Datafilm Discs: Fluoreszierende Speichermedien mit Haltbarkeit von 100 Jahren und 5 USD pro TByte

21
News Maurice Riebling Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Datafilm Discs: Folio Photonics stellt fluoreszierende Speichermedien für Archive vor (1)
Quelle: Folio Photonics

Das Start-up Folio Photonics will mit einer konkurrenzfähigen Lösung in den Wettbewerb mit Magnetbandspeichern einsteigen. Sogenannte Datafilm Discs sollen in ihrer ersten Iteration einen Preis von 5 US-Dollar pro TByte, eine hohe Haltbarkeit sowie auch vergleichsweise geringe Zugriffszeiten bieten.

Folio Photonics hat den Markt für Archivspeicher ins Visier genommen. Hier dominiert weiterhin das Magnetband als langlebiges, weniger anfälliges und vor allem günstiges Speichermedium bei hoher Kapazität. Geht es allerdings nach dem Start-up, werden die meterlangen Bänder bald der Vergangenheit angehören und durch optische Speicher ersetzt werden.

Die eigens entwickelten Datafilm Discs (DFD) sollen die heutigen Tape Libraries verdrängen. Geworben wird mit einer Haltbarkeit von 100 Jahren und zunächst 5 US-Dollar pro TByte Speicherkapazität. Preislich wäre man somit in ungefährer Schlagweite aktueller Magnetband-Speicher. Luft für geringere Kosten pro TByte gibt es allerdings und so wirbt man mit 3 US-Dollar pro TByte auf der eigenen Webseite sowie in der Roadmap mit unter 1 US-Dollar in den kommenden Jahren.

Die Kapazität pro Modul beziffert Folio Photonics auf zunächst 10 TByte. Bei zehn Scheiben in Summe entspricht das 1 TByte pro Datenträger, die wiederum jeweils 16 Schichten aufweisen. Dabei wird mit fluoreszierenden Farbstoffen gearbeitet, die in einen Kunststofffilm eingebettet wurden. Die Speicherung erfolgt mittels Verringerung der Fluoreszenz via Laser.

Für den gebe es keine außergewöhnlichen Anforderungen. Stattdessen wird zu Stangenware in Form eines 405-nm-Lasers gegriffen, wie er auch in Blu-Ray-Laufwerken verbaut wird. Ohne gesondertes Laufwerk kommt man logischerweise allerdings nicht aus. Das benötigt allerdings noch Entwicklungszeit und wird erst 2024 verfügbar sein. Mit 1 TByte-DFDs könne man sich jedoch bereits 2023 eindecken.

Die Forschung an dem Speichermedium läuft bereits seit mehr als 10 Jahren. Ein entsprechendes wissenschaftliches Paper veröffentlichte Gründer Kenneth Singer in Zusammenarbeit mit diversen Kollegen bereits 2012. Überzeugen sollen die DFDs nicht allein über den Preis. Durch eine nur geringe mechanische Belastung wird eine hohe Haltbarkeit versprochen, während durch die Natur optischer Speichermedien ein wahlfreier Zugriff ohnehin möglich ist und somit deutlich geringere Zugriffszeiten gegenüber den nur sequenziellen Bandspeichern möglich sind. Beschreibbar sind die DFDs als Archivspeicher indes nur einmalig.

Quelle: Folio Photonics (1, 2)

21
    • Kommentare (21)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von 7hor
        Solange die Laufwerke nicht AUCH wie die die Speichermedien selbst günstig erscheinen - die teuren Magnetbandlaufwerke sprechen für sich - wird es schwer eine Alternative zu sein.
        Ach, meinst du etwa die gesamte Zeit gar nicht eine Alternative zu LTO, sondern eine Alternative zu HDDs?
      • Von CD LABS: Radon Project Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von 7hor
        Solange die Laufwerke nicht AUCH wie die die Speichermedien selbst günstig erscheinen - die teuren Magnetbandlaufwerke sprechen für sich - wird es schwer eine Alternative zu sein.
        Ach, meinst du etwa die gesamte Zeit gar nicht eine Alternative zu LTO, sondern eine Alternative zu HDDs?
      • Von 7hor PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von CD LABS: Radon Project
        Hast du aber nicht gesagt, sondern das Gegenteil:
        Nein, da ist nichts Gegenteiliges. Dann noch einmal speziell erläutert:

        Solange die Laufwerke nicht AUCH wie die die Speichermedien selbst günstig erscheinen - die teuren Magnetbandlaufwerke sprechen für sich - wird es schwer eine Alternative zu sein.
      • Von Bloodrock Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von RyzA
        Das glaube ich nicht. Und Notfalls haben Museen solche Geräte.
        Joa ist dann wie bei Fallout 3 wo du durch Supermutanten ins American History Museum schleichen musst
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von James-Francis
        Na, dann bin ich mal gespant, wie selbst in 50 bis 70 Jahren jemand auf so ein Speichermedium zugreifen will, wenn es dann bestimmt kein Gerät mehr gibt das zu diesem Zeitpunkt darauf zugreifen kann, oder die Welt so weit aus den Fugen geraten ist, das niemand mehr daran denkt das es mal so etwas gab !
        Das glaube ich nicht. Und Notfalls haben Museen solche Geräte.
      • Von x2K Freizeitschrauber(in)
        Zitat von James-Francis
        Na, dann bin ich mal gespant, wie selbst in 50 bis 70 Jahren jemand auf so ein Speichermedium zugreifen will, wenn es dann bestimmt kein Gerät mehr gibt das zu diesem Zeitpunkt darauf zugreifen kann, oder die Welt so weit aus den Fugen geraten ist, das niemand mehr daran denkt das es mal so etwas gab !

        Haltbarkeit SUPER, aber unrealistisch, da in der realen PRAXIS eher Unfug !
        Somit wird das Buch immer noch alle Medien anführen, zumindest was DIESES Problem angeht
        Für Magnetbänder gibt es immernoch Laufwerke, das sollte das kleinere problem sein. Die Speichermedien sind eher dafür gedacht den unternehmensserver bzw eine datenbank zu sichern. Das passiert in der regel einmal pro monat oder woche (kommt drauf an wie ernst ein backup genommen wird). Im Idealfall braucht man das backup nicht aber wenn spielt man das neueste zurück. Da wird es selten mehr als ein jahr alt sein. Es gibt natürlich auch nieschen für die sind 100 Jahre wichtiger aber hier ist das interessante der preis. Wobei es auch spannend wird wie teuer das passende laufwerk hinterher wird.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 08/2026 PC Games 08/2026 play5 08/2026 N-Zone 08/2026 Linux Magazin 08/2026 LinuxUser 08/2026 Raspberry Pi Geek 09/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk