PCGH beweist Mikroruckler auf der Radeon HD 4870 X2
In unserem Benchmarktest der Radeon HD 4870 X2 erwähnten wir es bereits: Das Mikroruckeln ist nicht verschwunden. Jetzt liefern wir handfeste Beweise.
"Mikroruckler zerstören den leistungssteigernden Effekt von Multi-GPU-Lösungen", schrieben wir im Februar. Seit Anfang des Jahres diskutiert jedes Hardwareforum weltweit, was es mit dem berüchtigten Mikroruckeln auf sich hat. Ein "Frametime Harmonizer" müsse her, also eine Instanz, die die Frames mehrerer GPUs in regelmäßigen Intervallen ausgibt. Treiber sollten es richten. Von der neuen Radeon HD 4870 X2 erwarteten viele eine hardwareseitige Lösung. Nichts davon ist (zuverlässig) eingetreten.
Testsystem und Methodik
Nachdem wir das Mikroruckeln im X2-Test schriftlich erläuterten, lassen wir heute Bilder sprechen. Die nachfolgenden Werte entstanden mit der gleichen Karte, die uns bedauerlicherweise schon wieder verlassen musste. Der Catalyst-Treiber ist ebenfalls derselbe, befindet sich im Beta-Status und trägt die interne Versionsnummer 8.52. Für ausreichend schnellen Informationsfluss sorgt ein Core 2 Duo E8500 @ 3,6 GHz (400 x 9).
Die untenstehenden Frametimes stammen aus Half-Life 2: Episode 2, das wir mittels Fakefactorys Cinematic Mod 8 aufpolierten. Zwecks niedriger Frameraten applizierten wir 24x CFAA (8x MSAA plus Edge Detection) und 16:1 AF. Zu sehen sind die ersten 30 Frames (nicht Sekunden!), die wir mittels Fraps protokollierten. Es stellte sich heraus, dass das Tool nicht immer akkurat das misst, was auf dem Bildschirm wiedergegeben wird. Wir versichern Ihnen aber, dass das "Haken" beim Spielen ähnlich auffällig ist wie die Ausreißer im Benchmark.
Radeon HD 4870 X2: Mikroruckeln der schlimmsten Sorte (Bild: PCGH)
Radeon HD 4870 X2: Mikroruckeln der schlimmsten Sorte (Bild: PCGH)
Das Video zeigt unsere Ice-Benchmarkszene aus Crysis bei 1.680 x 1.050 Pixeln (DX10, Very High), ohne FSAA und AF. Crossfire funktioniert nicht ordnungsgemäß, weshalb die Framerate niedrig ist - nennen wir es "Makroruckeln". Zu diesen Makrorucklern gesellt sich eine unregelmäßige Frameverteilung, bekannt als - Überraschung - Mikroruckeln. Was Sie sehen, ist der GAU, das schlimmste anzunehmende Ergebnis. Vergleichen Sie das Video doch mal mit dem Ruckeln Ihrer Single-GPU-Grafikkarte, es wird garantiert regelmäßiger aussehen. Natürlich handelt es sich um einen Treiberbug, dass Crossfire nicht richtig arbeitet. Das sichtbare "Ruckeln im Ruckeln" dürfte aber jedem verdeutlichen, wie störend Mikroruckeln bei niedrigen Fps-Raten sein kann.
Fazit: Mikroruckler
Es ist noch nicht vorbei. Kommende Treiber helfen den vielgespielten Titeln vermutlich zu flüssigen Abläufen, eine generelle Lösung ist aber noch nicht in Sicht. Wie Sie sehen, handelt es sich um ein ernstzunehmendes Problem. Denn für was sollten Sie das Doppelte bezahlen, um am Ende doch wieder die Fps einer günstigeren Grafikkarte zu "fühlen"? Das gilt natürlich auch für die Nvidia-Lösungen Geforce 9800 GX2 und alle Karten, die sich mittels SLI koppeln lassen. Die Kalifornier tun sich mit einer omnipräsenten Lösung ebenso schwer.
Fairerweise müssen wir nochmals anmerken, dass es nur in derart fordernden Einstellungen möglich ist, die HD 4870 X2 kleinzukriegen. Doch in Zukunft, mit neuen Spielen, werden die Fps immer niedriger. Spätestens dann wird das Problem akut, während Nutzer mit großen Bildschirmen bzw. FSAA-Liebhaber immer mit dem Problem zu kämpfen haben.