Transkript zum Video des RGB-Rundumschlags
In diesem Video werfen wir einen Blick in den bunten RGB-Kosmos und erklären einige Basics zu LED-Streifen, Software-Varianten, Fps-Verlust und mehr. Was hat es mit RGB und ARGB auf sich? Inwiefern können synchronisierte RGB-Effekte am Rechner in Spielen spürbar sein? Wir gehen die Thematik in diesem Video mal durch.
In diesem Artikel
Transkript zum Video
Im Nachfolgenden wäre das Transkript zum Video in schriftlicher Form zu finden.
Egal, ob zu Halloween, Weihnachten oder als Stream-Element: Lichter als Deko können etwas Feines sein. Deswegen werfen wir heute einen Blick auf die bunte Lichtdekoration rund um Rechner. Wenn ihr euch noch gar keine Gedanken um Leistung, Verbrauch, Anschlüsse und Software gemacht habt, dann wäre unser Video für euch genau das richtige. Den vollständigen Artikel mit mehr Details findet ihr in unserer PCGH-Ausgabe 11/22. Los gehts!
Einstieg
RGB-Beleuchtung ist ein nicht aufzuhaltender Trend, der je nach Setup an Fast and Furious 3 und Tokyo-Tuning-Wagen erinnert. Die einen lieben es, die anderen hassen es und die Masse an PC-Spielern bewegt sich wohl irgendwo dazwischen. Der Kern des Videos ist: Leistung kann vor allem durch im Hintergrund laufende Software darunter leiden. Darauf gehen wir gleich noch einmal ein. Technisch gesehen gibt es keine Vorteile mit der LED-Dekoration, außer eben die Ausleuchtung der Hardware selbst. Nehmen wir mal als Beispiel Tastaturen und Mäuse, mit denen sich so im Dunkeln leichter arbeiten lässt. Im Gehäuse gibt es kaum praktische Anwendungen, es sei denn man zählt Kleinigkeiten dazu, wie dass einem auffällt, dass der Lüfter blockiert ist, weil er beleuchtet wird oder Ähnliches. Gehen wir doch erst mal die üblichen Anschlüsse intern durch.
Stecker-Chaos: 12 Volt RGB vs. 5 Volt ARGB
RGB ist nicht gleich ARGB, auch wenn die meisten, auch wir, vieles in einen Topf schmeißen, weil es bequemer ist. Es gäbe da zum einen das etwas veraltete vierpolige 12-Volt RGB und die dreipoligen 5-Volt-ARGB-LEDs. Letztere lassen sich feiner justieren. Wenn ihr versucht, die dreipoligen 5-Volt-LEDs am 12-Volt-Anschluss eures Mainboards zu verbinden, brennen euch die LEDs einfach durch, sie wären sofort kaputt. Das sollte in der Regel aber nicht möglich sein, weil die üblichen A-RGB-Kabel in am dritten Pol blockieren. Einen standardisierten Anschluss gibt es zwar wegen verschiedener Herstellerlösungen nicht direkt, aber der Trend geht eindeutig in Richtung dieses 5-Volt-3-Pol-Steckers.
Die günstigeren 12-Volt-Streifen arbeiten nach einem vergleichsweise einfachen Prinzip. Um verschiedene Farben zu erzeugen, werden einzelne Farbkanäle genutzt. Neben den einzelnen Polen für Rot, Grün und Blau, befindet sich am Streifen ein Pluspol. Wird eine Spannungsquelle angeschlossen, kann mit jedem Kanal einzeln ein Stromkreis geschlossen und somit eine Farbe erzeugt werden. Die Kombination und Verteilung der Spannung sorgt für die gewünschte Mischung der Farbe.
Das 5-Volt-ARGB-System funktioniert komplett anders. Nicht nur fällt die Steuerung über einzelne "Farbpole" weg, die Spannung ist auch nicht so hoch. Das "A" steht für "adressable". Jede verbaute LED kann von einem Controller unabhängig(!) von den restlichen LEDs angesteuert werden. Dadurch sind viele Farbeffekte, wie eben der Regenbogen, erst möglich geworden.
Der 5-V-ARGB-Streifen kommt mit einem dreipoligen Präsizionsbuchsen-Anschluss. Der besteht aus der 5-Volt-Leitung, einem Massepin und einem "Digital"-Pol. Da der Streifen mit einer niedrigeren Spannung betrieben wird, werden im Gegensatz zum 12-Volt-Streifen keine Reihenschaltungen mehrerer LEDs gebraucht. Jede der einzelnen LEDs kann mit der anliegenden Spannung direkt betrieben werden. Ein ARGB-Streifen lässt sich daher genauer kürzen oder zuschneiden als die 12er-RGBs, da auch einzelne LEDs abgetrennt werden können.
Weil es keine einheitlichen Anschlüsse per se gibt, werdet ihr früher oder später auch auf Alternativanschlüsse stoßen. Solange ihr 12- und 5-Volt, sowie übliche interne USB-Verbindungen getrennt haltet, dürftet ihr keine Probleme haben. Schaut genau in die Anleitung der LEDs, wie der Anschluss aufgebaut ist. Bei manchen proprietären 3-Pin-Steckern wie etwa von Phanteks oder Razer gibt es auch oft Adapter, mit denen ihr wieder am Mainboard oder eurem externen RGB-Controller anschließen könnt.
Damit ihr das ungefähr einschätzen könnt, haben wir unser Labornetzteil geschnappt und die Spannung auf 5 Volt festgesetzt. Nach sechs Lüftern und einem separaten ARGB-Streifen kamen wir schon an die 3-Ampere-Grenze bei weißem Licht. Weißes Licht zieht am meisten Strom, weil alle Elemente in der LED eingeschaltet sind, statt wie bei den Farben nur zum Teil. Wenn wir beim klassischen Regenbogen-Effekt bleiben, halbiert sich der Wert beinahe auf 1,7 Ampere beziehungsweise 8,5 Watt.
Also je nachdem welches Lichterprofil ihr eingestellt habt, kann der Verbrauch und auch die Belastung des Anschlusses schwanken. ARGB-Controller haben gegenüber dem Header auf dem Mainboard einen großen Vorteil. Sie werden direkt mit dem Netzteil über einen SATA- oder Molex-Anschluss verbunden und über einen internen USB- oder sonstigem Anschluss gesteuert. Da das Netzteil über diese beiden Anschlüsse 5 Volt sowie 12 Volt mit sehr hohen Stromstärken ausgeben kann, können auch die RGB-Controller eine höhere Leistung ausgeben. Meist haben die kleinen Kästen daher auch mehrere Header verbaut. Da die ARGB-LEDs nicht direkt über die Spannung gesteuert werden, sondern über ein digitales Signal, kann die Spannungsversorgung durch den Controller hindurchgeschleift werden. Der ARGB-Streifen ist somit direkt vom Netzteil mit Strom versorgt. Man sollte immer auf die Angaben der Hersteller achten und die maximale Belastung nicht überschreiten.
Software: Getrennte Ökosysteme, Programme und Co.
Zu den bekanntesten Firmen rund um Peripherie, Beleuchtung und Software gehören Corsair und Razer. Beide Konkurrenten setzen auf ein erweitertes Ökosystem, bei denen auch mehr als die Razer- und Corsair-Produkte mit den RGB-Effekten versorgt werden sollen.
Razer war einer der ersten Hersteller, der auch gezielt Dekorationselemente außerhalb des Rechners in die eigene Software-Suite eingefügt hat. So wären über die Razer-Connect-Schnittstelle Philips Hue Lichter über den Zigbee-Funkstandard mit Razer Synapse und den verschiedenen Profilen ansteuer- und vor allem synchronisierbar. Auch stylischere Wanddekorationen wie Nanoleaf sind über Razer Synpase steuerbar. Bei externer Beleuchtung kann, aber muss es nicht immer sofort teuerer sein. Günstiger und ebenso intuitiv wie Philips und Nanoleaf wären etwa Produkte des Hersteller Govee. Nehmen wir mal einige Govee-Produkte als Beispiel, weil wir die verwendet haben. Über Bluetooth und 2,4-Wifi lässt sich auch die LED-Palette entweder über ein Drittprogramm auf Windows oder das Smartphone steuern. Es ist aber nicht unbedingt Plug-n-Play. Bei Drittanbietern dieser Sparte ist häufig eine Voreinstellung über die Hersteller-App durch Bluetooth notwendig. Die Stromversorgung läuft extern über eine vom Rechner separate Steckdose. Einmal konfiguriert dürfte es keine nennenswerten Probleme abseits ungewollter Updates der PC-Software geben. Die einzelnen Beleuchtungsformen richtig im Zimmer anzubringen und anschließend miteinander über Funk zu verbinden, kann je nach Heimnetzwerk und Wunschszenario entweder absolut kann Problem oder zur mentalen Odyssee werden. Solltet ihr auf ein Streamer-artiges Zimmer abzielen, dann schaut vorab, welche Software was unterstützt. Manchmal wird ein separater Account notwendig sein, und manchmal lässt sich auch alles ohne Software auf dem Rechner einstellen.
Razers Synapse und Corsairs iCue haben durch die weit verbreitete Peripherie einen Vorteil. iCue ist in der Regel mächtiger als Synapse, dafür aber auch komplexer. Im Alltag werden euch beide wohl mit irgendwelchen Updates, Features und Co. behelligen. Aber es gibt auch Alternativen wie OpenRGB. Während Mainboard-Hersteller für den RGB-Header eigene Software zur Verfügung stellen, sagen wir mal MSI Center, Asus Armory Crate und so weiter, gibt es andere Lösungen, die universell sowohl Tastaturen, Mainboards, GPUs und andere RGB-Anschlüsse allesamt steuern können. Unter Linux seid ihr mehr oder weniger auf solche Varianten angewiesen. Der Nachteil liegt in den begrenzten Effekten und der Kompatibilität von manchen Geräten.
Leistungsdaten auf einen Blick
Unter Windows gilt: Je mehr ihr verschiedene Software-Programme im Hintergrund anhabt, desto eher schießen die sich gegenseitig ab. Vor allem, wenn sie das Gleiche steuern wollen, wie etwa die Mainboard- und RAM-Beleuchtung zwischen sagen wir mal MSI Mystic Light und iCue. Daher gilt es, sich auf begrenzte Software im Hintergrund zu beschränken. Je nach Hardware könnt ihr eure RGB-Profile auf den Komponenten selbst speichern, ohne dass es zukünftig ein Programm bräuchte. Damit verliert ihr zwar alle Synchronisationsoptionen mit bestimmten Spielen, Aktionen und sonstigem, dafür fallt ihr aber nicht eurem Prozessor in die Knie.
Man würde denken, dieses bisschen Beleuchtung hat doch bestimmt keinen Einfluss. Das mag in der Regel zutreffen, aber sobald man Effekte wie etwa Audiovisualizer oder Desktop-Farbnachwirkungen einschaltet, kann das sehr wohl das allgemeine Spielerlebnis beeinflussen. Um das zu testen, nahmen wir uns einen kräftigen Rechner mit einem i9-12900K, 64 Gigabyte und RTX 3080 Ti. Das bedeutet, bei schwächeren PCs würde der Unterschied noch spürbarer sein. Die Fps sinken messbar und je nach Spiel gravierend. Problematisch ist aber weniger der niedrigere Durchschnitt, sondern die ruckeligere Frametime. Schauen wir uns etwa Metal Hellsinger einmal mit interaktivem Razer-Profil und einmal ohne. Der gelbe Graph stellt hier das ruhigere Spielerlebnis dar, es gibt weniger Miniruckler, der Graph ist gleichmäßiger und das spürt man angesichts der Ausreißer auch.
Weniger ist daher manchmal mehr. Wenn ihr eine RGB-Lichtershow über den eigenen Rechner steuern wollt, dann würden wir euch empfehlen, zumindest mal nachzumessen, wie viel Performance euch mit eurem eingestellten Profil im Spiel eigentlich flöten geht und wie hoch der Verbrauch wird. Der kann beispielsweise im Idle deutlich höher liegen. Nicht nur durch die LEDs allein, sondern auch die vermehrte CPU-Last. Wenn ihr komplett auf Software verzichtet, habt ihr auch insgesamt die bessere Frametime. Die Unterschiede schwanken dabei je nach System und eingestelltem Effekt.
Bei externer Raumbeleuchtung wie Govee-Lichtern, Philips Hue und Co. wäre ein Messen an der Steckdose zwischen euren favorisierten Profilen keine schlechte Idee. Pures, weißes Licht zieht am meisten, während andere Unterprofile bei halber Helligkeit auch deutlich weniger verbrauchen und euch viel einsparen können.
Summa Summarum
Wer sich vom Stecker- bis zum Software-Dschungel durchschlägt, der hat am Ende seinen eigenen kleinen Kirmes-Nachbau, sofern gewünscht. Planung ist dabei die halbe Miete. Welches leuchtende Beiwerk wollt ihr wie benutzen und steuern? Habt ihr alle Anschlüsse dafür? Wollt ihr auf Software und Synchronisationen mit Programmen oder auf leichtere Hardware-Profil-Unterstützung setzen? Wenn ihr ein größeres Projekt vor euch habt, dann geht alles einmal gründlich durch, ehe ihr zum Portemonnaie greift. Eins muss euch klar sein: RGB kostet. Entweder bezahlt ihr über den Einkaufspreis, den Verbrauch oder mit minimalen Temperaturunterschieden. Letzteres ist aber wirklich selten. Nehmen wir mal RAM-Riegel mit und ohne RGB. Der Unterschied von 2 bis 5 Kelvin ist selbst beim Overclocken eher zu vernachlässigen.
RGB ist ein großes Thema und ein Kaninchenbau folgt dem nächsten, weswegen wir nur schlecht alles in einem Video unterbringen können. Weitere Info-Schnipsel und Details findet ihr in unserem PCGH-Plus-Online-Artikel. Jedes Abo auf PCGH.de und Youtube hilft uns, weitermachen zu können. Wenn ihr sonstige Fragen habt, dann stellt sie uns einfach über den Hashtag #FragPCGH. So können wir genauer filtern und eure Fragen in einem folgenden Video beantworten. Über eine Unterstützung in Form eines Likes und Kommentars würden wir uns wie immer sehr freuen. Ansonsten Danke fürs Zusehen, machts gut und bis zum nächsten Mal!

Kreativecke haben mit einer guten Portion Ironie auf euer Video reagiert:
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Um das nochmal einzuordnen, mir geht's gar nicht um 2€ im Jahr oder 0,5% erhöhte CPU-Last. Nur wenn mir jemand sagt, man kriegt den Kram von jedem Bauteil aus, das mach ich das sofort. Nur wo ist die Frage.
Alle anderen Programme scheiterten kläglich.
Allerdings muss das Programm laufen sonst gehen sie beim Neustart wieder an
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Accounterstellung einfach überspringen, läuft auch ohne.