[PLUS] Kühlere Grafikkarte dank PCI-Express-Riser: Die gedrehte Grafikkarte
PCGH Plus: Dank PCI-Express-Riser müssen Grafikkarten nicht mehr länger direkt auf das Mainboard gesteckt werden. Wir prüfen, ob das eine bessere Kühlung ermöglicht. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 05/2018.
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Unter den neu veröffentlichten Gehäusen befinden sich momentan viele Modelle mit einer durchsichtigen Seitenscheibe aus Glas. Immer häufiger statten die Hersteller diese mit einer zusätzlichen Montagemöglichkeit für eine Grafikkarte aus. Dabei wird die Platine nicht in dem Steckplatz auf dem Mainboard, sondern um 90 Grad gedreht hinter der Glasscheibe montiert. Möglich machen es PCI-Express-Riser-Kabel, die üblicherweise zusätzlich zum Gehäuse erworben werden müssen.
Riser-Rotation
Auf der Rückseite der Grafikkarte befestigen wir zwei Temperaturfühler. Das PCI-E-Riser-Kabel von Fractal Design kostet 40 Euro und muss separat erworben werden.
Für einige Messungen verwenden wir einen einblasenden 140-mm-Lüfter auf Höhe der PCI-Express-Slots. Dazu haben wir ein Seitenteil aus Pappkarton gebastelt.
Ein Slot-Lüfter lässt sich mit Gummibändern befestigen. Der Kabelsalat ist optional – wir haben für erleichtertes Testen eine interne Lüftersteuerung extern angeschlossen.
Diese alternativen Montageplätze sind zur Präsentation der Grafikkarte gedacht, haben aber nicht nur einen optischen Effekt: Zum einen kann die Anbindung via PCI-Express-Riser die Stabilität und Geschwindigkeit verringern. Billigmodelle sind teilweise gar nicht für den Betrieb schneller Grafikkarten geeignet und können dazu führen, dass die angeschlossene Hardware nicht einmal erkannt wird. Doch selbst hochwertige, gut abgeschirmte Modelle können die Leistung etwas verringern. Wir bemerkten bei Verwendung des Fractal Design Flex VRC-25 in unserem Test mit Unigine Superposition einen Rückgang von 53 auf 51 Fps, also rund 4 Prozent.
Das ist aber nur eine Seite der Medaille, denn zum anderen ermöglicht eine Montage via Riser auch neue Kühlkonzepte - und damit auch die Möglichkeit, den kleinen Leistungsverlust wettzumachen und die Lautstärke zu reduzieren. Bei der klassischen Montage sitzen CPU-Kühler und Grafikkarte sehr nah beisammen, weshalb viele Mainboard-Hersteller bereits einen zusätzlichen Slot Abstand zwischen dem Prozessorsockel und dem ersten PCI-Express-×16-Steckplatz lassen. Das reduziert zwar die Kollisionsgefahr, doch mit der von der Grafikkarte aufsteigenden Abwärme muss der Prozessorkühler immer noch klarkommen. Auf den folgenden Seiten prüfen wir, welche Vor- und Nachteile die beiden Montagemöglichkeiten bieten und wie gut sie mit zusätzlichen Ventilatoren und unterschiedlichen Belüftungskonzepten harmonieren.
Slot versus Riser
Unser Testsystem bildet ein Gigabyte Aorus Z270X-Gaming 9, auf dem ein Core i7-7700K mit leichter Übertaktung auf 4,6 GHz bei 1,25 Volt sowie eine Evga Geforce GTX 980 Ti mit einer auf 1.405/3.902 MHz fixierten Taktrate betrieben werden. Die Grafikkarte erzeugt eine hohe Abwärme, weist ein typisches Custom-Design mit zwei Axiallüftern auf und belegt zwei Slots. Das Mainboard zählt zu den wenigen Modellen, das einen PCI-Express-×16-Steckplatz an der oberen Position bietet. Das ermöglicht es uns, sowohl bei der Grafikkarten-Montage via Riser als auch im Slot einen Noctua NF-A9 PWM als zusätzlichen Lüfter an der Rückseite zu verbauen (siehe Bild). Sitzt die Grafikkarte eine Position weiter unten, passt maximal ein 80-mm- anstelle eines 92-mm-Lüfters.
Zusätzlich basteln wir uns ein Seitenteil aus Pappkarton, das eine Öffnung für einen 140-mm-Lüfter bietet. Bisher gibt es leider kein Gehäuse, das ohne Modifikation sowohl die Montage via PCI-E-Riser als auch die Montage eines Lüfters im Seitenteil ermöglicht, auch nicht das von uns genutzte Fractal Design Define R6 Black TG mit Glasfenster. Für Bastelwillige dürfte eine Variante des Define R6 mit geschlossener Seitenwand aus Metall die beste Ausgangsbasis darstellen, um eine vergleichbare Kühlung zu realisieren. Die drei vormontierten Gehäuselüfter im 140-mm-Format betreiben wir in allen Tests mit 850 bis 900 U/min, den Noiseblocker-Ventilator gleicher Größe an der Pappseitenwand ebenfalls. Auch den 140-mm-Lüfter am Prozessorkühler EKL Alpenföhn Brocken 3 lassen wir 850 bis 900 Mal pro Minute rotieren.
Den zusätzlichen 92-mm-Lüfter an der Rückseite fixieren wir auf 1.600 bis 1.650 U/min. So konfiguriert lässt sich die Grafikkarte ab rund 40 % Lüfterdrehzahl aus dem PC heraushören und ist ab 45 % subjektiv maßgeblich für die Lautstärke. Ein wenig anders sieht das aus, wenn der Noctua-Lüfter ein- statt ausblasend montiert wird. Die Gehäusestreben zur Befestigung von Erweiterungskarten erhöhen die Lautstärke, sodass in diesem Fall die Grafikkarte erst ab 45 % herauszuhören ist und ab 50 % die subjektive Lautstärke klar erhöht.
Luftstrom: Vorne rein, hinten raus
Visualisierter Luftstrom
Im Auslieferungszustand blasen zwei 140-mm-Lüfter an der Vorderseite kühle Luft in den Innenraum, ein 140-mm-Ventilator an der Rückseite befördert die erwärmte Luft hinaus. Das "Vorne rein, hinten raus"-Prinzip ist die seit vielen Jahren übliche Methode, um die Hardware im Gehäuse zu belüften.
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Folgendes finden Sie im Artikel:
- Drei unterschiedliche Gehäusebelüftungskonzepte als Ausgangsbasis
- Gemessen werden jeweils GPU-, CPU- und Backplate-Temperaturen sowie GPU-Lüfterdrehzahl
- Grafikkarte & Slot-Lüfter: zwei unterschiedliche Ausrichtungen mit PCI-E-Slot und PCI-E-Riser, drei Slot-Belüftungs-Varianten
- Analyse der ERHEBLICHEN (!) Verbesserungen
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