Hard Reset: Der Exile-DLC im Test
Seit Mitte Juli steht die kostenlose Exile-Erweiterung für alle Besitzer der originalen Steam-Version von Hard Reset bereit. Der DLC bietet neue Levels und Gegner, welche sich abwechslungsreicher sowie optisch überzeugender präsentieren als das Hauptspiel.
Ich glaub mein Schwein pfeift! Nun gut, es grunzt - und zudem ist es ein Wildschwein, ein fliegendes obendrein. Denn das Markenzeichen und zugleich auch das Intro von Hard Reset zeigt eben dieses "Flying Wild Hog" der gleichnamigen Entwickler, welche sich aus Teilen von People can fly (Bulletstorm, Painkiller), CD Projekt (The Witcher 2) und City Interaktive (Sniper Ghost Warrior) zusammensetzen. Deren aktueller Titel Hard Reset ist zwar seit längerem als Extended Edition im Retail-Handel, Käufer der originalen Steam-Version blieb die Exile-Erweiterung aber bisher vorenthalten - seit Mitte Juli ist der Exile-DLC jedoch kostenlos verfügbar.
Protagonist des gradlinigen Shooters ist Major Flechter, dessen Aufgabe es ist, das letzte Bollwerk der Menschheit gegen die sich auflehnenden Maschinen zu verteidigen - fällt Bezoar, war's das. Klingt eher flach und zugegeben, ein Story-Monster ist Hard Reset trotz cool designten Comic-Überblendungen inklusive Sprachausgabe während den eher langen Ladezeiten nicht - hier geht's in erster Linie darum, die Maschinen zu Alteisen zu verschrotten. Der Exile-DLC erweitert das ursprüngliche im Cyberpunk angesiedelte Spiel um fünf neue Levels samt einer knappen Handvoll frischer Gegner, ansonsten bleibt aber alles beim (guten) Alten.
Quelle: PC Games Hardware / y33H@
Hard Reset: Der Exile-DLC im Test (27)
Munitionsmangel gibt's nicht - Feuer frei!
Alt meint hier auch im Sinne von oldschool, denn auf ein Deckungssystem oder gar Nachladen verzichtet Hard Reset. Halo-like regeneriert sich zwar der Schild von Major Fletcher, nicht aber die Lebensenergie - hier gilt es entsprechende Items einzusammeln, die wie Munition oder Nano-Energie in den Levels herumliegen oder von zerballerten Gegnern fallen gelassen werden. Der Major verfügt zugunsten der Verschrottung über zwei Waffenarme, welche Dauerfeuer geben: Der eine lässt sich vom Maschinengewehr über eine Shotgun und den Granatwerfer bis hin zur Bazooka erweitern, die andere von der rasend schnell feuernden Plasmawumme über eine Art Machtblitz und erneut einem Granatwerfer sowie der Railgun bis hin zur zielsuchenden ultimativen Energiewaffe.
Alle Ausbaustufen lassen sich aufrüsten, etwa die Feuergeschwindigkeit, Durchschlagskraft oder neue Fähigkeiten wie einen EMP-Impuls, der die Maschinenfeinde lähmt. Zu guter Letzt darf sich der Major per Nano-Energie die Magazingröße erweitern oder verträgt mehr Schaden, kann aber immer nur eine Waffe zugleich einsetzen. Die Suche nach den Nano-Erweiterungen ist sehr motivierend und bereichert das Spiel um eine gewisse taktische Komponente, denn so mancher Gegnertyp reagiert etwa besonders empfindlich auf die Shotgun, während fliegende Roboter das perfekte Ziel für die Railgun sind.
Quelle: PC Games Hardware / y33H@
Hard Reset: Der Exile-DLC im Test (19)
Alles, was kein Mensch ist, hat gefälligst zu explodieren
Das Gegner-Portfolio reicht von kleinen laufenden Kettensägen, fetten Wächtern samt Nachbrenner die uns rammen, Robotern die an die Revenants aus Doom 3 erinnern (genauso wie das Interface an den überall herumstehenden Nano-Terminals) bis hin zu den in der Erweiterung hingekommenen spinnenartigen Killer-Drohnen. Als wäre das nicht genug, hetzt uns Hard Reset im Exile-DLC am Ende der fünf Level einen weiteren Boss (nicht so fett, dafür aber fies) auf den virtuellen Hals, der nicht nur Unmengen an weiterem elektronischem Viehzeug herbei ruft, sondern auch kräftig austeilt - schon auf dem zweiten Schwierigkeitsgrad ist der Shooter durchaus knackig.
Dies liegt nicht nur an den Gegner-Massen, sondern auch daran, dass Sie sich während Kämpfen kaum heilen können und man (so wie die Roboter) zum Teil Opfer der Umgebung wird: Egal ob die obligatorischen Explosivfässer oder blitzende Stromgeneratoren - Vorsicht ist angesagt. Die neuen EMP-Tonnen hingegen stoppen nur Maschinen, akustisch erinnern sie an die seismischen Bomben aus Angriff der Klonkrieger. Zwischen den Kämpfen gilt es wie gehabt simple Schalter-Rätsel zu lösen, zumeist aber ist Dauerfeuer angesagt. Obwohl Hard Reset PC-exklusiv ist, bietet das Spiel nur Savepoints. Die Entwickler begründen dies damit, dass Quicksave die Spielerfahrung (negativ) verändern würde.
Quelle: PC Games Hardware / y33H@
Hard Reset: Der Exile-DLC im Test (3)
Tageslicht und Sonne statt Nacht und Regen - die Engine darf nun zeigen, was sie kann
Neben neuen Gegnern sind es vor allem die frischen Level, die zu gefallen wissen - denn statt sich nur durch die verregneten Häuserschluchten und Fabriken von Bezoar zu ballern, darf der Major nun auch an die frische Luft und besucht dabei einen von der Natur zurückgeforderten Schrottplatz samt gigantischer Presse und einem beeindruckenden Sandsturm. Die Darstellung der Pflanzen ist erfreulich gut gelungen, wenngleich kein Crysis-Niveau aufgefahren wird. Das Level-Design ist sorgfältig ausgearbeitet, Hard Reset leidet hier und da jedoch an ein paar Polygonen zu wenig. Dies macht die "Road Hog"-Engine, ein DirectX-9-Renderer samt der Havok-Physik, aber durch ihr fast schon absurdes Effektspektakel wett.
Die (globale) Beleuchtung inklusive Umgebungsverdeckung, sauberen wenngleich selten dynamischen Schatten, tollen Echtzeit-Reflexionen und gleißenden Explosionen dreht in Kämpfen dermaßen auf, dass man Angst um die Netzhaut bekommen könnte - oft erwischten wir uns grinsend am Rechner sitzen, wenn Unmengen an Schrott auf dem Bildschirm in die Luft flog. Vor allem aber glänzt Hard Reset fast durchgehend mit knackigen per 16:1 AF gefilterten Pixeltapeten samt Detail-Texturen, vielfältiger Kantenglättung (FXAA oder MSAA), schicken Regeneffekten und satten Farben.
Quelle: PC Games Hardware / y33H@
Hard Reset: Der Exile-DLC im Test (39)
Passend zum optischen Spektakel ist auch die Soundkulisse überzeugend - die deutsche Sprachausgabe fällt dagegen ab, nutzen Sie daher besser die englische. Die basslastigen Waffen sowie Explosionen klingen richtig schön wuchtig und die dynamische Musikuntermalung wummert nicht nur gut, sondern ist auch spielerisch hilfreich - sobald diese nämlich abklingt, haben Sie (vorerst) alle Maschinen im aktuellen Sektor dem Altmetall zugeführt.
Wennschon PC-exklusiv, dann richtig
Auch abseits der überzeugenden Basistechnik haben sich die Entwickler Gedanken gemacht, wie ein PC-Shooter auszusehen hat: Das HUD sitzt da, wo es hingehört (ohne den Konsolen-typischen Safeframe) und ist nicht mit ständigen Einblendungen überladen. Wenn Fletcher sprintet, sorgt eine radiale Bewegungsunschärfe zum Fluchtpunkt hin für ein tolles Geschwindigkeitsgefühl und selbst das HUD verschwimmt - was Sie aber wie auch die Introvideos und die Blutdarstellung deaktivieren dürfen. Das horizontale Sichtfeld (FOV) lässt sich zwischen 65 und 90 Grad einstellen und eine Option um den Input-Lag zu verringern, steht ebenfalls bereit. Freie Tastenbelegung sowie Maus-Sensivität und -Invertierung sind selbstverständlich, eine störende Eingabelatenz ist nicht vorhanden - das Aiming ist direkt und präzise.
Fazit: Drei gelungene Stunden extra
Pro jedem der fünf Level benötigen Sie rund eine halbe Stunde, obendrein kommen zwei weitere Survival-Maps auf denen Sie gegen immer stärkere Wellen von Gegnern antreten. Egal ob Sie Hard Reset bereits besitzen oder nicht - der Shooter lohnt sich insbesondere mit der kostenlosen Exile-Erweiterung, welche eine klare Verbesserung zum bereits guten Hauptspiel darstellt. Angesichts des bis zum 23. Juli laufenden Steam-Angebots sollten auch Zweifler zugreifen: 3,37 Euro für Hard Reset samt Exile-DLC sind fast schon eine Pflichtinvestition ;-)
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@HardReset ist ein feiner Ballerspaß für zwischendurch mit schönen Effekten, Texturen und Animationen. Und so günstig wie zur Zeit lässt sich sonst kein Feuerwerk abbrennen