Russischer KI-Beschleuniger: Baikal will Nvidia Konkurrenz machen - mit einem winzigen Budget
Das russische Unternehmen Baikal Electronics will eigene KI-Beschleuniger entwickeln und damit eine Alternative zu Nvidia anbieten. Budget und Zeitplan passen aber nicht annähernd zur gestellten Aufgabe.
Während Heimanwender Deep-Learning-Anwendungen meistens auf der Grafikkarte laufen lassen, werden von den Chipherstellern längst passende Beschleunigerkarten angeboten. Das russischen Unternehmen Baikal Electronics will hier nun ebenso mitmischen. Laut einem Bericht der Website Cnews.ru hat Baikal eine neue Abteilung gegründet, die einen Rechenbeschleuniger für KI- und damit Deep-Learning-Anwendungen entwickeln soll. Dabei wird offenbar explizit eine Konkurrenz zu Nvidia angestrebt, die Russland seit des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine nicht mehr mit entsprechenden Produkten beliefern
KI-Beschleuniger für 20 Millionen
Die Eckdaten der neuen Abteilung von Baikal werfen dabei durchaus Fragen auf. So wird für die Entwicklung nur ein Zeitraum von drei Jahren angestrebt. Zudem ist das Budget mit 2 Milliarden Rubel - knapp 20 Millionen Euro - unglaublich knapp bemessen. Zum Vergleich: Nvidia hat für das Geschäftsjahr 2023 rund 6,7 Milliarden Euro Forschungsbudget eingeplant.
"Jetzt hat Baikal Electronics eine neue Abteilung gegründet, um eine Reihe von Spezialchips für künstliche Intelligenz zu entwickeln, in die die besten derzeit verfügbaren Architekturansätze einfließen werden."
In dem Bericht wird immerhin anerkannt, dass russische Produkte mit westlichen KI-Beschleunigern bislang nicht mithalten können. Baikal Electronics will diese Lücke aber offenbar schließen. Mit dem gesetzten Zeitraum und Budget dürfte das allerdings unmöglich sein. Falls ein entsprechendes Produkt tatsächlich auf den Markt kommt, kann man sich also wohl auf ebenso fragwürdige Vergleichsbenchmarks einstellen, wie sie kürzlich zum Prozessor Baikal-S veröffentlicht wurden.
Zuletzt zum Thema: Russische CPU: Benchmarks zum Baikal-S sollen Skeptiker überzeugen
Neben der Entwicklung dürfte obendrein auch die Herstellung des russischen KI-Beschleunigers kritisch werden. In Russland selbst gibt es nur eine Halbleiterfertigung für 90-nm-Chips, die für aktuelle Rechenanwendungen absolut untauglich ist. Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg haben alle Foundries außerhalb von China zudem die Zusammenarbeit mit Russland eingestellt, sodass man nicht, wie zuvor, auf TSMC setzen kann. Als letzte Option bleibt damit wohl nur die chinesische Foundry SMIC. Diese müsste für eine solche Kooperation aber wohl weitere Sanktionen befürchten, sodass unklar ist, ob sich die Fertigung für das Unternehmen lohnen würde.
Quelle: Cnews.ru via Tom's Hardware


ner Lötkolbenspitze so machen hat mich vor längerer Zeit echt
verblüfft
Gruß
Mustererkennung, Bildanalyse und automatische Datenauswertung sind Hauptanwendungsbereiche von KI – und Hauptinteressen von Staaten, die ihre Bevölkerung lückenlos überwachen wollen. Nicht umsonst ist China so weit vorne mit dabei, obwohl KI bislang eine relativ brotlose Kunst ist und die chinesische Wirtschaft in der Vergangenheit miest erst dann auf neue Trends aufgesprunen ist, wenn es günstige Massenproduktion ging.
Schlecht ist an den Baikal-CPUs insbesondere eins: Die Verfügbarkeit. Diese liegt nämlich seit 18 Monaten ziemlich exakt bei Null und dürfte da auch noch eine zeitlang bleiben, denn eigentlich war TSMC als Fertiger vorgesehen. Da Taiwan sich gegenüber China aber in einer ähnlichen Situation sieht, wie die Ukraine gegenüber Russland, gibt es für letztere seit 18 Monaten keine taiwanesischen Chips mehr.
Was allerdings an den Gedanken naiv sein soll, wenn man sich wünscht die Zeiten des kalten Krieges mögen nie wieder kommen, erschließt sich mir nicht. Das ist ein Wunsch, Wunschdenken.
Das die dumme Rasse der Menschen in Zukunft nicht kriegsfrei interagieren wird und generell Frieden, Glück und Liebe ohne Drama nicht auf die Reihe bekommt ist mir angesichts der Geschichte der Menschheit auch klar.
Man muss sich nur die Schimpansen anschauen. Die sind genauso verdorben wie wir Menschen. Zum Glück haben die aber keine Atomwaffen
Und die Bevölkerung, nunja ich denke in Russland gibt es sehr viele Menschen die den Krieg kritisch sehen oder gegen Putin sind. Allerdings haben die Angst vor Repressalien und äußern sich deshalb (oft) gar nicht erst.
Man darf nicht immer alles so verallgemeinern. Die Bevölkerung. Der Westen. Das ist genau das, was ich eigentlich ausdrücken wollte mit meinem Beitrag / nicht eine geografische Einordnung wie Du angenommen hast.