme habe, spielt sie bei meinem Heim-PC eine eher untergeordnete Rolle. Das hat neben der erwünschten, zumindest gehobenen Leistung meines eigenen PCs auch damit zu tun, dass ich es mir nicht leisten kann – oder will – beständig auf die energieeffizienteste Hardware zu wechseln, die gleichzeitig meine Ansprüche bei der Geschwindigkeit erfüllen würde – das wäre auch nur bedingt effizient, denn neue Hardware muss ja auch (energieaufwendig) fabriziert werden. So ist eine RTX 2070 oder RTX 2060 Super beispielsweise ähnlich schnell wie die momentan verbaute GTX 1080, mein MSI Modell zieht in Anno 2070 immerhin knapp 240 Watt aus der Dose. Das vergleichbar schnelle MSI-Modell der RTX 2060 Super verbraucht laut Hersteller maximal 185 Watt. Das wäre eine Ersparnis von rund 30 %, käme aber nicht mit einem spürbaren Performance-Upgrade daher und auch beim Speicher bliebe es bei 8 GiByte. Das ist mir sicher keine ~450 Euro wert, die ich für die neuere Karte investieren müsste. Hätte ich Geld wie Heu, wäre die Stromersparnis eventuell Grund genug, wahrscheinlich würde dann aber eher der innere Schweinehund gewinnen und ich würde zu einer schnelleren, aber auch versoffeneren und noch teureren Karte greifen, was dann wiederum nicht sehr effizient wäre.Mein nächstes Upgrade betrifft aber wahrscheinlich eh die CPU und da dürfte neben Stromersparnis auch ein recht dickes Plus an Leistung und das auch noch zu einem vertretbaren Preis zu realisieren sein. Mein auf 4,2 GHz übertakteter i7-5820K, ein verhältnismäßig grobschlächtiger 22-nm-Intel-Sechskerner, verbraucht dank kräftiger Übertaktung bei Volllast sicherlich 180 bis 220 Watt und dürfte trotz Overclocking kaum schneller sein als ein standard-taktender Ryzen 5 3600 Non-X. Tendenziell würde ich wohl aber zumindest einen Ryzen 7 3700X ins Auge fassen. Dieser AMD-Prozessor ist nochmal etwas flotter und verfügt über acht Kerne samt SMT, wäre also wirklich ein recht deutliches Performance-Upgrade zu einem noch bezahlbaren Preis. Und ein Ryzen 7 3700X hat eine TDP von gerade einmal 65 Watt. Sind wir mal großzügig und veranschlagen mit ein wenig OC auf vielleicht 3,8 GHz rund 100 Watt, dann wären das immer noch eine Einsparung von guten 50 % bei einem gleichzeitigen Plus an Leistung sowie zwei Kernen und vier Threads zusätzlich. Das Ganze gibt’s dann auch noch zu einem ähnlichen Preis, was damals mein i7-5820K kostete – da hatte ich allerdings etwas Glück, der i7-5820K kostete Mitte/Ende 2014 kurzfristig nur rund 330-340 Euro, danach stiegen die Preise steil an und pendelten sich auf einem deutlich höheren Niveau ein. Also habe ich die CPU sogar sehr günstig bekommen und trotzdem ist es der Prozessor, wo ein Upgrade am ehesten sowohl Effizienz als auch Leistung steigern und dabei nicht oder nicht deutlich mehr als die zuvorige Hardware kosten würde.Mal ganz von der Effizienz abgesehen nutze ich, schon seit ich bei der PCGH arbeite, 100 % Ökostrom. Den sollte man natürlich auch nicht sinnlos verschwenden, aber zumindest fühle ich mich nicht allzu schuldig, während ich warte, bis sich die neuere, effizientere und leistungsstärkere Hardware gegenüber meiner veralteten, verstaubten und versoffenen zumindest auf ein Preisniveau herabgelassen hat, das nicht wesentlich höher liegt als das damalige. Ihren individuellen Fortschritt fördern sollten die mit Hardware-verkäufen reich und erfolgreich gewordenen Hardware-Unternehmen meines Erachtens selbst – das ist schließlich deren Existenzgrundlage–, und nicht ich mit meinem Gehalt, indem ich immer teurere Hardware kaufe. Das wäre aus meiner Sicht auch ziemlich ineffizient, schließlich kann ich die Preise der Hardware, deren Leistung und Verbrauch auch mit meinen geleisteten Arbeitsstunden verrechnen und dahingehend geht die Effizienz zumindest bei den Grafikkarten seit einer geraumen Weile eher bergab – ich muss aufgrund der hohen Preise mehr und länger arbeiten, bekomme dafür aber einen eher verhaltenen Performance-Gewinn und – wenn überhaupt – nur wenig Stromersparnis. Wenn ich also betrachte, wie viel Leistung ich selbst aufbringen muss und was ich dafür aktuell an neuer GPU-Performance bekomme, empfinde ich die Effizienz der neueren Grafikkarten tatsächlich als eher ziemlich mäßig.