[PLUS] Mogelpackung? GTX 1050 3GB und GT 1030 DDR4 im Test
PCGH Plus: Die neuesten Nvidia-Kreationen präsentieren sich als Schafe im Wolfspelz. Was die Geforce GTX 1050 3GB und GT 1030 DDR4 (nicht) leisten, lesen Sie in diesem Artikel. Der Artikel stammt aus PC Games Hardware 09/2018.
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Günstige Grafikkarten fliegen unter dem Radar der meisten PC-Spieler, denn ihre Leistung reicht nicht aus, um aktuelle Titel hübsch und flüssig darzustellen - man muss sich entscheiden. Manche Modelle haben selbst mit niedrigen Details in HD-Auflösung zu kämpfen. Grafikkarten dieser Leistungsklasse werden daher oft als ultimative Multimedia-Maschinen angepriesen. Um dabei möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften, greifen sowohl AMD als auch Nvidia auf Tricks zurück, die erst auf den zweiten Blick zu erkennen sind. Im aktuellen Fall betrifft das Nvidias neueste Geforce-Produkte.
Alte Masche, neues Produkt
Unbequeme Gesetze beschließt die Bundesregierung am liebsten, wenn sich das Volk im Fußballrausch befindet. Absurde Grafikkarten spezifiziert man am besten für Segmente, die von Technikversierten gemieden werden.
Die Idee, ein Modell mit unterschiedlichen Speichertypen und -mengen auszustatten, um die Leistung zu differenzieren, ist uralt: Bereits vor der Jahrtausendwende gab es Varianten mit SDR- oder DDR-SDRAM. Heutzutage beschränken sich derart große Unterschiede auf das Einsteigersegment, werden aber ohne Scham durchgezogen und klein gedruckt. Die Vergangenheit brachte scheinbar gleiche Modelle hervor, welche mit zwei oder sogar drei verschiedenen GPUs bestückt wurden - "die Geforce GT 430" lässt sich beispielsweise nicht definieren, dafür ist sie zu vielseitig. Diplomatisch formuliert.
Daneben ist die Geforce GT 1030 ein Waisenknabe, liefert aber genügend Gründe für eine Anklage in Form dieses Artikels. Nvidia launchte das kleinste Pascal-Modell bereits im Mai 2017 mit GDDR5-Speicher, woraus sich eine sparsame, ausgewogene Grafikkarte für HTPCs und gelegentliches Casual-Gaming ergab. Nun mischt sich eine Variante mit DDR4-Speicher dazwischen. Was im Vergleich mit früheren (G)DDR3-Grafikkarten noch gut klingt, lässt bei Kennern die Alarmglocken läuten. Dieses Geräusch wird beim Blick auf die Spezifikation schrill: 1.050 MHz Speichertakt an einer 64-Bit-Schnittstelle führt zu einer Transferrate von 16,8 GByte pro Sekunde. Das Modell mit GDDR5-RAM arbeitet mit 3.004 MHz und somit 48,1 GByte/s - 2,86 Mal so viel! Außerdem wird das DDR4-Modell mit etwas geringeren GPU-Boosts spezifiziert und in ein 20- statt 30-Watt-Korsett gesteckt. Aus alldem ergeben sich zwei gute Nachrichten: Die GT 1030 DDR4 ist zweifellos ein Spross der Pascal-Reihe mit allen architektonischen Vorteilen. Sie ist außerdem die sparsamste Grafikkarte der aktuellen Generation. Der Unterschied zu früheren Sparversionen: Die GT 1030 DDR4 ist kein 4-GiByte-Blender, auch sie muss mit 2 GiByte auskommen - das macht es noch schwerer, sie auf den ersten Blick von ihrer Schwester zu unterscheiden.
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