AMD: Wafer-Kontigent für die schlechte Verfügbarkeit verantwortlich?
Aus Asien kommt ein Bericht, der die Wafer-Kontingente vom AMD bei TSMC für die schlechte Verfügbarkeit von Produkten auf Basis von AMD-Chips (PS5, Xbox Series X, Ryzen 5000, Radeon RX 6800) verantwortlich macht.
Elektronik für Spieler ist derzeit schwer zu beschaffen, sei es Prozessoren, Grafikkarten oder Konsolen. Alles ist so rar, dass man letztlich nur eine Gelegenheit abpassen kann oder blind vorbestellen muss, um mit Glück irgendwann etwas zu bekommen. Über die Gründe wurde vielfältig diskutiert - aus Taiwan kommt nun für den Fall AMD einer, der logisch erscheint, aber als Gerücht eingestuft werden muss.
Denn bei TSMC laufen die Geschäfte blendend und die Kapazitäten von 140.000 7-nm-Wafern im Monat sind ausgelastet; auf denen AMD einen Großteil seiner Ware fertigen lässt. AMD hat bei TSMC ein Wafer-Kontingent und aus dem lässt man produzieren. Für das vierte Quartal sieht der Plan laut einem Bericht aus Taiwan so aus, dass man aus 120.000 Wafern Kontingent für Konsolen ca. 80.000 Wafer für die Playstation 5 und ca. 40.000 Wafer für die Xbox Series X verwendet. Das seien bereits 80 Prozent des Gesamtkontingentes.; bleiben 30.000 für Epyc, Ryzen und Radeon. Es gibt Hochrechnungen, wie viele Einheiten das pro Chip sind, aber da man die Ausbeuten nicht genau kennt, sind das nur Zahlenspiele.
Der Fokus auf die Custom-Chips für Konsolen soll jedenfalls die schlechte Verfügbarkeit von Zen-3- und RDNA-2-Produkten erklären. Dabei hatte AMD noch Glück, denn Teile der von Huawei abgegeben Kontingente wegen des Handelsstreits mit den USA gingen zu AMD. Ohne diese Wafer sähe es wohl noch schlechter aus. Für 2021 könnte sich die Lage leicht entspannen, weil AMD wohl mehr Wafer zugeteilt bekommen hat und bei TSMC dann an Apple vorbei zum größten Kunden aufsteigt. Wie viel effektiv es besser wird, das bleibt abzuwarten.
Ähnliche Gründe könnten auch dazu geführt haben, dass Nvidia zu Samsung gewechselt ist. Es liegt durchaus nahe anzunehmen, dass man nicht die Mengen Wafer in 7 nm bekommen konnte, die man sich vorstellte. Oder nicht zum gewünschten Preis, denn TSMC ist mit Aufträgen so ausgebucht, dass die Preise keinen Tiefststand haben dürften. Und Kunden wie Apple gelten zwar als notorischer Preisdrücker, können sich aber auch höhere Preise leisten, wenn das 7-nm-Modem in einem iPhone verschwindet.
Warum AMD die Konsolen bevorzugt, hatte man selbst bereits im Laufe des Jahres durchblicken lassen. Neben anderen Gründen waren die Aufträge von Microsoft und Sony aus der letzten Generation essenziell für den Fortbestand von AMD und um überhaupt der Lage zu sein, Zen und RDNA zu entwickeln, geschweige denn auf den Markt zu bringen. Jetzt mag zwar auf einem Ryzen 9 5950X etwas mehr Marge sein als auf einem Konsolen-SOC, aber die Stückzahlen dürften die Sache regeln. Andere Gelder, wie der Deal mit der chinesischen Regierung, zu einem x86-Joint-Venture haben allerdings auch geholfen.
Am Ende spielt es wohl auch keine Rolle. Sollten die Zahlen stimmen, hat AMD 120.000 7-nm-Wafer bei TSMC im Q4/2020 zur Verfügung und setzt diese so ein, wie man sie vermutlich am besten nutzen kann. Kritik gibt es vor allem dafür, dass das AMD-Marketing nichts von Paper-Launches wissen wollte und von "Tonnen ausgelieferter Produkte" samt hoher Nachfrage sprach. Das mag Aktionäre zufriedenstellen, die Erwartungshaltung von Kunden wohl eher nicht. Denn Wafer sind nach wie vor nicht das einzige Problem - die oft in Fernost produzierte und assemblierte Ware bis zum fertigen Produkt muss verschickt werden und durch die Coronakrise sind die Kapazitäten geschrumpft, Preise für Fracht gestiegen. Und Berichten zufolge soll auch die PCB-Produktion wegen knapper Materialien derzeit nicht reibungslos laufen.

Deswegen, und wegen der komplexen Regelwerke und Prozesse zieht sich das ganze ewig hin, und es wird bestimmt noch mal 6 Monate dauern, bis da man davon was im größeren Maße merkt.
Wow, ok, interessante aber für mich überhaupt nicht nachvollziehbare "Sichtweise" bzw. Bewertung. Weil Sony und MS für ihre Mega-Aufträge 80% der Kapazitäten bekommen, behandelt AMD seine Endkunden doch nicht "als Dreck". Zumal ja immer noch 100% der Produkte (also auch die Konsolen) an Privatkunden geliefert werden - nur unter einem anderen Branding (eben MS und Sony).
Notebooks könnten möglicherweise noch vom Frühjahrs-Corona-Boom betroffen sein, da fehlen mir direkte Einblicke. Darauf hat AMD aber vermutlich schon mit dem Verzicht auf einen Renoir-Endkunden-Launch reagiert.
Wenn Hersteller A mich als Dreck behandelt
... das heißt ...
Und wie gesagt, den "Corona-Effekt" (die Konsumzombies kaufen 2020 alles was Strom verbraucht wie die Geisteskranken) gibt es ja auch noch (oder sollte AMD den auch vorhersehen). Ich kann nicht mal ansatzweise abschätzen, wie die aktuelle Liefersituation wäre, wenn die Kunden beim Kaufen nicht so "ausrasten" würden (wir kein Corona hätten). Aber da ich mich an kein so chaotisches Jahr bzgl. nicht verfügbarer Produkte erinnern kann, liegt zumindest der Verdacht nahe, dass das Thema Corona vielleicht doch einen (deutlich) größeren Einfluss hat(te), als viele Menschen sich scheinbar vorstellen können.
Aber wie schong gesagt: Nur weil es nachvollziehbar ist, heißt das nicht, dass man es als Kunde auch gut finden muss.
Die Entscheidung, wenig Produktionskapazitäten für Endkunden einzuplanen und stattdessen die Preise anzuheben, geschah also nicht unter externem Zwang, sondern zwecks Gewinnmaximierung – zu Lasten der Endkunden.
Und warum es aus meiner Sicht durchaus Sinn macht/machen kann die Preise für (weniger als) 20% der verkauften Produkte ein paar Prozent zu erhöhen, wenn man 80% der (an Sony und MS) verkauften Produkte vermutlich ohne wirklich nennenswerten Gewinn verkauft, hab ich auch geäußert. Auch hier sehe ich kein "als Dreck" behandeln.
Irgendwie haben sich manche "Kunden" scheinbar zu sehr an den Umstand gewöhnt, dass die Produkte aus dem Hause AMD sehr lange (zu!?) niedrig waren. Ich finde es gut dass das aktuell nicht mehr so ist. Und wenn ich ehrlich bin, ich finde auch gut dass die Nachfrage mal wieder so hoch ist wie sie schon lange nicht mehr war. Nicht weil ich gerne warte, sondern weil leer gekaufte Regale immer besser sind als volle Regale weil niemand die Produkte kaufen will.
Und auch ich warte auf eine bessere Verfügbarkeit. Allerdings fühle ich mich nicht "als Dreck" behandelt, wenn ich mal ein paar Wochen oder Monate warten muß - die ich eh in Erwartung fallender Preis gewartet hätte. Ich muß nicht zum Release kaufen. Spätestens seit der 980Ti, für die ich 830€ bezahlt habe, und die "kurze Zeit" später im Abverkauf als tolle OC dann ab 290€ "verscherbelt" wurde, warte ich sogar sehr gerne noch nach dem Release eine Weile.
Ich hab so sehr gehofft bei der 1080Ti im Abverkauf dann auch mal für ~300€ nen fetten Schnapper machen zu können. Und was passiert wenn der INU auf etwas hofft? Als die 1080Ti hätte 300€ kosten sollen, kostete sie wegen des Miningbooms plötzlich 1000-1500€.
Da geht es Erfahrungsgemäß nicht einmal um Auswirkungen, sondern ums Prinzip.
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Das wird auch seinen Teil beitragen zur schlechten Verfuegbarkeit!
Es ist wie es ist Leute.
Ja, ihm muss man alles dreimal vorkauen (AMD=böse ist einfacher).
Was die Auslieferungsmengen im Bereich Speicher angeht, haben sich die Chargen um ca. 6 Wochen verspätet und zwar schon Mitte des Jahres, das Kartell wies auf Lieferengpässe zum Jahresende hin. Was den weltweiten Warenhandel angeht, verspäten sich die Lieferungen im Schiffsverkehr um mindestens 3 Wochen, weil die Besatztungen wegen Hygiene- und Quarantänevorschriften minimum 14 Tage aussetzten müssen und wer soll die Schiffe dann betreiben? Das heißt, viele liegen dann auf Reede.
Im Bereich der Fluggesellschaften haben sich die Transporte kannibalisiert, wobei die ihre Flüge mindestens um die Hälfte reduziert haben (und für die gelten auch Quarantänebedingungen wenn sie bestimmte Länder anfliegen, wie z.B. China). Das heißt, die können nie und nimmer alles per Flieger ausliefern. Das sind die Mengen die derzeit hier kleckerweise ankommen (und die werden massiv umkämpft sein), das wird zum Großteil Luftfracht sein, wobei viele Maschinen am Boden stehen und die Fluggesellschaften für den sicheren Betrieb staatliche Stützen brauchen, die Einnahmen befinden sich auf dem tiefsten Flug seit Jahrzehnten.
Wenn man das alles zusammenrechnet und Corona mit dazu zählt, weiß man was los ist.
Auch wenn es für uns Kunden aufgrund aktuell geringer Stückzahlen vielleicht nicht so schön ist.
Aber wie schong gesagt: Nur weil es nachvollziehbar ist, heißt das nicht, dass man es als Kunde auch gut finden muss. Dem Xilnix-Deal zu Folge hat AMD dieses Jahr keine Finanzprobleme und TSMC-Kapazitäten sind immer nur eine Frage des höchsten Gebotes. Die Entscheidung, wenig Produktionskapazitäten für Endkunden einzuplanen und stattdessen die Preise anzuheben, geschah also nicht unter externem Zwang, sondern zwecks Gewinnmaximierung – zu Lasten der Endkunden. Mit so etwas kann man als Hersteller nicht punkten, wenn man das öffentlich genau so bekanntgibt. Also schweigt man lieber zur Produktions-/Liefersituation.
Hier das Bild was ich als Vorlage nutze:
https://pbs.twimg.com/media/EjwB04UWsAAm_L0?format=jpg&name=large
Die Maße waren auch geschätzt, weil ich keine Quelle für die tatsächliche Größe finden konnte.
Zum Errechnen der DIE-Zahl pro Wafer nahm ich https://caly-technologies... .
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Die geschätze Größe die ich zum Rechnen genommen genommen habe ist 12,75x24mm=306mm²
Mit einer Defektdichte von 0.09 spuckt der Rechner 182 DIE pro Wafer aus. Wobei sich 8 am Rand (bei 5mm Rand, nicht zentriert) und etwa 43 defekt sind. Diese 43 defekten sind aber abhänging von der Fertigung bei TSMC und kann natürlich auch deutlich besser oder schlechter sein.
Wäre ein geschätzer Yield von etwa 139 DIEs pro Wafer (76,41%) (die am Rand sind mit einberechnet) oder 11,12 Millionen DIEs bei 80000 Wafern pro Monat.
Ich will nochmal erwähnen, das ich NICHT die Yieldrate von TSMC kenne. Und nur eine Annäherung an die Maße des PS5 DIEs kenne.
Zur Zahlengrundlage: Die DDR6-Package-Maße betreffen die Außenkanten, vermessen wurden aber die Mittelpunkte der äußeren Ball-Reihe. Das heißt der Chip könnte noch einmal kleiner ausfallen und ich hätte von einem eingefahrenen Prozess für Chips dieser Größe Yields im 80er bis 90er Bereich erwartet. Aber die größte Unbekannte dürfte wohl die Zahl der tatsächlich eingesetzten Wafer sein.
Ist nur dämlich von AMD Grafikkarten zu veröffentlichen die Niemand kaufen kann. Wozu soll das dann bitte gut sein?
Nur gut das TSMC mehr Belichtungsmaschinen bestellt hat und somit nächstes Jahr die Produktion ordentlich steigen dürfte. Ich weiß nur nicht wie lange es dauert so eine Maschine in Betrieb zu nehmen.
Wenn die Nachfrage mitte nächsten Jahres sinkt und alle großen Hersteller viele Belichtungsmaschinen stehen haben, könnte nächstes Weihnachten alles sehr günstig werden. Vor allem Grafikkarten und Prozessoren. Nur will Niemand so lange warten
Zur Veröffentlichung: Das ist vor allem gut um Nvidia das Geschäft zu vermiesen. Ampere ist langsam lieferbar, interessiert aber auf einmal nur noch halb so viele Leute. Und bis Weihnachten ist auch noch ein Monat hin, in dem man schon ein paar Karten verkaufen kann – abgesehen davon, dass nach Weihnachten der Kurs auf chinesisch Neujahr steht und Launches während der Weihnachtszeit weniger Aufmerksamkeit bekommen könnten.
Ich glaube allerdings, dass Elektronik in größeren Stückzahlen bislang auch nicht unbedingt zu den teuersten Luftfrachtgütern zählte. Das heißt, dass ist nicht die Ware die Mangels Linienflieger am Boden bleibt. Sondern dass ist die Ware, die von den wertvolleren Ex-Passagier-Expressgütern aus den regulären Frachtern gedrängt wird.