AMD: Wafer-Kontigent für die schlechte Verfügbarkeit verantwortlich?

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AMD: Wafer-Kontigent für die schlechte Verfügbarkeit verantwortlich? (1)
Quelle: TSMC

Aus Asien kommt ein Bericht, der die Wafer-Kontingente vom AMD bei TSMC für die schlechte Verfügbarkeit von Produkten auf Basis von AMD-Chips (PS5, Xbox Series X, Ryzen 5000, Radeon RX 6800) verantwortlich macht.

Elektronik für Spieler ist derzeit schwer zu beschaffen, sei es Prozessoren, Grafikkarten oder Konsolen. Alles ist so rar, dass man letztlich nur eine Gelegenheit abpassen kann oder blind vorbestellen muss, um mit Glück irgendwann etwas zu bekommen. Über die Gründe wurde vielfältig diskutiert - aus Taiwan kommt nun für den Fall AMD einer, der logisch erscheint, aber als Gerücht eingestuft werden muss.

Denn bei TSMC laufen die Geschäfte blendend und die Kapazitäten von 140.000 7-nm-Wafern im Monat sind ausgelastet; auf denen AMD einen Großteil seiner Ware fertigen lässt. AMD hat bei TSMC ein Wafer-Kontingent und aus dem lässt man produzieren. Für das vierte Quartal sieht der Plan laut einem Bericht aus Taiwan so aus, dass man aus 120.000 Wafern Kontingent für Konsolen ca. 80.000 Wafer für die Playstation 5 und ca. 40.000 Wafer für die Xbox Series X verwendet. Das seien bereits 80 Prozent des Gesamtkontingentes.; bleiben 30.000 für Epyc, Ryzen und Radeon. Es gibt Hochrechnungen, wie viele Einheiten das pro Chip sind, aber da man die Ausbeuten nicht genau kennt, sind das nur Zahlenspiele.

Der Fokus auf die Custom-Chips für Konsolen soll jedenfalls die schlechte Verfügbarkeit von Zen-3- und RDNA-2-Produkten erklären. Dabei hatte AMD noch Glück, denn Teile der von Huawei abgegeben Kontingente wegen des Handelsstreits mit den USA gingen zu AMD. Ohne diese Wafer sähe es wohl noch schlechter aus. Für 2021 könnte sich die Lage leicht entspannen, weil AMD wohl mehr Wafer zugeteilt bekommen hat und bei TSMC dann an Apple vorbei zum größten Kunden aufsteigt. Wie viel effektiv es besser wird, das bleibt abzuwarten.

Ähnliche Gründe könnten auch dazu geführt haben, dass Nvidia zu Samsung gewechselt ist. Es liegt durchaus nahe anzunehmen, dass man nicht die Mengen Wafer in 7 nm bekommen konnte, die man sich vorstellte. Oder nicht zum gewünschten Preis, denn TSMC ist mit Aufträgen so ausgebucht, dass die Preise keinen Tiefststand haben dürften. Und Kunden wie Apple gelten zwar als notorischer Preisdrücker, können sich aber auch höhere Preise leisten, wenn das 7-nm-Modem in einem iPhone verschwindet.

Warum AMD die Konsolen bevorzugt, hatte man selbst bereits im Laufe des Jahres durchblicken lassen. Neben anderen Gründen waren die Aufträge von Microsoft und Sony aus der letzten Generation essenziell für den Fortbestand von AMD und um überhaupt der Lage zu sein, Zen und RDNA zu entwickeln, geschweige denn auf den Markt zu bringen. Jetzt mag zwar auf einem Ryzen 9 5950X etwas mehr Marge sein als auf einem Konsolen-SOC, aber die Stückzahlen dürften die Sache regeln. Andere Gelder, wie der Deal mit der chinesischen Regierung, zu einem x86-Joint-Venture haben allerdings auch geholfen.

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Am Ende spielt es wohl auch keine Rolle. Sollten die Zahlen stimmen, hat AMD 120.000 7-nm-Wafer bei TSMC im Q4/2020 zur Verfügung und setzt diese so ein, wie man sie vermutlich am besten nutzen kann. Kritik gibt es vor allem dafür, dass das AMD-Marketing nichts von Paper-Launches wissen wollte und von "Tonnen ausgelieferter Produkte" samt hoher Nachfrage sprach. Das mag Aktionäre zufriedenstellen, die Erwartungshaltung von Kunden wohl eher nicht. Denn Wafer sind nach wie vor nicht das einzige Problem - die oft in Fernost produzierte und assemblierte Ware bis zum fertigen Produkt muss verschickt werden und durch die Coronakrise sind die Kapazitäten geschrumpft, Preise für Fracht gestiegen. Und Berichten zufolge soll auch die PCB-Produktion wegen knapper Materialien derzeit nicht reibungslos laufen.

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    • Kommentare (86)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Llares Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Hornissentreiber
        Verstehe. Die Passagiere haben also Luftfrachten querfinanziert oder die Frachten die billigen Flugplätze, je nach Sichtweise. Damit fällt die Milchmädchen-Lösung (einfach die am Boden stehenden Passagiermaschinen für Frachtflüge nutzen) wegen fehlernder Einnahmen von Passagieren wohl flach. Wenn es so einfach wäre, wäre die Logistikbranche bestimmt auch ohne meine Geistesblitze schon drauf gekommen.
        Ich arbeite in der Luftfahrt, daher mal von mir Insider-Wissen. Die Behörden, Flugzeughersteller, Fluggesellschaften und Integratoren arbeiten seit Monaten daran, Konzepte zu entwickeln und zuzulassen, um die Passagierräume in Frachträume umzuwandeln, damit die am Boden stehenden Maschinen genutzt werden können. Mit Sitze raus und Fracht rein ist es leider nicht getan. Da Bedarf es Löschanlagen -/konzepten, Befestigungen, Schutzeinrichtungen. Der Einfluss auf den Schwerpunkt und das Flugverhalten muss berücksichtigt werden usw.

        Deswegen, und wegen der komplexen Regelwerke und Prozesse zieht sich das ganze ewig hin, und es wird bestimmt noch mal 6 Monate dauern, bis da man davon was im größeren Maße merkt.
      • Von Llares Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Hornissentreiber
        Verstehe. Die Passagiere haben also Luftfrachten querfinanziert oder die Frachten die billigen Flugplätze, je nach Sichtweise. Damit fällt die Milchmädchen-Lösung (einfach die am Boden stehenden Passagiermaschinen für Frachtflüge nutzen) wegen fehlernder Einnahmen von Passagieren wohl flach. Wenn es so einfach wäre, wäre die Logistikbranche bestimmt auch ohne meine Geistesblitze schon drauf gekommen.
        Ich arbeite in der Luftfahrt, daher mal von mir Insider-Wissen. Die Behörden, Flugzeughersteller, Fluggesellschaften und Integratoren arbeiten seit Monaten daran, Konzepte zu entwickeln und zuzulassen, um die Passagierräume in Frachträume umzuwandeln, damit die am Boden stehenden Maschinen genutzt werden können. Mit Sitze raus und Fracht rein ist es leider nicht getan. Da Bedarf es Löschanlagen -/konzepten, Befestigungen, Schutzeinrichtungen. Der Einfluss auf den Schwerpunkt und das Flugverhalten muss berücksichtigt werden usw.

        Deswegen, und wegen der komplexen Regelwerke und Prozesse zieht sich das ganze ewig hin, und es wird bestimmt noch mal 6 Monate dauern, bis da man davon was im größeren Maße merkt.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von INU.ID
        Naja, und ich halte sie - als Kunde - eben für sehr relevant.

        Wow, ok, interessante aber für mich überhaupt nicht nachvollziehbare "Sichtweise" bzw. Bewertung. Weil Sony und MS für ihre Mega-Aufträge 80% der Kapazitäten bekommen, behandelt AMD seine Endkunden doch nicht "als Dreck". Zumal ja immer noch 100% der Produkte (also auch die Konsolen) an Privatkunden geliefert werden - nur unter einem anderen Branding (eben MS und Sony).
        Also erstmal um das klarzustellen: Ich spiele hier advocatus diaboli. Natürlich muss man das nicht so sehen. Aber man kann es so sehen und das spielt eine wichtige Rolle, wenn ein Unternehmen eine Image-Kampagne startet. Gerade dir als Mod sollte bekannt sein, dass PC-Spieler Tätigkeiten für einen Konsolenhersteller nicht zwingend als gleichwertig zu Tätigkeiten wahrnehmen, die dem eigenen Spielvergnügen dienen. Ganz im Gegenteil.

        Zitat
        Ich bin da in dem Thema echt nicht so drin: Du meinst also dass die buchbaren Kapazitäten keiner Einschränkung unterlagen/unterliegen? AMD also "einfach" so zb. die doppelte Menge pro Tag/Woche/Monat hätte buchen können?
        Die insgesamt buchbare Menge unterliegt natürlich den Grenzen der derzeitigen Fab-Kapazitäten beziehungsweise alles, was eine Steigerung selbiger erfordern würde, hätte einen Vorlauf von mehreren Jahren. Aber innerhalb der bestehenden Möglichkeiten ist es nur eine Frage des Geldes, wer diese letztlich nutzt, und bislang zieht AMD (aber auch Nvidia) regelmäßig den Kürzeren gegenüber diversen Smartphone-Zulieferern, da diese in der Regel höhere Preise zahlen. Nicht umsonst ist Apple mittlerweile bei 5 nm. Würde man AMD entsprechen mehr pro Wafer bieten, könnte man auch eine größere Menge Radeon-GPUs und Ryzens auf den Markt bringen. Die Planungsvorlaufzeiten bei Microsoft und Sony sollten hierbei eher höher als bei TSMC sein. Das heißt als AMD das Kontingent für den Sommer 2020 gebucht hat, wussten sie bereits, wie viele Konsolen-APUs damit bestritten werden sollen.

        Zitat
        Und wie gesagt, den "Corona-Effekt" (die Konsumzombies kaufen 2020 alles was Strom verbraucht wie die Geisteskranken) gibt es ja auch noch (oder sollte AMD den auch vorhersehen). Ich kann nicht mal ansatzweise abschätzen, wie die aktuelle Liefersituation wäre, wenn die Kunden beim Kaufen nicht so "ausrasten" würden (wir kein Corona hätten). Aber da ich mich an kein so chaotisches Jahr bzgl. nicht verfügbarer Produkte erinnern kann, liegt zumindest der Verdacht nahe, dass das Thema Corona vielleicht doch einen (deutlich) größeren Einfluss hat(te), als viele Menschen sich scheinbar vorstellen können.
        Zumindest die für Big Navi gemeldeten Auslieferungszahlen liegen unter dem, was von vergangenen Hard Launches berichtet wurde. Es herrscht also nicht nur ungewöhnlich große Nachfrage (mit der bei der ersten echten AMD-High-End-Karte seit Hawaii aber auch zu rechnen war), sondern zusätzlich ein stark reduziertes Angebot. Desweiteren lässt sich bei vielen anderen für einen kompletten PC nötigen Komponenten kein derartiger Engpass ausmachen, obwohl zumindest in meinen Fachbereichen alle über mangelnde Verfügbarkeit von Zuliefererteilen sowie Transportengpässen klagen. Es werden im Moment also nicht mehr abnormal viele Retail-PCs verkauft und bastelnde Aufrüster waren bislang eine ziemlich kleine Nische. Die Auflagenzahlen eines namenhaften PC-Magazins legen nahe, dass dem immer noch so ist.

        Notebooks könnten möglicherweise noch vom Frühjahrs-Corona-Boom betroffen sein, da fehlen mir direkte Einblicke. Darauf hat AMD aber vermutlich schon mit dem Verzicht auf einen Renoir-Endkunden-Launch reagiert.
      • Von INU.ID Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von PCGH_Torsten
        Ich kenne die Hintergründe auch nicht, halte sie aber auch aus Kundensicht für Irrelevant:
        Naja, und ich halte sie - als Kunde - eben für sehr relevant.
        Zitat

        Wenn Hersteller A mich als Dreck behandelt
        Wow, ok, interessante aber für mich überhaupt nicht nachvollziehbare "Sichtweise" bzw. Bewertung. Weil Sony und MS für ihre Mega-Aufträge 80% der Kapazitäten bekommen, behandelt AMD seine Endkunden doch nicht "als Dreck". Zumal ja immer noch 100% der Produkte (also auch die Konsolen) an Privatkunden geliefert werden - nur unter einem anderen Branding (eben MS und Sony).

        Zitat

        ... das heißt ...
        Ich bin da in dem Thema echt nicht so drin: Du meinst also dass die buchbaren Kapazitäten keiner Einschränkung unterlagen/unterliegen? AMD also "einfach" so zb. die doppelte Menge pro Tag/Woche/Monat hätte buchen können? Denn falls nein, sind wir wieder am Anfang, AMD hat den Mega-Aufträgen eine (mMn natürliche) höhere Priorität zugewiesen. Aber klar, vielleicht irre ich auch, und die Fabs der/des Fertiger/s laufen noch lange nicht unter voller Auslastung. Ich dachte nur ich hätte das Gegenteil gelesen.

        Und wie gesagt, den "Corona-Effekt" (die Konsumzombies kaufen 2020 alles was Strom verbraucht wie die Geisteskranken) gibt es ja auch noch (oder sollte AMD den auch vorhersehen). Ich kann nicht mal ansatzweise abschätzen, wie die aktuelle Liefersituation wäre, wenn die Kunden beim Kaufen nicht so "ausrasten" würden (wir kein Corona hätten). Aber da ich mich an kein so chaotisches Jahr bzgl. nicht verfügbarer Produkte erinnern kann, liegt zumindest der Verdacht nahe, dass das Thema Corona vielleicht doch einen (deutlich) größeren Einfluss hat(te), als viele Menschen sich scheinbar vorstellen können.

        Zitat

        Aber wie schong gesagt: Nur weil es nachvollziehbar ist, heißt das nicht, dass man es als Kunde auch gut finden muss.
        Absolut korrekt. Aber nur weil man es als Kunde nicht gut findet, muß man es auch nicht gleich schlecht finden. Den Unterschied macht eben die Begründung [warum man warten/geduldig sein muß) die man genannt bekommt - und ob man es nachvollziehen kann.

        Zitat

        Die Entscheidung, wenig Produktionskapazitäten für Endkunden einzuplanen und stattdessen die Preise anzuheben, geschah also nicht unter externem Zwang, sondern zwecks Gewinnmaximierung – zu Lasten der Endkunden.
        Wie gesagt, ich kann aufgrund fehlender Informationen nicht diesen Schluß ziehen. Und ich habe bisher auch nirgends Informationen gesehen, die einen solchen Schluß potentiell zulassen würden. Und noch einmal: Die aktuell entgangenen/entgehenden Umsätze aufgrund nicht lieferbarer Produkte läßt mich eher zu dem Schluß kommen, dass der Gewinn aktuell ebenfalls (deutlich) niedriger ist. Die 5% oder 10% erhöhten Preise bei manchen Produkten fangen ja nicht mal ansatzweise die durch hunderte Prozent weniger verkaufte Stückzahlen entgangenen Gewinne auf.

        Und warum es aus meiner Sicht durchaus Sinn macht/machen kann die Preise für (weniger als) 20% der verkauften Produkte ein paar Prozent zu erhöhen, wenn man 80% der (an Sony und MS) verkauften Produkte vermutlich ohne wirklich nennenswerten Gewinn verkauft, hab ich auch geäußert. Auch hier sehe ich kein "als Dreck" behandeln.

        Irgendwie haben sich manche "Kunden" scheinbar zu sehr an den Umstand gewöhnt, dass die Produkte aus dem Hause AMD sehr lange (zu!?) niedrig waren. Ich finde es gut dass das aktuell nicht mehr so ist. Und wenn ich ehrlich bin, ich finde auch gut dass die Nachfrage mal wieder so hoch ist wie sie schon lange nicht mehr war. Nicht weil ich gerne warte, sondern weil leer gekaufte Regale immer besser sind als volle Regale weil niemand die Produkte kaufen will.

        Und auch ich warte auf eine bessere Verfügbarkeit. Allerdings fühle ich mich nicht "als Dreck" behandelt, wenn ich mal ein paar Wochen oder Monate warten muß - die ich eh in Erwartung fallender Preis gewartet hätte. Ich muß nicht zum Release kaufen. Spätestens seit der 980Ti, für die ich 830€ bezahlt habe, und die "kurze Zeit" später im Abverkauf als tolle OC dann ab 290€ "verscherbelt" wurde, warte ich sogar sehr gerne noch nach dem Release eine Weile.

        Ich hab so sehr gehofft bei der 1080Ti im Abverkauf dann auch mal für ~300€ nen fetten Schnapper machen zu können. Und was passiert wenn der INU auf etwas hofft? Als die 1080Ti hätte 300€ kosten sollen, kostete sie wegen des Miningbooms plötzlich 1000-1500€.
        Zitat

        Da geht es Erfahrungsgemäß nicht einmal um Auswirkungen, sondern ums Prinzip.
        Korrekt, aber aktuell (verärgerte Kunden) geht es eben auch um Auswirkungen (zb. auf das Image, die Kundenzufriedenheit). Und bei Informationen die nicht explizit der von Vertragspartnern geforderten Geheimhaltung unterliegen, sollte man einer potentiell positiven Außenwirkung wegen zumindest mal überlegen sie preiszugeben.
      • Von Bl4d3runn3r Freizeitschrauber(in)
        Die Weltweite Logistik ist immer noch stark betroffen von den Auswirkungen des Virus.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Das wird auch seinen Teil beitragen zur schlechten Verfuegbarkeit!
        Es ist wie es ist Leute.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von tokthora
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Ja, ihm muss man alles dreimal vorkauen (AMD=böse ist einfacher).

        Was die Auslieferungsmengen im Bereich Speicher angeht, haben sich die Chargen um ca. 6 Wochen verspätet und zwar schon Mitte des Jahres, das Kartell wies auf Lieferengpässe zum Jahresende hin. Was den weltweiten Warenhandel angeht, verspäten sich die Lieferungen im Schiffsverkehr um mindestens 3 Wochen, weil die Besatztungen wegen Hygiene- und Quarantänevorschriften minimum 14 Tage aussetzten müssen und wer soll die Schiffe dann betreiben? Das heißt, viele liegen dann auf Reede.

        Im Bereich der Fluggesellschaften haben sich die Transporte kannibalisiert, wobei die ihre Flüge mindestens um die Hälfte reduziert haben (und für die gelten auch Quarantänebedingungen wenn sie bestimmte Länder anfliegen, wie z.B. China). Das heißt, die können nie und nimmer alles per Flieger ausliefern. Das sind die Mengen die derzeit hier kleckerweise ankommen (und die werden massiv umkämpft sein), das wird zum Großteil Luftfracht sein, wobei viele Maschinen am Boden stehen und die Fluggesellschaften für den sicheren Betrieb staatliche Stützen brauchen, die Einnahmen befinden sich auf dem tiefsten Flug seit Jahrzehnten.

        Wenn man das alles zusammenrechnet und Corona mit dazu zählt, weiß man was los ist.
        Keines der hier genannten Produkte wird außerhalb Chinas zusammengebaut, von daher spielen Flieger und erst Recht Schiffe keine Rolle für die Subkomponenten... . Der Speicher muss in der Regel nur von einem Ende Shenzens zum anderen gekarrt werden.


        Zitat von INU.ID
        Wie gesagt, zumindest mir fehlen zu viele Zahlen in der Rechnung, um mir ein Urteil für oder wider AMD erlauben zu können.
        Ich kenne die Hintergründe auch nicht, halte sie aber auch aus Kundensicht für Irrelevant: Hersteller A hat die Kapazitäten für X Produkte geplant. Und in dieser Planung komme ich nicht vor oder nur zweitrangig => Wenn Hersteller A mich als Dreck behandelt, soll er nicht auf Sympathie hoffen.

        Zitat
        Alleine die Logik/der Verstand sagt mir, dass die Entscheidung gegen mehr Umsatz und Gewinn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich nicht gefallen ist, als genau das (mehr Umsatz und Gewinn) schon 100%ig sicher absehbar war. Und wenn doch, dann sehr wahrscheinlich aus finanziellen/wirtschaftlichen Gründen - lieber am Anfang weniger Produkte an Endkunden verkaufen, als noch höhere Preise (die die Produkte auch gegenüber Konkurrenzprodukten wieder unattraktiver machen) nehmen zu müssen. So lange AMD jetzt weniger Umsatz durch Kunden verliert, die zu Nvidia oder Intel wechseln, als hinten raus vielleicht durch eine bessere Marge zusätzlich eingenommen wird, hat es sich für AMD ja schon gelohnt.

        Auch wenn es für uns Kunden aufgrund aktuell geringer Stückzahlen vielleicht nicht so schön ist.
        Das halte ich für die wahrscheinlichste Interpretation: Leaks zu reservierten Waferkontingenten kommen normalerweise rund 1 Jahr vorher oder weniger, das heißt zum Zeitpunkt der Buchung wusste AMD definitiv, dass sie von Intel wenig Stress bekommen werden. Nvidia war schwerer abzusehen, aber wenn man umgekehrt Nvidias vollkommen überstürzten Launch anguckt, dann fühlte sich AMD entweder bezüglich Ampere zu Recht ebenfalls sehr sicher oder aber sie haben ihre Launch-Pläne für Big Navi kurzfristig geändert. In beiden Fällen war es für 4Q2020 bewusst nicht eingeplant worden, große Stückzahlen für Endkunden auszuliefern, sondern ein bestehendes Kontingent für Microsoft und Sony zu reservieren, die bekanntermaßen sehr klare Vorgaben für all diejenigen machen, die auch nächstes Jahr noch Aufträge bekommen wollen.

        Aber wie schong gesagt: Nur weil es nachvollziehbar ist, heißt das nicht, dass man es als Kunde auch gut finden muss. Dem Xilnix-Deal zu Folge hat AMD dieses Jahr keine Finanzprobleme und TSMC-Kapazitäten sind immer nur eine Frage des höchsten Gebotes. Die Entscheidung, wenig Produktionskapazitäten für Endkunden einzuplanen und stattdessen die Preise anzuheben, geschah also nicht unter externem Zwang, sondern zwecks Gewinnmaximierung – zu Lasten der Endkunden. Mit so etwas kann man als Hersteller nicht punkten, wenn man das öffentlich genau so bekanntgibt. Also schweigt man lieber zur Produktions-/Liefersituation.

        Zitat
        Ok, diesen Aspekt habe ich nicht bedacht. Es könnte natürlich sein, dass die Information die für den einen Vertragspartner eine positive Außenwirkung hat, für die anderen beiden Parteien sich ins Gegenteil umkehren könnte. Aber aus Kundensicht wäre eine Erklärung, warum er vor leeren Regalen steht, mit Sicherheit nicht belanglos.
        Da geht es Erfahrungsgemäß nicht einmal um Auswirkungen, sondern ums Prinzip. Bei vielen Elektronikkonzernen gilt für Veröffentlichungen ein Whitelisting und insbesondere AMD ist teilweise sehr verschlossen. Da gelangt nur nach draußen, was von Technik, Führung, Rechts- und Marketingabteilung als eindeutig positiv für den Konzern freigegeben wurde und nicht mit externen Partnern zusammenhängt. Alles andere ist und bleibt im Zweifel geheim. Gerade Vertragsdetails wird niemand mit dem jeweiligen Partner noch einmal besprechen, um sie öffentlich bekannt zu geben. Ich wäre bei AMD schon froh, wenn ich Zugriff auf Kühlerspezifikationen oder ein Sockel-Pin-Out bekommen würde – aber selbst diese Informationen, die bei Intel für jedermann frei herunterladbar sind, werden einem als nicht-Hersteller bei AMD auch einmal auf Nachfrage zur internen Verwendung unter NDA verweigert.

        Zitat von theGucky
        Ich bitte um Verzeihung, man sollte auch mal die Zahlen die man aus dem Internet holt nachrechnen...ich habe mich nämlich verlesen XD
        Hier das Bild was ich als Vorlage nutze:
        https://pbs.twimg.com/media/EjwB04UWsAAm_L0?format=jpg&name=large
        Die Maße waren auch geschätzt, weil ich keine Quelle für die tatsächliche Größe finden konnte.
        Zum Errechnen der DIE-Zahl pro Wafer nahm ich https://caly-technologies... .
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Die geschätze Größe die ich zum Rechnen genommen genommen habe ist 12,75x24mm=306mm²
        Mit einer Defektdichte von 0.09 spuckt der Rechner 182 DIE pro Wafer aus. Wobei sich 8 am Rand (bei 5mm Rand, nicht zentriert) und etwa 43 defekt sind. Diese 43 defekten sind aber abhänging von der Fertigung bei TSMC und kann natürlich auch deutlich besser oder schlechter sein.
        Wäre ein geschätzer Yield von etwa 139 DIEs pro Wafer (76,41%) (die am Rand sind mit einberechnet) oder 11,12 Millionen DIEs bei 80000 Wafern pro Monat.

        Ich will nochmal erwähnen, das ich NICHT die Yieldrate von TSMC kenne. Und nur eine Annäherung an die Maße des PS5 DIEs kenne.
        Netter Link, sinnvolle Rechnung
        Zur Zahlengrundlage: Die DDR6-Package-Maße betreffen die Außenkanten, vermessen wurden aber die Mittelpunkte der äußeren Ball-Reihe. Das heißt der Chip könnte noch einmal kleiner ausfallen und ich hätte von einem eingefahrenen Prozess für Chips dieser Größe Yields im 80er bis 90er Bereich erwartet. Aber die größte Unbekannte dürfte wohl die Zahl der tatsächlich eingesetzten Wafer sein.

        Zitat von Ganjafield
        Klingt für mich alles logisch und das habe ich mir schon so gedacht.
        Ist nur dämlich von AMD Grafikkarten zu veröffentlichen die Niemand kaufen kann. Wozu soll das dann bitte gut sein?
        Nur gut das TSMC mehr Belichtungsmaschinen bestellt hat und somit nächstes Jahr die Produktion ordentlich steigen dürfte. Ich weiß nur nicht wie lange es dauert so eine Maschine in Betrieb zu nehmen.
        Wenn die Nachfrage mitte nächsten Jahres sinkt und alle großen Hersteller viele Belichtungsmaschinen stehen haben, könnte nächstes Weihnachten alles sehr günstig werden. Vor allem Grafikkarten und Prozessoren. Nur will Niemand so lange warten
        Bis eine neue Anlagenstraße in Betrieb ist, vergeht durchaus ein halbes Jahr, ausgehend von einem leeren Reinraum. Wenn Teile der alten Produktion integriert werden und Stück für Stück umgebaut werden, kann es auch länger dauern. Die jetzt gelieferten Maschienen dürften auf alle Fälle für die 6er- und die 5er-Prozesse sein, Neubestellungen für 3 nm. In 7 nm investiert man zwei Jahre nach Beginn der Massenfertigung nicht mehr. Das wäre ja so, als wenn Intel 2018 zusätzliche 14-nm-Betriebslinien aufgebaut hätte.

        Zur Veröffentlichung: Das ist vor allem gut um Nvidia das Geschäft zu vermiesen. Ampere ist langsam lieferbar, interessiert aber auf einmal nur noch halb so viele Leute. Und bis Weihnachten ist auch noch ein Monat hin, in dem man schon ein paar Karten verkaufen kann – abgesehen davon, dass nach Weihnachten der Kurs auf chinesisch Neujahr steht und Launches während der Weihnachtszeit weniger Aufmerksamkeit bekommen könnten.

        Zitat von Hornissentreiber
        Verstehe. Die Passagiere haben also Luftfrachten querfinanziert oder die Frachten die billigen Flugplätze, je nach Sichtweise. Damit fällt die Milchmädchen-Lösung (einfach die am Boden stehenden Passagiermaschinen für Frachtflüge nutzen) wegen fehlernder Einnahmen von Passagieren wohl flach. Wenn es so einfach wäre, wäre die Logistikbranche bestimmt auch ohne meine Geistesblitze schon drauf gekommen.
        Es gibt Maschinen, die für kombinierten Passagier- und Frachtverkehr flexibel genutzt werden können. Aber in die Oberdecks normaler Passagiermaschinen bekommt man selbst kleine Container rein physisch nicht rein, weil sie keine großen Luken haben. Das Maximum sind Postsäcke auf den Sitzen, sonst könnte man nur den Frachtraum nutzen. Und so hoch, dass sich Extrafüge von 60 Prozent leeren Passsagiermaschinen lohnen würden, sind die Luftfrachtpreise wohl doch noch nicht. Flugplätze beziehungsweise Starts und Landungen dürften im Moment zwar so billig wie nie sein, da komplett subventioniert und um jeden Auftrag dankbar, aber auf den langen Ostasienrouten sind es Sprit, Crew (inklusive Corona-Vorkehrungen/Mehrkosten) und Instandhaltung, die Geld kosten. Die Kosten beinahe genauso viel wie bisher auch, denn die abgestellten Flugzeuge werden nur einmal bei der Widerinbetriebnahme teuer (egal wann diese erfolgt), ungenutzter Sprit ist umsonst und untätiges Personal wird über Kurzarbeitergeld vom Staat bezahlt.

        Ich glaube allerdings, dass Elektronik in größeren Stückzahlen bislang auch nicht unbedingt zu den teuersten Luftfrachtgütern zählte. Das heißt, dass ist nicht die Ware die Mangels Linienflieger am Boden bleibt. Sondern dass ist die Ware, die von den wertvolleren Ex-Passagier-Expressgütern aus den regulären Frachtern gedrängt wird.

        Zitat von gnadenix
        Zumindest im Bereich der seltenen Erden wird aber schon ne Weile dran gearbeitet, das was geht auf europäischer Seite abzubauen - seit der Geschichte 2012 (https://www.wto.org/engli...) ist die EU da schon etwas aufgewacht und da hat sich auch schon was getan. Bei Med.Produkten sieht das meines Wissens nach aber noch anders aus und da gibts bereits Streit über Zollkontingente mit china... lustig ist das alles nicht.
        Es gibt praktisch nichts, dass man nicht auch außerhalb Chinas herstellen könnte, aber vieles ist dort sehr viel billiger zu bekommen. Sei es endgefertigte Hardware, die von den niedrigen Arbeitslöhnen profitiert oder seien es die vermeintlich seltenen Erden, die es zwar auch im Rest der Welt gibt, deren Abbau aber unter Berücksichtigung von Umweltschutz sehr teuer wäre. Das heißt: Ein kommerzielle Produktion irgendwo sonst auf der Welt zu errichten lohnt sich in der Regel erst, wenn China die Lieferung einstellt. Hätte jemand vor 12 Monaten prohezeit, dass im April die Massenproduktion von einfachen Stoffmasken in Baden-Würtemberg anläuft, wo man die Dinger doch für <10 Cent importieren kann, hätte man den vorsichtshalber in die geschlossene Anstalt verwiesen. ^^
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